Fahrbericht Ducati Monster 797 - Die Rückkehr

05.09.2017  |  Text: Guido Kupper  |   Bilder: Werk
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Fahrbericht Ducati Monster 797 - Die Rückkehr
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Der luftgekühlte Desmodue darf jetzt auch wieder in einer Monster werkeln. Und zwar in der neuen, hübsch klassischen 797, die Bologna als Eintrittspforte in den Ducati-Organismus positioniert
Ja, zwischen den Rahmenrohren der 797 hängt tatsächlich wieder ein luftgekühlter Desmodue-Zweiventilmotor. In Bologna hat man die Notwendigkeit für ein unkompliziertes, mild motorisiertes und preiswertes Einsteiger­bike durchaus wahr genommen. Nun hofft man bei Ducati, die 797 möge performen wie einst die Monster 600, die ein Jahr nach dem 900er-Urmodell auf den Markt kam und sich gut verkaufte. Ein paar wesentliche Kriterien muss die 797 als Einstiegsmodell auf jeden Fall erfüllen: Sie muss günstig sein und problemlos, niedrig und handlingfreudig, ­typisches Ducati-Flair versprühen und darf nicht durch zu viel Leistung abschrecken.

Flair? Kein Problem. Die Monster ist eine ­Ikone, der ­luftgekühlte ­Desmodue ohnehin. Günstig? Mit 8.990 Euro ist die 797 nicht wirklich billig. Bis zu Yamahas ­MT-07 beispielsweise sind  knapp 2.300 ­Euro Luft. Die günstigste Ducati ist die Neue allemal – auch die 800er-Scrambler kosten mehr. Ein paar Abstriche muss man bei der 797 also machen, weh tun die aber nicht wirklich: Bis auf Zug­stufe und Vorspannung am Federbein ist das Fahrwerk nicht einstellbar, seine Abstimmung dafür aber gelungen. Dass der Rahmen wieder komplett in Stahl-Fachwerk gefertigt ist und im hinteren Teil ohne die bei den Wassermonstern üblichen Alugusselemente auskommt, nehmen wir gerne in Kauf.



Auch die Zweiarmschwinge ist günstiger als die Einarm-Variante, hat aber bis auf den komplizierteren Radausbau auch kaum Konsequenzen – auch beim Gewicht. Mit knapp 195 Kilo vollgetankt ist die 797 immerhin 13 Kilo leichter als die 821. Das Cockpit beschränkt sich auf wesentliche Informationen, die Aufkleber auf dem Tank sind nicht überlackiert und der Kupplungshebel ist nicht einstellbar –  irgendwo müssen die 2.200 Euro Preisunterschied zur Monster 821 ja herkommen. Von den feinen Monobloc-Bremszangen kommen sie jedenfalls sicher nicht.

Mit 805 Millimetern Sitzhöhe bietet die Duc guten Zugang zum Boden. Kleinere Personen können auf eine 20 Millimeter ­niedrigere Bank zugreifen, Dynamikliebhabern mit einem Faible für sportlicheres Sitzen und mehr Last auf dem Vorderrad oder auch einfach nur mit langen Beinen bietet Bologna eine Bank mit 25 Millimeter Plus. Die im Vergleich zur 821 weiter nach vorn und tiefer platzierten Fußrasten machen das Sitzen relaxter und haben en passant noch zwei Vorteile: Zwischen Auspuff und rechter Raste bietet sich dem Fuß nun mehr Spielraum und diese ­Monster frisst keine Stiefel mehr, weil die Fußspitzen nicht in ­jeder Kurve den Asphalt küssen.



Doch Schluss jetzt mit dem statischen Gequatsche. Auf in die frühlingswarme und kräuterduftschwangere Luft inmitten des Esterel-Mittelgebirges in Südfrankreich, wo wir die Duc auf 180 unterhaltsamen Kilo­metern ausreiten. Als Navigator hast du es schon auf den ersten Metern leicht mit dem relaxtem Vorderradbezug und dem breiten Lenker. Beim Rangieren und Wenden stört allerdings der knappe Lenkeinschlag, das breit bauende Gitterrohr gibt sich da nach wie vor wenig einsteigerfreundlich. Ab dem ­Einrücken der leichtgängigen Antihopping-Kupplung springt der Twin zwar nicht so impulsiv ins Leben und läuft in den hohen Gängen bis 2 500/min noch leicht stolpernd, dann aber kommt Fluss ins Geschehen.

Zusammen mit der bauchigen Drehmomentkurve, die schon bei 3 500/min rund 80 Prozent des Maximums zum Rad wuchtet, geht’s schaltfaul durch die Topographie. Das ist der Wellnessbereich, Workout geht aber auch: oberhalb der 5 500/min auf die 8000er- Marke zu. Da presst der Desmodue frisch voran, wenn auch – Euro 4 lässt grüßen – angesichts alter Herrlichkeit fast ein bisschen leise. Ein angenehm mildes, ausreichend dynamisches, charaktervolles und sehr umgängliches Motorrad ist die 797, keine Frage. Für die angepeilte Zielgruppe dürfte das attraktiv sein, so sie denn ausreichend solvent ist.


 
Was ist neu?
  • lufgekühlter V-Zweizylinder mit 73 PS und jetzt Euro 4 konform
  • Gitterrohr-Rahmenkonstruktion ohne Alu-Gusselemente
  • Zweiarmschwinge aus Aluminium 
  • LED-Scheinwerfer und LED-Rücklicht
  • digitales Cockpit 
  • zweites Modell mit Soziusabdeckung und Flyscreen für 400 Euro Aufpreis zu haben
  • drei Farbvarianten stehen zur Auswahl

TECHNISCHE DATEN Ducati Monster 797

Basispreis: 8.990 Euro

Leistung: 73 PS (55 kW) bei 8 250/min
max. Drehmoment: 69 Nm bei 5750/min
Motor: Zweizylinder-Viertakt-V-Motor, luftgekühlt, zwei Ventile pro Zylinder, ohc
Hubraum: 803 ccm
Bohrung x Hub 88 x 66 mm
Kupplung: Nasssumpfschmierung
Gemischaufbereitung: Einspritzung
Anzahl Gänge: Sechsganggetriebe
Endantrieb: Kette
Fahrwerk: Stahl-Gitterrohrrahmen
Federung vorne: Upside-down-Telegabel vorn Ø 43 mm, 130 mm, nicht einstellbar
Federung hinten: Zweiarmschwinge mit Zentralfederbein hinten, 150 mm, Federbasis und Zugstufendämpfung einstellbar
Bremse vorne: Doppelscheibenbremse vorn Ø 320 mm, radial montierte Vierkolben-Festsättel, ABS
Bremse hinten: Scheibenbremse hi. Ø 245 mm, Zweikolben-Festsattel, ABS
Reifen: 120/70-17 vorne, 180/55 ZR17 hinten 
Radstand: 1435 mm
Lenkkopfwinkel: 66 Grad
Nachlauf: 90 mm
Sitzhöhe: 805 mm
Gewicht fahr­fertig: 195 kg
Tankinhalt: 16,5 Liter
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Stand:25 November 2017 06:31:16/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/fahrbericht+ducati+monster+797+-+die+rueckkehr_17830.html