Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft

01.07.2018  |  Text: Lucia Prokasky  |   Bilder: Lucia Prokasky, Helmut Rier
Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft
Motorradtour Dolomiten Teil 2 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft
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Zur Erinnerung: Mit ingesamt vier Mann und 220 angesammelten Lebensjahren donnern mein Opa, Mutter, Vater und ich durch die Dolomiten. Mein 81-jähriger Opa hat dafür nicht etwa einen Rollator gewählt, sondern seine neue Yamaha MT-07. Eine Familie, eine Leidenschaft, eine Tour
Im Canali-Tal laufen wir vier glückselig im MoHo - Motorrad Hotel Castel Pietra ein. Wir sind gerade den Rolle-Pass gefahren und alle ziemlich „in love“, wie man das heute so sagt. Ich würde euch gern noch etwas vorschwärmen, aber mir gehen langsam die Worte aus: mega, cool, großartig, einfach geil – fahrt verdammt noch mal den Rolle-Pass!



Zurück zum Hotel. Die Zimmer sind großzügig, das Bett im Einzelzimmer so breit, dass ich diesmal nicht hinausfalle. Gute Sache. Frau Renzo, die Dame des Hauses, nimmt sich am nächsten Morgen Zeit für uns. Sie gibt uns einen Einblick in die so unverkorkste Kultur der Region, sodass ich mir wünsche, im nächsten Leben hier das Licht der Welt zu erblicken. „Wir versuchen das Beste für das eigene Sein zu geben, das sollte ja eigentlich das Richtige sein“, formuliert sie und kichert dabei. Als hätte ich eine so selbsterklärende Frage gestellt. Ich wollte wissen, weshalb die Atmosphäre dieser Region so harmonisch und friedlich ist. Wo sich bei uns Fast-Food-Restaurants aneinanderreihen, sind es hier die Sportläden. Statt griesgrämigem Gesicht und Burger gibt’s hier ein freundliches „Salve“ bei Südtiroler Speck und Käse. Nicht etwa importiert aus Spanien und Holland, nein, direkt vom Bauern nebenan. Die Luft ist nicht verpestet, auch wenn sich mittlerweile doch recht viele Motorradfahrer hier tummeln. Aber die Natur herrscht vor – wenn der Berg kein weiteres Grundstück zulässt, muss woanders gebaut werden, so scheint es. Hochhäuser, Plattenbauten oder arme Wohnviertel: Was war das gleich? Ich schweife ab. Der Babybüffel, oder was auch immer dieses niedliche Wuschelhaar-Tier auf dem anderen Grundstück ist, holt mich wieder ins Gespräch.



Also frage ich Frau Renzo warum sich die Dolomiten, abgesehen vom Offensichtlichen, besonders für Motorradfahrer eignen und was sie als Einheimische empfehlen würde.  „Nach dem Aufstehen kann man auf den Balkon gehen. Und wenn hier gerade nicht die Sonne scheint, kann man zur Adria fahren, dort ist dann tolles Wetter. Oder Richtung Gardasee, Monte Grappa bei Vasano, nach Tramon oder doch lieber tiefer hinein in die Berge – hinter jedem Berg herrscht ein anderes Wetter. Und sollte das Motorradl doch mal einen Tag stehen bleiben, können unsere Gäste mit Bus und Zug einen Tagesausflug nach Venedig machen.“



Sie gibt uns noch einen weiteren Tipp mit auf den Weg und so landen wir an einem kleinen See mitten im Wald, am Lago Welsperg. Zwar sind wir erst losgefahren, aber wir sind in Italien und ein Espresso geht doch irgendwie immer. Zumal sich die Dolomiten so schön im Wasser spiegeln. Ein Phänomen unter Bikern: Wenn irgendwo ein paar Mopeds stehen, dauert es nicht lange und sie ziehen weitere magisch an. Gesagt – passiert. Einen halben Espresso später sitzt Carsten bei uns am Tisch. Ein verrückter Hund und waschechter Motorradfahrer. Seit über 27 Jahren poliert er die Straßen der Dolomiten und überall sonst, wo Berge herumstehen. Der Super-Duke-Fahrer kennt jeden Pass in den Dolomiten, all deren Kurven, die Farbe und Beschaffenheit des Asphalts, geheime Rennstrecken der Einheimischen und die schönsten Ausblicke. So viel Informationen, dass sie für euch hier in Teil 3 gesondert aufgelistet sind – danke an dieser Stelle um deine Erfahrung, Carsten!



Am gleichen Tag noch spulen wir einige Pässe ab: Den Cereda-, Duran- und Staulanza-Pass, fahren durch Colle Santa Lucia (das MUSS ich namensbedingt erwähnen, auch wenn es kein Highlight war), den Fedaia-Pass unterhalb der Sellagruppe, den Karerpass vorbei am Karersee und letztlich noch den Niger-Pass. Das macht fünf Pässe und satte zehn Stunden „on the track“. Wer sich nun fragt, wie man so lange dafür brauchen kann: Während des ganzen Tages halte ich meine Mitreiter im 20-Minutentakt an und jage sie die Kurven auf und ab. Schließlich müssen Fotos mit nach Hause gebracht werden. Warum ich das erwähne? Weil der alte Mann meines Blutes auf der MT-07 eine gehörige Portion Respekt verdient hat. Mit 81 Jahren wird da schon mal eine Zimmerkarte verbummelt, auch mal die Orientierung verloren oder ein kleines Missgeschick mit einem Umfaller auf unebenem Schottergrund – aber der Opa klebt mir heute den ganzen Tag am Arsch. Der Blick in den Rückspiegel verrät seine Leidenschaft für Geschwindigkeit. Wie es weitergeht, lest ihr in "Motorradtour Dolomiten Teil 3 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft".


TEIL 2 – Strecke

Länge: 180 Kilometer
MoHo Motorrad Hotels: Hotel Castel Pietra
Besonderheiten: Welsperg-See, Cereda-, Duran-, Staulanza-, Fedaia-, Karer- und Nigerpass, Karersee

Was wir beim nächsten Mal anders machen würden:
Wir hätten gern etwas mehr Zeit für den Karersee gehabt. Der war beim Vorbeifahren wunderschön, aber das Wetter ist gekippt und wir wollten endlich ankommen. Mit Blick auf die Latemargruppe und den Rosengarten können wir uns aber vorstellen dort ein paar Stunden zu verbringen. Außerdem planen wir beim nächsten Mal einen Extratag für die Sella-Gruppe ein (an einem Wochentag).



Hier geht's zum kostenfreien Download der GPS-Daten unserer Tour.
TEIL 2 – Interview Carsten



Wie viel Kilometer bist du in deinem Leben bereits Motorrad gefahren?
Knapp 500 000 Kilometer – aber ich kann es immer noch nicht lassen.

Anmerkung der Redaktion: Einmal um die Welt entlang des Äquators sind rund 40 000 Kilometer. Das bedeutet Carsten hat bereits 12,5 Mal die Welt umrundet.

Seit wann fährst du Motorrad und seit wann die Super Duke?
Ich fahre seit 1990 und seit August 2017 die Super Duke.

Bist du zufrieden mit der Super Duke, was macht sie für dich aus?
Die Duke ist ein gutes Bike, aber KTM hat sich mit der Fahrwerksabstimmung absolut nicht mit Ruhm bekleckert. Die Gabel hat das unsensibelste Ansprechverhalten, das ich überhaupt kenne, aber es scheint, als würden es Spezialisten für rund 300 Euro umbauen. Aber das müsste nicht sein, da sollte KTM den Kunden nicht so hängen lassen. !

Der Motor ist ’ne Wucht, wobei ich die Laufruhe eines Vierzylinders doch sehr schätze und ich eventuell auch mal die S 1000 R oder RSV4 Touno probieren werde.

Aber das Bike ist ’ne Macht auf engen Straßen, wo du Punch aus den Ecken brauchst. Ich fahre sie halt dann immer ohne Traktionskontrolle MTC, dann ist sie mega. Mit MTC regelt sie einfach zu früh und regelt bei kleinsten Wheelies ständig grobmotorisch runter.

Wann warst du das erste Mal in den Dolomiten?
Das erste Mal im Jahre 1988 als Sozius bei meinem Bruder, dann mit meinem ersten Motorrad – einer Bandit 400 im Jahre 1990.

Wie oft warst du schon in etwa dort?
Circa einmal pro Jahr, also so circa 20–25 Mal insgesamt.

Was zieht dich immer wieder hin?
Die Aussicht, die Berge (ich fliege auch Gleitschirm in den Dolomiten) und auch die Nähe. Ich muss wenig Autobahn fahren, bin in neunzig Minuten in Füssen und kann dann übers Tannheimer Tal ins Inntal rüber und wahlweise entweder über den Brenner- oder Reschenpass auf die Alpensüdseite fahren.

Dolomiten-Tipps von Carsten
In "Motorradtour Dolomiten Teil 3 – drei Generationen, eine Familie, eine Leidenschaft" gibt es alle Tipps rund um die Dolomiten von Carsten.
TEIL 2 – Zweite Meinung
(Mutter) Susi, 55 Jahre, BMW R nineT



Von den Pässen hat mir am besten der Rolle-Pass gefallen. Der war einfach traumhaft zu fahren und ich wäre ihn am liebsten noch mal hoch- und runtergedonnert. Am Mendelpass ist mir zu viel los, auch wenn die Straßen breit und gut ausgebaut sind. Allgemein habe ich wenig auf die Namen der Pässe geachtet. Ich habe die Gegenden und verschiedenen Strecken einfach nur genossen und bin zufrieden als Lumpensammler hinter der Familie hergefahren.

Einen guten Tipp für ein schönes Picknick oder für eine kleine Pause habe ich allerdings: Der Welsperg-See oder der kleine See unterhalb der Drei Zinnen. Diese beiden Orte sind super idyllisch und eignen sich hervorragend, um sich ein bisschen Zeit für die Berge zu nehmen.

Wenn wir etwas mehr Zeit gehabt hätten, wäre ich auch gern auf dem Toblacher See Tretboot gefahren. Aber der Eiskaffee im Lokal am See hat zu lange für die Zubereitung gebraucht – immerhin war er lecker. Wer dort ein wenig verweilen möchte: Dort gibt es auch einen Campingplatz! Ein wunderschöner Ort ist Tramin. Die Altstadt hat tolle Lokale und natürlich ist der Wein ein Knaller. Das Restaurant „Kastelaz Keller“ ist auf den ersten Blick total unscheinbar, das Essen allerdings ist extrem gut und unser Geheimtipp.
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Stand:10 December 2018 08:36:17/reiseberichte/motorradtour+dolomiten+teil+2+-+drei+generationen+eine+familie+eine+leidenschaft_18628.html