BMW GS Trophy Mongolei 2018 - Teamwork im Nirgendwo

28.08.2018  |  Text: Michael Hänsel  |   Bilder: BMW
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BMW GS Trophy Mongolei 2018 - Teamwork im Nirgendwo
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BMW organisierte die spektakuläre GS Trophy in diesem Jahr in der Mongolei. Mit einem Riesenaufwand, bei dem die achtzehn teilnehmenden Teams von der Freundschaft und den landschaftlichen Eindrücken überwältigt waren
Kaum zu glauben, aber die weltweit beachtete BMW GS Trophy fand schon zum sechsten Male statt. Und wie bei den Veranstaltungen zuvor, betraten die Münchener Organisatoren – wieder einmal – Neuland. Dieses Mal aber mit einem gehörigen Schuss Unplanbarkeit, denn in der Mongolei herrschen ganz andere Bedingungen als bei den fünf Austragungsorten zuvor. Da wäre zum einen das riesige Land und die damit verbundenen großen Distanzen, doch vor allem die Logistikprobleme haben es in sich. Was in Europa niemanden vor irgendwelche Schwierigkeiten stellt, bedeutet in der Monogolei gleich eine immense Herausforderung: Wo bekomme ich in der Steppe Sprit für die 114 (!) Motorräder her? Und für den großen Tross an Begleitfahrzeugen? Aber auch die Übernachtungsmöglichkeiten bis hin zur Verpflegung und der Kommunikationsanbindung via Internet an den Rest der Welt haben dem Orga-Team mehr als nur ein paar Kopfschmerzen beschert.



Von den organisatorischen Problemen bekommen die Teilnehmer aber kaum etwas mit, die in 18 Dreierteams gleich 21 Nationen repräsentieren – die beiden internationalen Frauenteams sowie die Teams aus Südostasien und Lateinamerika vertreten gleich mehrere Länder. Allesamt können sie es kaum erwarten, ihre aktuellen „BMW R 1200 GS Rallye“-Modelle in Empfang zu nehmen, mit dem Fahrwerk aus der GS Adventure und mit sinnvollem Werkszubehör aufgemotzt. Angesichts der nervösen Vorfreude werden die Organisatoren nicht müde, die hibbeligen Trophy-Teilnehmer immer wieder mit einem „It’s not a race!“ daran zu erinnern: Bei der GS Trophy handelt es sich nicht um ein klassisches Rennen, es kommt nicht auf Geschwindigkeit an. Vielmehr ist sie ein einmaliges Offroad-Fahrerlebnis in ursprünglichen Regionen, gewürzt mit sportlichen Vielseitigkeitsprüfungen. Bei diesen steht oftmals das Teamwork im Mittelpunkt, bei den fahrtechnischen Prüfungen ist die Fahrzeugbeherrschung wichtiger als ein hohes Tempo.

Für diesen sportlichen Teil hat sich das Team um Tomm Wolf, den sportlichen Leiter der GS Trophy, eine Menge interessanter Aufgaben ausgedacht: Beispielsweise das Abschleppen eines zweiten Motorrades per Seil, verschiedene Trial-Parcours in kniffeligen Geländen oder die vierfache Flußquerung mit Wenden im tiefen Ufersand. Eine besondere fahrerische Herausforderung stellt jedoch die Shell Challenge dar: Hier musste jeder Fahrer eine abgesteckte felsige, teils sandige Strecke mit Sozius auf Zeit absolvieren, wobei Letzterer je einen Kraftstoffkanister mit 5 und 10 Liter Wasserfüllung tragen musste und nicht verlieren durfte.



Vom Start in der Nähe der Hauptstadt Ulaanbaatar, wo fast die Hälfte der Einwohner der Mongolei lebt, geht es zunächst ins Niemandsland in Richtung Süden. Nach den ersten Asphaltkilometern führt die Route offroad weiter hinein in eine überaus karge, nichtsdestotrotz beeindruckende Natur. Abgesehen von vereinzelten Jurten am Horizont und dem ein oder anderen Ziegenhirten deutet fast nichts auf Zivilisation hin – die Mongolei ist knapp viereinhalbmal so groß wie Deutschland, auf dieser Fläche verteilen sich aber nur 3,2 Millionen Einwohner. Abends fallen die Teilnehmer nach einer Mammutetappe von 470 Kilometern ermattet ins selbst aufgebaute Zelt – dieser Start hat jedem die Augen dafür geöffnet, was hier gefragt ist, und dass eine GS Trophy kein Zuckerschlecken ist.

Am nächsten Tag zieht der Trophy-Tross seine Staubfahnen zunächst durch weite Sand- und Grasebenen. Später wird die Halbwüste von Schotterebenen abgelöst, bevor sandige Abschnitte so manchen Teilnehmer vor mächtige Probleme stellen. Dieser Tagesabschnitt hat es in sich: Einige Fahrer stürzen, manche sogar so schwer, dass sie für den Rest der Trophy ausfallen. Konsequenz für den dritten Tag: Die Trophy-Leitung hat alle geplanten Sonderprüfungen auf später verschoben, der dritte Fahrtag wird zur Verbindungsetappe ohne Wertungen erklärt. Dem Unterhaltungsfaktor dieses Streckenabschnitts tut das aber keinen Abbruch, im Gegenteil, was zum Glück die anfangs etwas gedrückte Stimmung wieder hebt: Aus der mittlerweile erreichten kahlen Wüste Gobi führt die Route nämlich in den Dungeene Canyon, der im Gebirge südlich von Dalanzadgad verläuft. Dieser wird nicht nur von einem kleinen Bach durchflossen – im Schatten der steil aufragenden Felsen hat sich hier sogar Wintereis gehalten, das die Bayern-Boxer nur geschoben überqueren können.



Der nächste Tag hält eine weitere ungewöhnliche Erfahrung bereit. Die BMWs fuhren über Ebenen, die so weit waren, dass neun Motorräder nebeneinander auf gleicher Höhe fahren konnten. Eine Erlösung für die weiter hinten Fahrenden, die sich dadurch nicht durch Staubwolken kämpfen müssen, die ansonsten die Sicht nehmen und jedes Feinstaubgerät zum Kollaps treiben würden. Zum Abend hin schlängelt sich die Piste als Schmankerl über eine felsige Hügellandschaft, bevor im Camp Ongiin Nuuts die letzte Sonderprüfung des Tages ansteht: Das Zweipersonenzelt aufbauen, zwei Teammitglieder müssen hinein- und wieder herausklettern, dann abbauen und wieder verpacken – auf Zeit, versteht sich. Die große Überraschung dabei: Die Mädels vom Team Europa und Afrika schlagen unter großem Applaus allen Männerteams ein Schnippchen und sind die Schnellsten.

Auch am nächsten Tag gibt es bei der abendlichen Ergebnisverkündung ein gleichberechtigendes Novum: Das andere Damenteam aus den USA und Australien kann sogar die gesamte Tageswertung für sich entscheiden! Und wie es sich gehört, belohnen die anderen Teams diese Leistung mit großem Beifall statt mit langen Gesichtern.



Am sechsten Tag machen die Natur und das Leben in einem unterentwickelten Staat der GS Trophy einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Infolge der in der Mongolei heftig ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche dürfen die Motorräder einen abgesperrten Quarantäne-Bereich nicht befahren, die Gefahr einer weiteren Verbreitung der Seuche wäre zu groß. Trotzdem finden die Macher auf der Alternativroute die Gelegenheit zu einer unerwarteten SP-Variante: Beim einzeln zu durchfahrenden Trialparcours durch einen Uferwald kommt es nicht auf die schnellste Zeit, sondern die geringste Abweichung zwischen allen Teammitgliedern an. Keine leichte Aufgabe, die das Team Germany mit Uhren am Lenker clever lösen kann.

Am nächsten Tag merkt jeder der inzwischen doch recht müden Gesellen, dass es wieder in Richtung Hauptstadt geht. Von einem Bergsattel führt die Piste wunderbar geschwungen durch eine weite Ebene, bevor die Fahrt durch Täler zwischen felsigen Bergkämmen und vorbei an tiefgrünen Weiden führt. Auch wasserführende Flussläufe werden gequert, bevor die bereits erwähnte Shell Challenge den Prüfungshöhepunkt darstellt. 



Auf der letzten Etappe mit ihren 299 Kilometern haben die Organisatoren noch einmal alles komprimiert, was den Reiz der Mongolei ausmacht: Sandige Pisten, weite Ebenen und Schotterpfade, die vor der intensiven Abschlussprüfung ein wohlschmeckendes GS-Trophy-Dessert kredenzen. Abseits der adrenalinerfüllten Special Stages haben die faszinierenden Reize der einsamen mongolischen Welt alle in ihren Bann geschlagen – nicht nur die aktiven Trophy-Teilnehmer, genauso beeindruckt sind die Marshals, die jeden Tag zwei Teams anführen dürfen, und überhaupt alle, die hier mitfahren, vom Doktor bis zum Videomann.

Dass letzten Endes Team Südafrika den Erfolg der letzten Ausgabe in Thailand wiederholen darf und das Team Germany sich mit Platz acht achtbar schlägt, ist für die Mongolei-Teilnehmer zweitrangig: Für mich als Trophy-Teilnehmer war der Spaß am Motorradfahren in einer solchen Landschaft einfach grandios. Bei überwältigendem GS-Spirit mit Teamarbeit, Spaß und Kameradschaft – egal, aus welchem Land wir kommen, welche Sprache wir sprechen und welche Hautfarbe wir haben.

Hier geht's zu den täglichen Videos der GS-Trophy 2018.
 

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Stand:14 November 2018 12:11:37/reiseberichte/bmw+gs+trophy+mongolei+2018+-+teamwork+im+nirgendwo_18824.html