BMW R 1200 GS Rallye Rizoma - Fahrbericht

08.09.2017  |  Text: Carsten Heil  |   Bilder: Carsten Heil
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BMW R 1200 GS Rallye Rizoma - Fahrbericht
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Für die neue Rallye-Version hat BMW die 1200er GS technisch und optisch nachgeschärft. Für noch mehr Würze sorgen die italienischen Edelmetaller von Rizoma


Streng genommen handelt es sich bei der Rallye um keine eigenständige Modellversion, sondern lediglich um ein Stylepaket. Für 590 Euro Aufpreis gibt’s jedoch mehr als einen lupinblauen Hauch Offroad-Attitüde. Eine knapp geschnittene, einteilige Sitzbank und ein niedrigerer Windschild beispielsweise, die der GS zu einem sportlicheren Look verhelfen. Weitere Bestandteile des Pakets sind eine Edelstahlverkleidung und ein Schutzgitter für den Kühler, der mit Kunststoffabdeckungen vor Steinschlag geschützte Rahmen, griffige Endurofußrasten, goldene Bremssättel, der geschwärzte Antriebsstrang sowie die schwarzen Kreuzspeichenräder.

Optische Effekthascherei? Auch, aber BMW hat mittels geändertem Längslenker überdies die Fahrwerksgeometrie dezent verschärft: fünf Millimeter weniger Nachlauf beziehungsweise ein um elf Millimeter verkürzter Radstand sorgen dafür, dass die Rallye-GS erste Wahl ist, wenn der Einsatzbereich tatsächlich öfter auch mal abseits der Straße liegt. Dann empfiehlt sich auch das exklusiv in der Rallye-Version angebotene Sportfahrwerk für 300 Euro, das mit härteren und 20 Millimeter längeren Federn vorn wie hinten für mehr Durchschlagreserven und sportliche Härte sorgt. Dieses gibt es jedoch nur in Verbindung mit der neuen Version des Dynamik-ESA für weitere 790 Euro Aufpreis. Kein Schnäppchen, aber ein vollauf überzeugendes Extra, das die Federbasis selbständig um bis zu zwei Zentimeter anhebt und in Kombination mit den verschiedenen Pro-Fahrmodi (425 Euro) die Dämpfungsabstimmung dem Einsatzzweck entsprechend feinfühlig anpasst.



Ob mit Sozia und Gepäck oder auf dem Weg ins Querfeldeinvergnügen – aufsteigen und losfahren – den Rest übernimmt Kollege Computer mit seinen elektrischen Helferlein. Echtes Teufelszeug, das in der Praxis aber prima funktioniert. Beim Fahren zeigt sich unmittelbar, dass das Sportprogramm der BMW gutgetan hat. Spürbar agiler als die Basisversion zackt die Rallye-GS um scharfe Ecken und spielt das Plus an Wendigkeit auch offroad aus – wenngleich wir es hier immer noch mit knapp fünf Zentnern Lebendgewicht und entsprechenden Grenzen in Sachen Gelände­gängigkeit zu tun haben. Allein mit diesen empfehlenswerten Extras nähert sich BMWs Bestseller schon bedrohlich der 18.000-Euro-Marke. Mit Griffheizung, Kofferset und ein paar weiteren Kleinigkeiten wandern letztlich um die 20.000 Euro über den weißblauen Tresen. Doch auch dabei muss es nicht bleiben …

Denn auch, wenn die GS von wertiger Machart und sauber verarbeitet ist, sieht man so manchem von BMW verbauten Teil das Diktat der kostenbewussten Großserienfertigung an. Den Klemmblöcken des Lenkers beispielsweise: Schnödes Gussmaterial, dessen größter Schick die eloxierte Oberfläche ist. Im Vergleich dazu wirken die aus dem vollen Aluminium gefrästen Riser von Rizoma wie Kunstwerke aus Edelmetall – was sie letztlich ja auch sind. 

Kaum zehn Jahre sind die Italiener mit ihren exklusiven Aluparts am Markt und in dieser kurzen Zeit bereits zum weltweiten Leader in Sachen Design und Qualität geworden. Das Design – schlicht und elegant. Die Qualität – outstanding. 

Wer um die 20 Riesen für eine Rallye-GS hinblättert, wird sich womöglich nicht schwertun, noch 199 Euro für einen Satz Rizoma-Riser draufzulegen und sich dafür täglich an deren Anblick erfreuen zu dürfen. Zumal sie auch funktional überzeugen, da sie 45 Millimeter höher als das Serienmaterial sind und überdies den Lenker 25 Millimeter näher zum Fahrer rücken. Fühlt sich ausgesprochen entspannt an.



Neben den bekannten Universal-Parts wie Spiegel, Blinker, Abdeckungen für Ausgleichsbehälter, Rahmencaps und Kardanabdeckung haben die Italiener nun noch einige neue Goodies speziell für die GS entwickelt: einen abnehmbaren Scheinwerferschutz, eine vier Millimeter starke Motorschutzplatte­ mit integriertem Bodenlicht (das beim Ausklappen des Seitenständers den Untergrund ausleuchtet), sehr schicke Krümmer- und Fersenschützer, Rallye-Fußrasten mit erneuerbaren Zahnreihen, verstell- und klappbare 3D-Brems- und Kupplungshebel sowie eine elegante Lenkerquerstrebe zur Versteifung des Geweihs.

Sicher, alles Dinge, die kein Mensch wirklich braucht. Aber eben auch Dinge, die Gutes noch besser machen und die metallgewordene Sahnehäubchen auf der besten GS aller Zeiten sind.
 

TECHNISCHE DATEN BMW R 1200 GS Rallye


Basispreis: 15.740 Euro

Leistung: 125 PS (92 kW) bei 7 750/min
max. Drehmoment: 125 Nm bei 6 500/min
Motor: Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor, flüssigkeitsgekühlt, vier Ventile pro Zylinder, dohc
Hubraum: 1170 ccm
Bohrung x Hub: 92 x 125 mm
Kupplung: Nasssumpfschmierung
Schaltung: Sechsganggetriebe
Endantrieb: Kardan
Fahrwerk: Stahlrohr-Brückenrahmen
Federung vorne: Telelever-Gabel vorn, 210 mm semiaktiv
Federung hinten: Einarmschwinge mit Zentralfederbein, 220 mm, semiaktiv
Bremse vorne: Doppelscheibenbremse vorn Ø 305 mm, radial montierte Vierkolben-Festsättel
Bremse hinten: Scheibenbremse  hinten Ø 276 mm, Einkolben-Schwimmsattel
Reifen: 120/70 R 19 vorne, 170/60 R 17 hinten
Radstand: 1496 mm
Lenkkopfwinkel: 64,5 Grad
Nachlauf: 95 mm
Gewicht fahr­fertig: 244 kg
max. Zuladung: 216 kg
Sitzhöhe: 870/890 mm
Tankinhalt: 20 Liter



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Stand:20 September 2017 22:03:15/test+_und_+technik/zubeh%C3%B6r/bmw+r+1200+gs+rallye+rizoma+-+fahrbericht_17830.html