Die schönsten Alpentouren Teil 6 – Nockberge/Kärnten

07.12.2011  |  Text: Heinz E. Studt  |   Bilder: Heinz E. Studt
Die schönsten Alpentouren Teil 6 – Nockberge/Kärnten Die schönsten Alpentouren Teil 6 – Nockberge/Kärnten Die schönsten Alpentouren Teil 6 – Nockberge/Kärnten Die schönsten Alpentouren Teil 6 – Nockberge/Kärnten Die schönsten Alpentouren Teil 6 – Nockberge/Kärnten Die schönsten Alpentouren Teil 6 – Nockberge/Kärnten Die schönsten Alpentouren Teil 6 – Nockberge/Kärnten Die schönsten Alpentouren Teil 6 – Nockberge/Kärnten Die schönsten Alpentouren Teil 6 – Nockberge/Kärnten
Die schönsten Alpentouren Teil 6 – Nockberge/Kärnten
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Kärnten ist ein Motorradparadies der Extraklasse. Und die Nockberge sind das atemberaubende Kernstück, das Herz dieser Region. Wir präsentieren Ihnen drei Tagestouren mit jeder Menge Sightseeing sowie Hotelempfehlungen und Einkehrtipps. Die GPS-Daten dazu stehen auf unserer Homepage.
Kärntens Ruf als Motorrad-Paradies ist fast schon legendär, die landschaftliche Vielfalt reicht von sonnenverwöhnten Seen bis zum höchsten Berg Österreichs, dem Großglockner. Das geografische Herzstück Kärntens sind allerdings die Nockberge, deren Name von den unzähligen sanften Hügeln entstammen soll, die den Betrachter sofort an diese herrlichen österreichischen Mehlspeisen erinnern: jene „Nock’n“ oder „Nockerln“, die es in vielen Variationen gibt.

Bereits 1950 gab es Pläne für eine Panorama-Höhenstraße durch diese damals menschenleere Gegend, doch erst 1970 begann man mit dem Bau der Nockalmstraße, die heutzutage ähnlich perfekt auf Motorradfahrers Bedürfnisse abgestimmt ist wie die Großglockner-Hochalpenstraße. Aber auch im Umland der „Nock’n“ wartet alpines Kurvenvergnügen auf uns – auf geht’s zum fröhlichen „Nockerln“ ...

Tourenstandort: Bad Kleinkirchheim oder Radenthein
An der Südflanke der Nockberge liegt das bekannte Heilbad Bad Kleinkirchheim. Der Sage nach sollen bayerische Siedler bereits im 11. Jahrhundert dort gekurt haben, aber erst im 17. Jahrhundert kam der Badebetrieb richtig in Schwung. Heute ist Bad Kleinkirchheim eine beliebte Kärntner Urlaubsdestination, deren warme Quellen auch Bikers Muskulatur nach einem langen Tag im Sattel von allerlei Verspannungen befreien können.
  
Radenthein ist der beschauliche Alter nativstandort wenige Kilometer westlich. Als eine der einstmals wichtigsten Erzverarbeitungsstätten Kärntens hat der Ort mit dem „Türkhaus“, dem „Granatium“, dem Magnesitwerk und zahlreichen weiteren historischen Bauwerken eine spannende Geschichte zu erzählen. Und nur einen Katzensprung entfernt liegt der Millstätter See, einer der sonnenverwöhntesten Seen Österreichs, dessen Uferstraße wir uns auf Tour 1 abschnittsweise gönnen werden. Und die Goldeck-Panoramastraße im Süden des Sees ist eine ideale Ergänzung zu dem hier geschilderten Programm. Bleiben Sie doch einfach einige Tage länger am Fuß der Nockberge im Herzen Kärntens – langweilig wird’s bestimmt nicht ...

Unsere Hotelempfehlungen:
  • Hotel Trattlerhof, Gegendtalerweg 1, A-9546 Bad Kleinkirchheim, Tel.: +43 (0)42 40-81 72,  www.trattlerhof.at  
  • Restaurant-Hotel Metzgerwirt, Hauptstraße 22, A-9545 Radenthein, Tel.: +43 (0)42 46-20 52 , www.metzgerwirt.co.at   
  • Ferienhotel Trattnig, Seestraße 66, A-9873 Döbriach / Millstätter See, Tel.: +43 (0)42 46-77 19 , www.hotel-trattnog.com   

Die beste Reisezeit für Biker: Ende April bis Ende Oktober.  
 


Tour 1: Zur Sache, Biker
Als „Warm-up“ gönnen wir uns erst einmal das Nordufer des Millstätter Sees und dessen Ortschaften in herrlicher Aussichtslage. Da lockt so manches Café, gönnen Sie sich doch einen „Großen Braunen“, einen „Konsul“ oder „Kapuziner“. So viel Zeit muss sein. Über Seeboden und die Burg Sommeregg folgen wir der Straße nach Gmünd in Kärnten und dort links ab den Wegweisern zum Maltatal mit seiner atemberaubenden Hochalmstraße. Das „Tal der Wasserfälle“ wird das Maltatal auch gerne genannt, denn in keiner anderen Region Kärntens sind mehr Wasserfälle auf engstem Raum zu erleben. Die mautpflichtige (Motorrad € 9,–) und äußerst panoramareiche Hochalmstraße führt zu den schönsten Aussichtspunkten auf diese Urgewalten der Natur. Kühn geschwungen geht es anschließend durch historische Naturstein-Tunnels hinauf zur mächtigen Kölnbrein-Staumauer, zu einem der beliebtesten Bikertreffs der Region direkt am kreisrunden Turm des hoch aufragenden Berghotels Malta. Tipp: Die freigegebene Kiespiste unterhalb des Hotels führt noch weiter in die Gipfelwelten der Hohen Tauern zum idyllischen Kölnbreinstüberl mit Almwirtschaft und leckerer Jausenkarte. 

Links der gewaltigen Tauernautobahn geht es dann gen Norden, über Kremsbrücke erreichen wir bei Innerkrems nachmittags den Nordeinstieg zum zweiten Höhepunkt des heutigen Tages: die „Nockalmstraße“. Deren mautpflichtige Kurven und Kehren (Motorrad € 8,–, interessante Kombitickets!) führen uns dann in ungezählten Schräglagen und mit prächtigen Ausblicken auf die sanft geschwungenen Nockberge ganz allmählich retour zum Ausgangspunkt. 35 Kilometer Kurvengemenge vom Feinsten inmitten einer weitgehend unberührten Natur – hier ist es so schön, dass wir auf jeden Fall nochmals wiederkommen werden. Gleich morgen und in umgekehrter Fahrtrichtung – wenn Sie mögen. Das passende 30-Tage-Ticket dafür kostet übrigens € 15,–.

Und falls der Tag noch ein paar Sonnenstunden für Sie bereithält, empfehle ich kurz hinter Ebene Reichenau den Abstecher rechts hinauf zum Falkertsee auf knapp 1.900 Höhenmetern. Ein paradiesisch gelegener Hochgebirgssee, in dem trotz seiner eher geringen Größe und Tiefe immerhin fünf Fischarten leben sollen – inklusive Bachforelle. Die gibt es vielleicht sogar zum Tagesausklang lecker zubereitet in einem der Restaurants rund um den See. Aber auch zu den kulinarischen Genüssen unseres Ausgangsortes ist es nun nicht mehr weit.

Tour 1 im Überblick
Streckenlänge: 185 km
Reine Fahrtzeit: 4 bis 5 h 
Anzahl Pässe: 3
Anzahl Kehren: 65
Höchster Punkt: 2.085 m 
Schwierigkeit: leicht bis mittel
 


Tour 2: Nix als Nockerln
Auf Tour 1 haben wir einen ersten Vorgeschmack auf die Nockberge bekommen. Heute erkunden wir sie ganz ­intensiv. Und da die Tour mit 150 Kilometern nicht allzu lang ist, haben wir genügend Zeit zur Einkehr in den Bergen. Oder auch zu einem herrlichen hochalpinen Picknick. Deshalb lautet unser Tipp: Gleich am Frühstücksbüffet an die Verpflegung denken. Dann geht es über Mitterdorf und Ebene Reichenau zum Südeinstieg der Nockalmstraße. Haben Sie gestern das 30-Tages-Ticket gelöst, dann sparen Sie heute bereits den ersten Euro Maut. Und jetzt heißt es, Knie an den Tank, der Tanz der Kehren und Kurven kann beginnen. Für viele Biker gehört die 35 Kilometer lange Panoramastraße mit zu den schönsten des gesamten Alpenraumes. Und mit ihren Abstechern – zum Beispiel zur ausgeschilderten Zechner Alm am Ende eines Hochtales – sowie Bikertreffs bietet sie eine prächtige Spielwiese für einen langen Tag in den Alpen. 

Doch dem nicht genug: Anschließend düsen wir weiter auf landschaftlich schönen Strecken zu einer Stippvisite hinüber ins angrenzende Lungau im Salzburger Land. Über Sankt Margarethen im Lungau geht es nach Tamsweg. Hier treffen drei ausgewiesene Bikerparadiese zusammen – das Salzburger Land, die Steiermark und Kärnten. Tamsweg, im 15. Jahrhundert ein berühmter Wallfahrtsort, geriet im Mittelalter zwischen zahlreiche Fronten, hat sich aber heutzutage zu einem touristischen Geheimtipp gemausert.

Via Ramingstein und Predlitz erreichen wir dann die Nordrampe der Pass-Straße über die Turracher Höhe. Zahlreiche Rechts-Links-Kombinationen begeistern auf dem Weg zum höchsten Punkt des Passes auf gut 1.760 m inmitten eines alpinen Hochplateaus. Geschmückt mit drei unergründlichen Bergseen ­inmitten der größten Zirbenwälder Österreichs, ist die Turracher Höhe auch ein Geheimtipp für Motorradfahrer. Denn ihre Zufahrten sind in weiten Teilen gut ausgebaut, besitzen aber mit satten Steigungen auch ihre Herausforderungen. Ja, die Turracher Höhe zählt sogar zu den steilsten Straßenpässen des Landes. Geben wir unse­rem Bike auf dem abendlichen Heimweg bergab die „Zügel lang“ und pendeln entspannt ­hinunter nach Bad Kleinkirchheim. Das ist Abwechslung im Mopedsattel ...

Tour 2 im Überblick
Streckenlänge: 150 km
Reine Fahrtzeit: 4 h 
Anzahl Pässe: 4
Anzahl Kehren: 58
Höchster Punkt: 2.050 m 
Schwierigkeit: leicht
 


Tour 3: Kärnten-Panorama satt
Auch die gut ausgebaute Straße hinauf zur Turracher Höhe gönnen wir uns heute ein zweites Mal, diesmal von Süden, und schwingen dann über die Flattnitzer Höhe zu zwei der schönsten Aussichtsberge Kärntens. Und spätestens nach dieser Runde werden auch Sie genügend Argumente 
im Topcase haben, um bald wieder zu kommen. Geschwind huschen wir frühmorgens hinauf zur Turracher Höhe mit ihren malerisch gelegenen Bergseen und anschließend hinab in den Lungau im Drei-Bundesländer-Eck. In Stadl an der Mur zweigt unser weiterer Weg hinauf zur Flattnitzer Höhe rechts ab. Sie ist mit gut 1.450 Höhenmetern bei Kärntner Bikern deshalb sehr beliebt, da ihre gut ausgebaute Zufahrtsstraße es immer wieder erlaubt, mit ordentlich Speed den Scheitelpunkt zu erklimmen. Die Passhöhe dominieren einige Hotels und Gasthöfe, die sich für einen spontanen Boxenstopp immer empfehlen. 

Durch weite Almlandschaften geht es anschließend via Gurktal zum nächsten Höhepunkt dieser Tour – dem Bergparadies rund um die Hochrindl Almenregion. Die sanften Hügel der nahen Nockberge bilden das Panorama für gemütliche Einkehrschwünge in den Berggasthöfen dort oben am Hochrindl, der übrigens von Greenpeace mit dem Klimaschutzpreis ausgezeichnet wurde. Echtes Kontrastprogramm bietet wenige Kilometer weiter dann die Stadt Feldkirchen. Deren Wurzeln reichen bis zu den Kelten, Römern und Germanen zurück. Direkt aus dem Mittelalter berichten heute noch Feldkirchner Bauwerke wie der Bamberger Amthof, die Burg Dietrichstein und das Schloss Lang.

Richtung Ossiacher See geht es zum letzten Abschnitt der Tour, dem drittgrößten See Kärntens. Idyllisch eingebettet zwischen waldreichen Hügeln ist der See selbst zur Sommerzeit kaum jemals touristisch überlaufen. So wie die Gerlitzen Alpenstraße, unsere letzte fahrerische Herausfor­derung für heute. In engen, rollsplittverseuchten Kehren schraubt sich die mautpflichtige Alpenstraße (€ 8,–) bis ­hinauf zu ­ihrem höchsten Punkt auf 1.765 m. 28 Kilo­meter lang ist der Abstecher auf einen 
der schönsten Aussichtsberge Kärntens. Tipp: Nicht nur ein Sundowner auf der Gerlitzen­alpe hat ­etwas, auch der Sonnenaufgang am anderen Morgen ist wunderschön. Um den zu genießen, können Sie auf der Gerlitzen­alpe auch übernachten.

Tour 3 im Überblick
Streckenlänge: 210 km
Reine Fahrtzeit: 5 h 
Anzahl Pässe: 4
Anzahl Kehren: 39
Höchster Punkt: 1.850 m 
Schwierigkeit: leicht bis mittel
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Stand:09 April 2020 23:04:50/reiseberichte/die+schoensten+alpentouren+teil+6+-+nockbergekaernten_178.html Warning: fopen(cache/46ef77b5240cebc7782e8cda4a8750ce.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163