Kawasaki Ninja H2 SX - Vorstellung

14.11.2017  |  Text: Matthias Hirsch  |   Bilder: Werk
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Kawasaki Ninja H2 SX - Vorstellung
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Seit der Z 1000 SX weiß man, SX steht bei Kawasaki für Sporttouring. Wenn aber ein H2 davorsteht, darf man getrost den Begriff Power noch darüberschreiben. Denn die Ninja H2 SX ist nichts anderes als die Touring-Variante des Powerbikes Ninja H2.
Auf der Intermot 2014 sorgte Kawasaki für einen Paukenschlag, wie ihn die Zweiradwelt schon lange nicht mehr vernommen hat: Die Ninja H2R mit kompressor-geladenen 300 PS machte alte Männer zu Schuljungen und faszinierte mit brutaler Optik und eben Leistung fern jeder Vorstellung. Dass die auf der Straße und wie sich später herausstellte auch auf so manchen Rennstrecken nicht ausgeführt werden durfte, war egal. Die Straßenvariante war optisch noch immer heftig, mit 210 PS alles andere als schmalbrüstig, aber doch deutlich näher an der Realität als die Träume vieler.

Mit der jetzt präsentierten Ninja H2 SX setzt Kawasaki wieder einmal eine Duftmarke. Bietet die doch die Möglichkeit mit maximal 210 Pferden Seitenkoffer durch die Umwelt zu beamen. Nein, wir stellen jetzt nicht die Frage der Sinnhaftigkeit, Emotionen (und diese löst die H2 SX zweifelsohne aus) muss man nicht immer rational erklären. Kawasaki bringt gleich zwei Varianten: eine Standard und eine besser ausgestattete SE, mit der wir uns hier ausschließlich beschäftigen.

Motor Kawasaki Ninja H2 SX

Wer hier Leistungsmangel beklagt, grillt wahrscheinlich seine Würstchen mit einem Flammenwerfer. Der Reihenvierer hat 998 Kubik und nutzt zur Leistungssteigerung einen Kompressor. Der sorgt dann für 200 PS (210 mit Ram-Air) bei 11000 Umdrehung. Auch das Drehmoment von 137 Nm bei 9500 Umdrehungen kann sich sehen lassen. Was auf dem Datenblatt der sportlichen Schwester noch sehr ähnelt, ist im Detail dann doch anders: Kolben, Zylinderkopf, Kurbel- und Nockenwelle sind komplett neu. Das Gleiche gilt für die Auspuffanlage, das Drosselklappengehäuse und die Übersetzung.

Die Abstimmung ist für das neue Einsatzspektrum natürlich gründlich überarbeitet. Wo die Sportler-Schwester eine harsche Gangart an den Tag legt, soll die SX bei aller Power deutlich manierlicher und alltagstauglicher Auftreten. Wer will kann jederzeit ein Loch in die Atmosphäre brennen, wer möchte ist entspannt und trotz all der Leistung unaufgeregt unterwegs.

Diese Kraft will erst einmal beherrscht werden. Wer je am Sinn von Regelelektronik gezweifelt hat, wird hier eines Besseren belehrt. Im Fall der Ninja H2 SX hat Kawasaki sein Sicherheitspaket über eine IMU von Bosch miteinander verknüpft. KCMF (Kawasaki Cornering Management Function) nennt sich das Ganze und enthält KTRC, KLMC, KIBS und KEBC. Alles klar? Wir klären auf: Traktionskontrolle (KTRC), Launch Control (KLMC), intelligentes Bremssystem (KIBS) und Motorbremskontrolle (KEBC). All dies dient dazu die H2 SX sicher und stabil durch Biegungen aller Art zu steuern.



Aber auch sonst kann sich die Ausstattung der SE sehen lassen. Die Beleuchtung ist rundum mit LED-Technik ausgestattet, eine Besonderheit ist das Kurvenlicht mit drei Leuchteinheiten, die sich bei unterschiedlichen Neigungswinkeln (10, 20 und 30 Grad) zuschalten. Und wenn die Autobahn mal richtig frei ist, kann man das mögliche ICE-Tempo gerne per Tempomat fixieren. Wer die Drehzahl über 2500 Umdrehungen hält, kann per Quickshifter die Gänge wechseln, sowohl hoch als auch runter. Die Instrumente setzen sich aus analogem Drehzahlmesser und farbiger TFT-Anzeige zusammen, diese bietet gleich zwei unterschiedliche Anzeigemodi.

Fahrwerkstechnisch hat sich natürlich auch einiges geändert. Die Ninja H2 SX ist die erste H2, die einen Soziusplatz bietet. Dadurch erhöht sich die Zuladung auf 195 Kilo, der Gitterrohrrahmen ist entsprechend steifer konstruiert und sorgt gemeinsam mit dem längeren Radstand für die notwendige Stabilität. Die Federelemente sind an Front und Heck komplett, also in Vorspannung sowie Druck- und Zugstufe einstellbar. Auch wenn man in diesem Fall von Sporttouring mit einem doch sehr hohen Anteil an Sport spricht, hat sich die Sitzposition deutlich geändert. Die Lenkerstummel sind höher positioniert als bei Supersportlern, aber gleichzeitig tiefer als beispielsweise die der Z 1000 SX. Grundsätzlich verlangt die H2 SX schon nach einer eher sportlichen Sitzhaltung. Die größere Scheibe soll dennoch für besseren Schutz vor Wind und Wetter sorgen. Die optionalen Koffer integrieren sich gut in das Fahrzeug und sollen auch bei Autobahngeschwindigkeiten keinen Einfluss auf die Stabilität haben.



Die Ninja H2 SX ist sicher ein mutiger Schritt, sicherlich weniger behäbig als eine ZZR 1400 bei mehr als spürbarem Leistungsplus gegenüber der Z 1000 SX. Die Basisvariante kostet 18.995 Euro, die hier beschriebene und deutlich besser ausgestattete Ninja H2 SX kommt auf 21.995 Euro. Wir freuen uns jedenfalls auf ein erstes Kennenlernen und sind sehr neugierig wie sich 200 Pferde so touristisch durch die Prärie treiben lassen. Und dann ist da ja noch die Frage, ob dieser Weg von Kawasaki weiter beschritten wird. Die aktuelle Z1000 hat mit der Z900 den größten Konkurrenten im eigenen Stall. Man braucht wirklich nicht viel Fantasie, wie sich die Z1000 in Zukunft vielleicht weiterentwickeln könnte …
 

TECHNISCHE DATEN Kawasaki Ninja H2 SX SE

Preis: 18.995 Euro
Preis SE: 21.995 Euro

Motor: Reihen-4-Zylinder 4-Takt-Motor, Flüssigkeitsgekühlt, vier Ventile pro Zylinder
Hubraum: 998 ccm
Leistung: 200 PS (147 kW) bei 11.000/min
max. Drehmoment: 137,3 Nm bei 9.500/min
Bohrung x Hub: 76 x 55 mm
Verdichtung: 11,2 : 1
Gemischaufbereitung: elektronische Einspritzung, Kawasaki Kompressorlader
Kupplung: Mehrscheiben im Ölbad, hydraulisch betätigt
Anzahl Gänge: Sechsganggetriebe
Endantrieb: Kette
Rahmen: Stahl-Gitterrohrrahmen
Federung vorne: 43 mm Upside-Down-Gabel, komplett einstellbar
Federung hinten: Zentralfederbein, komplett einstellbar
Federweg vo/hi: 120/139 mm
Reifen vorne: 120/70 R17
Reifen hinten: 190/55 R17
Bremse vorne: Doppelscheibenbremse 320 mm, radial montierte Vierkolben-Monoblock-Festsättel
Bremse hinten: Scheibenbremse 250 mm, Doppelkolben-Festsattel
Länge: 2.135 mm
Breite: 775 mm
Höhe: 1260 mm
Sitzhöhe: 835 mm
Radstand: 1.480 mm
Nachlauf: 103 mm
Leergewicht: 260 kg
Tankinhalt: 19 Liter
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