Fahrbericht Suzuki V-Strom 650 - Basis-Strom

20.06.2017  |  Text: Matthias Hirsch  |   Bilder: Suzuki
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Fahrbericht Suzuki V-Strom 650 - Basis-Strom
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Die neue V-Strom 650 sieht der großen 1000er-Schwester zum Verwechseln ähnlich. Böse Zungen könnten auch behaupten, sie trägt deren alten Kleider auf. Aber Qualitäten hat die kleine V-Strom allemal zu bieten


Es gab Zeiten da hat die 650er V-Strom fast in ihrer eigenen Liga gespielt. Honda hat die Transalp eingestellt, Kawa bei der Versys im Styling danebengegriffen und die F 700 GS von BMW versprühte die Aufgeregtheit eines Kaffeekränzchens. Doch die Zeiten ändern sich. Die Versys war beim Lifting und mit der Tracer 700 hat Yamaha seit letztem Jahr ein verdammt heißes Eisen im Feuer. Höchste Zeit also, dass Suzuki nachlegt.

Die neue V-Strom 650 ist auf den ersten Blick als Familienmitglied erkennbar, denn sie gleicht der 1000er wie ein Ei dem anderen. Die Front mit Scheinwerfer und Entenschnabel, die Instrumente, Seitenlinie, Gepäckträger – man hat ein wenig das Gefühl, die Designer wollten sich nicht so viel Arbeit machen. Aber über Optik wollten wir uns ja nicht streiten, denn es hat sich doch einiges bei der 650er getan. Der Antrieb basiert natürlich auf dem der SV650 und ist komplett Euro-4-konform. Bei gleichem Hubraum leistet der V2 nun 71 PS und steht mit seinen 62 Nm besser im Futter als es die Papierwerte erwarten lassen.



Der große Vorteil: die Performance wird da geliefert, wo man sie braucht: in der Drehzahlmitte. Zwar tritt der V2 schon im Keller tapfer an, bietet einiges an Durchzug und dreht leichtfüßig an die Nenndrehzahl von 8 000 Umdrehungen heran, aber so richtig wohl fühlt er sich im Bereich von 3 500 bis 6 000 Touren. Dann wird jeder Dreh am Gas in spontanen Vortrieb umgesetzt. Der Leistungseinsatz gestaltet sich dank der soften Gasannahme sehr angenehm – Lastwechsel sind dem V2 weitgehend fremd, Vibrationen sowieso. Eine weitere Änderung ist die serienmäßige, zweistufige Traktionskontrolle. Wer auf nassem und/oder rutschigem Untergrund unterwegs ist, wählt Stufe 2. Hier greift die Elektronik früh ins Geschehen ein. Stufe 1 lässt hingegen schon einigen Schlupf zu. Weitere Suzuki-Gimmicks: Das »Easy Start System«, bei dem ein kurzer Knopfdruck genügt – den Rest übernimmt die Elektronik. Nicht zu vergessen der »Low RPM Assist«, der das Standgas leicht erhöht, wenn man die Kupplung kommen lässt –  gerade bei Stop-and-go eine echte Erleichterung.

Die erste Kontaktaufnahme gestaltet sich erfreulich. Die Sitzhöhe ist mit 830 Millimeter für diese Klasse durchaus niedrig, optional sind aber auch 810 oder 850 Millimeter lieferbar. Die schmale Taille ermöglicht auch kleineren Zeitgenossen einen sicheren Stand. Insgesamt sitzt es sich sehr aufrecht, mit einem entspannten Kniewinkel. Lediglich die Kröpfung der Lenkerenden könnte etwas offener gestaltet werden. Ansonsten fühlt sich alles vertraut an, nichts zwickt, nichts zwackt, man weiß, wo alles zu finden ist, und kann direkt loslegen. Die neue V-Strom 650 hat nichts von ihrer Agilität verloren. Der Motor schiebt richtig gut an, sodass man häufig im großen Gang unterwegs ist – auch auf kurvigem Geläuf.



Bereits im Basis-Setup zeigt sich das Fahrwerk als bestens ausbalanciert. Die nicht einstellbare Gabel ist ein gelungener Kompromiss zwischen komfortablem Ansprechverhalten und ausreichend Progression bei härterer Belastung. Gleiches gilt für das in der Federbasis und Zugstufendämfung verstellbare Federbein im Heck. Auch hier schluckt die Federung grobe Unebenheiten, ohne sich bei welligem Asphalt aufzuschaukeln. Die Suzuki lenkt dabei präzise ein und hält die eingeschlagene Linie problemlos bei. Sie lässt sich sehr flüssig fahren und daraus ergibt sich eine durchaus flotte Gangart – harte Bremsmanöver und endloses Ausdrehen der Gänge bringen kein Plus an Vortrieb. 
Wer es gerne noch flotter mag, erhöht am Heck einfach die Vorspannung. Dann lenkt die kleine V-Strom noch präziser ein, ohne dabei am Heck bockig zu werden. Jetzt kann man sich im wahrsten Sinne des Wortes die Kurven exakt zurechtlegen und zieht wie mit dem Lineal gezogen durch alle Radien. 

Fazit
Die neue Suzuki V-Strom 650 ist einmal mehr gelungen. Der V2 bietet ausreichend Leistung, ein breites Drehzahlband bei gleichzeitig sehr angenehmer Gasannahme. Fahrer und Beifahrer freuen sich über ein in dieser Klasse erstaunlich großzügiges Platzangebot. Das komfortable und doch gut gedämpfte Fahrwerk passt sowohl für Einsteiger als auch ambitionierte Fahrer. Damit taugt die Suzuki für die Langstrecke und auch für die sportliche Hatz auf der Hausstrecke. Gerade auf kurvigen Landstraßen macht die V-Strom viel Spaß und dürfte so manchen PS-Giganten alt aussehen lassen.
 

Was ist Neu?
  • V2 mit 71 PS und 62 Nm, jetzt Euro-4-konform
  • abschaltbare Traktionskontrolle mit 2 Stufen
  • Optik und Instrumente der großen Schwester V-Strom 1000 inklusive 12-Volt-Stromanschluss 
  • Optional niedrige bzw. höhere Sitzbank erhältlich
  • Integriertes Koffersystem mit Ein-Schlüssel-Bedienung optional
  • Zusätzliche Version V-Strom 650XT mit Drahtspeichenrädern, Handprotektoren und Motorschutz


Technische Daten

Basispreis:    
V-Strom 650: 8.390 Euro
V-Strom 650XT: 8.990 Euro

Leistung: 71 PS (52 kW) bei 8000/min, max. Drehmoment: 62 Nm bei 6500/min

Motor: Zweizylinder-Viertakt-90°-V2-Motor, flüssigkeitsgekühlt, vier Ventile pro Zylinder, dohc, Hubraum 645 ccm, Bohrung x Hub 81,0 x 62,6 mm, Nass-sumpfschmierung, Einspritzung, Sechsganggetriebe, Kette

Fahrwerk: Aluminium-Brückenrahmen, Telegabel vorn Ø 43 mm, Federbasis einstellbar, Aluminium-Kastenschwinge mit Zentralfederbein hinten, Federbasis und Zugstufendämpfung einstellbar, Federweg v./h.: 150/159 mm, Doppelscheibenbremsen vorn Ø 310 mm mit Doppelkolben-Schwimmsätteln, Scheibenbremse hinten Ø 260 mm mit Einkolben-Schwimmsattel, Reifen v. 110/80 R19, hi. 150/70 R17, Bridgestone Battlax Adventure A40

Abmessungen und GewichtE: Radstand 1560 mm, Gewicht fahrfertig 213 kg, max. Zuladung 202 kg, Sitzhöhe 830 mm, Tankinhalt 20 Liter



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Stand:20 September 2017 21:55:29/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/fahrbericht+suzuki+v-strom+650+-+basis-strom_175.html