Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft

29.06.2018  |  Text: Lucia Prokasky  |   Bilder: Lucia Prokasky, Hotel Vineus Tramin
Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft
Motorradtour Dolomiten Teil 1 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft
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54 Lebensjahre trennen meinen Opa und mich. Aber uns vereint etwas viel Wichtigeres: die Leidenschaft zum Motorrad. Das Gen hat aber keine Generation übersprungen, auch meine Eltern tragen es im Blut. Welcher Cocktail rauskommt, wenn sich eine Familie zur gemeinsamen Tour durch die Dolomiten aufmacht, das lest und seht ihr hier
Massiv ragen sie in den Himmel empor, durchstoßen die Wolkendecke und trotzen allen Winden. In der Abendsonne reflektiert der kalte Stein das warme Goldorange. Die Dolomiten. Ein magischer Ort, der ganzjährig und seit Jahrhunderten uns Menschen fasziniert und anzieht. Auch Motorradfahrer fühlen sich in der alpinen Gebirgsgruppe wohl: Kurven, zahllose Pässe und Tourenmöglichkeiten, eine Kultur im Einklang mit der Natur und gutes Essen.



Genügend Gründe für meine Familie und mich, um die Mopeds zu satteln und in die norditalienische Region zu fahren – nach Südtirol, um korrekt zu bleiben. Drei Generationen haben sich bei vier Leuten angehäuft: mein Vater Gerhard, 57, auf seiner Super Duke, meine Mutter Susi, 55, auf ihrer R nineT, deren Vater und mein Großvater Gerd, 81, auf seiner MT-07 und ich selbst, Lucia, 27, auf einer Monster 797. 



Wir starten am Fuße der nördlichen Dolomiten, zwischen dem Eisack- und dem Pustertal. Genauer: In Natz beginnt die Reise im Hotel Jonathan. Kaum angekommen packt uns die Idylle, schüttelt uns den Großstadtwahnsinn von den Schultern und tätschelt uns die Helme: „Es ist alles gut, ihr seid jetzt endlich hier.“ Was ein friedliches Plätzchen Erde: Weinreben, Apfelbäume, sanfte Berghänge, die in senkrechte Steilwände übergehen, die Vögel zwitschern und die Luft riecht nach Heuschnupfen. Die Besitzer des Hotels haben eine geschickte Mischung aus Tradition und Moderne hinbekommen, großzügig und doch gemütlich. Für den schmalen Geldbeutel ist es eher ungeeignet, aber wer sich etwas gönnen möchte, sollte zumindest seine Reise von hier starten, denn es ist wirklich traumhaft schön.

Ein gutes Stück weiter südlich geht’s am nächsten Tag vom Garni-Hotel Vineus Tramin (siehe Bild untenstehend) den ersten Pass hinauf, den Mendelpass. Warum? Nicht etwa weil er auf unserer Strecke Richtung Transacqua liegt – nein, er soll einfach schön und ein „Must-do“ sein. „Na, des müssts schon mal g’macht hoabn“, heißt es vom hilfsbereiten Hotelier. Aye, aye, Käpt’n! Fünfzehn Kehren später steht meine Baggage auf dem Mendelpass. Leider geht’s für uns heute nur die gleiche Strecke retour, die andere Abfahrt wäre ein zu großer Umweg.

Tramin. Rechts am Hang liegt das Hotel Vineus Tramin

Mit einer Passhöhe von über 1350 Metern ist er nicht unbedingt der höchste seiner Art, gehört aber zu den bekanntesten unter Motorradfahrern. Freudenschreie löst er bei mir allerdings nicht aus. Viel Tourismus macht oft die Schönheit einer Attraktion kaputt – meiner Meinung nach. Weiter geht’s. Sensationsgeil, wie junge Leute heute so sind, warte ich noch auf den „Aha-Moment“ des Tages. 

Den Mendelpass hinauf

Einige Kilometer später soll ich ihn bekommen: der Rolle-Pass. An den glasig-glänzenden Augen meiner Familie sehe ich, dass sie genauso viel Spaß hatten wie ich. Blinzeln bleibt hier aus, gucken oder besser glotzen wird zur Priorität. Der Pass ist atemberaubend: toller Asphalt, abwechselnd mal mit Aussicht ins Tal, mal auf die massiven Berge, gefolgt von Teilstrecken mitten durch den Wald. Und genauso abwechslungsreich ist die Straßenführung. Von Steilkehren bis hin zu schwungvollen Wechselkurven ist alles dabei. Wie es weiter geht, lest ihr in "Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft".

Wir sind nicht von gestern. Nur manchmal.
TEIL 1 – Strecke 

Länge: 262 Kilometer
MoHo Motorrad Hotels: Hotel Jonathan, Hotel Vineus Tramin
Besonderheiten: Eisack-, Puster- und Villnößtal, Kalterer-See, Mendelpass, Lugano-Pass, Rolle-Pass

Was wir beim nächsten Mal anders machen würden:
Vorausgesetzt wir hätten einen Tag mehr Zeit, dann würden wir von Schabs/Natz nördlich zurück Richtung Sterzing fahren. Von dort aus über den Jaufenpass nach Meran. Meine Eltern waren schon dort und empfehlen es wärmstens.

Aber Vorsicht: In den Sommermonaten regnet es dort gern mal.  Richtung Bozen kann man danach über das Möltner Joch fahren. Alternativ kann aber auch das Pensertal gewählt werden, eine der Lieblingsstrecken von Carsten. Wer Carsten ist? Das lest ihr in TEIL 2 – Dolomiten „Eine Drei-Generationen-Familientour“.

Hier geht's zum kostenfreien Download der GPS-Daten unserer Tour.
TEIL 1 – Zweite Meinung 
(Opa) Gerd, 81 Jahre jung, Yamaha MT-07

Der Blutgeber

Grundsätzlich war die Tour durch die Dolomiten für mich eine geile Geschichte! Ich wüsste keinen Grund, etwas Negatives zu berichten. Zwar habe ich jetzt einen gepflegten Muskelkater und an der Unterseite meines rechten Oberschenkels einen gewaltigen blauen Fleck, kann das aber nicht der Tour anlasten, sondern vielmehr meiner Dusseligkeit. Ich stand parallel zum stark gewölbten Fahrbahnrand und versuchte mit meinem rechten Fuß Bodenkontakt zu bekommen. Dabei neigte ich meine MT-07 offensichtlich zu stark, sodass meine 81 Jahre alten Muskeln das Krad nicht mehr halten konnten und ich zum Ausruhen den Bodenkontakt suchte. Positiv: Tochter und Enkelin befreiten mich aus meiner misslichen Lage.

Eine wunderbare Erfahrung für mich waren die Straßen, die im Großen und Ganzen in gutem Zustand waren. Natürlich gab es hier und da eine Baustelle, was aber meine Freude an dieser Fahrt nicht schmälern konnte. Ich wusste ohnehin nicht, wo wir uns befanden, wo wir fuhren. Ich war nämlich der Gebirgslehrling, der seinem Schwiegersohn immer dicht am Hinterreifen hing. Auf diese Weise bekam ich mehr und mehr Vertrauen zu der Haftfähigkeit meiner Reifen. Obendrein habe ich dabei gelernt, wie man Spitzkehren fährt. Als Flachland-Tiroler lernt man auf diese Weise recht schnell die Gebirgsfahrerei. 

Beeindruckend waren auch die Hotels beziehungsweise Gasthöfe, in denen wir nächtigten. Überall wurden wir zuvorkommend und freundlich behandelt. Wenn es mir beschieden sein sollte, noch ein paar Jährchen auf diesem Planeten mit meinem Moped Furcht und Schrecken zu verbreiten, würde ich mir wünschen, noch einmal eine derart großartige Tour zu machen.
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Stand:16 December 2018 02:11:26/reiseberichte/dolomiten+-+drei+generationen+eine+leidenschaft+eine+tour+_18627.html