Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes

30.08.2018  |  Text und Bilder: Lucia Prokasky  |  
Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes
Videodreh mit Wunderlich – Behind the scenes
Alle Bilder »
Einmal hinter die Kulissen schauen. Wie genau machen die nur immer diese schönen Bilder und Videos? Ich darf Wunderlich beim Dreh ihres neuen Kurzfilms begleiten und nehme euch mit auf Tour: Behind the scenes – Wunderliche Szenen
Panik steigt in mir auf. Ich schaue durch die Scheibe und will nicht wahrhaben, was ich da sehe. Fluchtmöglichkeiten gibt’s keine. Während ich alle Optionen abwäge, kramen meine Hände hektisch nach der Kamera. „Klick“ – das Beweisfoto ist geschossen. „What a beautiful sundown“, singt die Stimme im Abteil neben mir. Ja, prima, denke ich, aber fällt denen denn auch auf, dass der Zug aus dem schönsten Wetter mitten hinein in die schwarze Suppe fährt? Die Wolken verdichten sich, je näher ich meinem Ziel komme: Garmisch-Partenkirchen. Von hier aus startet Wunderlich den zweitägigen Dreh für seinen neuen Kurzfilm. 

Mit dabei sind Sven, ein Wunderlich-Mann und Verantwortlicher für den Dreh, Ben, Sascha, Isy, Jenny und ich selbst. Der Fuhrpark in der Reihenfolge der Personen: S 1000 XR, R 1200 GS LC Rallye, R 1200 GS LC Adv, K 1600 B, G 310 GS und R 1200 RS. Selbstverständlich sind alle bis zum Anschlag mit dem Zubehör des BMW-Spezialisten versehen.



Wunderlichs Karma scheint nicht allzu schlecht zu sein, denn noch am selben Abend verziehen sich die finsteren Wolken wieder. Trotzdem schaue ich ihnen böse hinterher, der Schock aus dem Zug sitzt noch. „Bleibt bloß weg“, raune ich und drücke die Daumen, dass uns während der beiden Tage das Wetter gut gesinnt bleibt.

Montag. „Sach ma an Sven, was ist denn jetzt genau der Plan?“, will ich wissen. Er erläutert mir die vage Vorstellung eines Plans mit dem Hinweis, dass die Umsetzung doch meist anders verläuft. Stimmt, so viel Erfahrung habe ich mit Produktionen auch schon gemacht. „Außerdem soll das Video die Freude am Fahren vermitteln, und Spaß lässt sich nicht vorplanen“, recht hat er. Wir satteln auf und ich sitze das erste Mal auf der R 1200 RS. Durch die Sitzbank von Wunderlich ist sie etwas hochbeinig für mich, aber dafür gar nicht mal so ungemütlich. Nach den ersten eingerollten Metern merke ich schnell, dass wir uns in den nächsten Tagen gut verstehen werden, die RS und ich. Nur meine Daumen schlafen bei längeren Strecken ab und zu ein: Der breite Lenker (ebenfalls Wunderlich) lässt zwar ein tolles Handling zu, ist mir aber zu hoch. Zwischenfazit: Mit dem Motorrad komme ich klar und mit den Kollegen noch viel mehr. Ich merke schnell, dass auch Humor an Bord der Wunderlich-Tour ist. Lasset die Spiele beginnen!



Die erste Szene spielt sich wenige Meter nach dem Start ab: Jenny und Ben starten aus einer Garage ihre super spontane Tour. Sven hält mit der Kamera drauf und filmt, ich fotografiere ihn dabei. Später sollen Sascha und ich zu den beiden stoßen und ganz zufällig treffen wir dann auf Isy mit seinem dicken Bagger. So viel zum Plan. Da sind wir aber noch lange nicht, denn allein die Szene in der Garage umfasst drei Anläufe. „Bitte gleichzeitig aufsteigen und im selben Moment die Motoren starten“, sagt Sven an. Nächster Versuch. „Und wenn’s geht, das Ganze jetzt noch mit ein bisschen mehr Freude im Gesicht.“ Dritter Versuch. Ich stehe mittlerweile hinter Sven und gebe Ben und Jenny Handsignale, damit die Szene möglichst synchron abläuft.

„Passt, perfekt!“, Sven bedankt sich noch bei den freundlichen Garagen-zur-Verfügung-Stellern und wir brummen von dannen. Wir haben zweihundert Kilometer Strecke zu machen bis zu unserem Zielort in der Nähe von Zell am See in Österreich und dabei wollen wir heute noch ein Gros der Produktion im Kasten haben. Optimistisch, aber Sven ist guter Dinge. Während der Fahrt lässt er immer mal wieder die GoPro mitlaufen und wir kommen gut voran. Wobei „gut“ im Sinne geschwindigkeitsbegrenzter österreichischer Straßen schon arg freundlich formuliert ist. Tatsächlich zieht es sich wie Kaugummi (aber wie so einer aus dem Automat auf der Straße, von damals).



Kurzer Stopp. Ich bin beruhigt, weil auch den Rest der Gruppe die Strecke ermüdet hat, und das, obwohl erst Mittag ist. Ein doppelter Espresso sorgt für Abhilfe und weiter geht die Gaudi. Sven voran, er ist ein sehr rücksichtsvoller Vorreiter – ihm im Kuddelmuddel hinterher folgen Jenny, Isy, Ben und ich. Sascha macht den Lumpensammler. Apropos Lumpen: Die uns für den Dreh gestellten Klamotten von Scott sind unfassbar bequem. Hätte ich die Augen zu, könnte ich meinen, ich hätte meinen Pyjama an. Da wir aber Moped fahren, lass ich sie lieber offen – und da kommen wir zum Kernproblem: Meine Kombi ist eine Nummer größer als meine Normalgröße und selten hab ich mich auf dem Krad so unweiblich gefühlt. Gut, dass ich nicht gefilmt werde … haha. Immerhin ist gegen Komfort und Funktion wirklich nichts auszusetzen und die Kombi W's-Summer-VTD ist absolut empfehlenswert.



Am Nachmittag kommen wir im Feriendorf Oberreit an, werfen unsere Sachen ab und weiter geht’s. Pause ist was für Langweiler! Deshalb machen wir erst mal eine. Wahnsinnig viel haben wir zwar noch nicht im Kasten, dafür jetzt aber im Bauch. Gestärkt machen wir uns an die Arbeit: Wir suchen uns ein paar geeignete Stellen und Sven jagt uns die Kurven auf und ab, kauert sich dabei mal hinter einen Brunnen, mal auf eine Mauer. Die Perspektive ist das A und O. Fahren wir einzeln, können wir schwungvoll um die Kurve düsen. Wenn wir aber als Gruppe fahren, muss sich jeder eng an den Vordermann haften, damit alle auf dem Bild sind. Das bedarf einer gewissen Entschleunigung, schließlich wollen wir alle heil bleiben. Schwierig ist es dabei, noch eine gewisse Dynamik in die Aufnahmen zu bekommen. Dazu ist das ständige Wenden beschwerlich, wenn man den Gegenverkehr nicht gut einsehen kann – und, wie ich, kaum mit den Schuhspitzen den Asphalt berührt.



Das Ganze artet richtig in Arbeit aus. Wir wechseln die Kurve und Sven packt die Drohne aus. Ein absolutes Muss in der heutigen Zeit. Ich frage mich, wo er den ganzen technischen Kram nur rauszieht: Ach ja, er hat ja allerlei Wunderlich-Taschen an seinem Motorrad. Gar nicht so verkehrt auf einer Produktion. Das Ende des heutigen Arbeitstages wird erzwungen durch den baldigen Ladenschluss, denn wir müssen noch Material für Grill und Frühstück kaufen. Auch das verstaut sich überraschend gut in den Gepäcksystemen. Spielerisch packt Isy zwanzig Dosen Bier ins Topcase, das schlägt schon fast jeden Smart. Am Abend macht sich Erschöpfung im Team breit. Aber die Runde ist so gesellig, dass wir für ein paar Stunden den Morgen vergessen und einfach Spaß haben.



Einige Stunden später erinnert uns dann aber der beknackte Wecker ziemlich hart daran. MÄÄÄP-MÄÄÄP – die Realität kann mies sein. Dafür haben die Herren der Schöpfung bereits den Frühstückstisch gedeckt – es sind die kleinen Dinge, die das Frauenherz erfreuen. Vor allem morgens: Ich inhaliere den starken Kaffee und komme langsam zu mir. Der zweite Tag ist Abreisetag und wir planen, in der Gegend noch einige Aufnahmen zu machen, bevor es die zweihundert Kilometer wieder zurückgeht. Viel Dreh-Potenzial erwarten wir uns von der Auffahrt zum Großglockner und so nehmen wir die Gebühren von zehn Euro pro Person in Kauf.



Einige Kurven könnte ich am Ende mit verbundenen Augen nachfahren, so oft prügeln wir sie auf und ab. Aber so läuft eine Produktion nun mal und es wird erst gestoppt, wenn der Fotograf oder in diesem Fall Filmer abwinkt. Auf zum nächsten Spot, einmal gefilmt mit der Drohne, einmal mit der Kamera, danach wird noch die GoPro angeworfen. Alles läuft wie am Schnürchen, aber dann soll es passieren. Der Kühler der R 1200 GS LC Rallye streikt: Er dampft, tropft und läuft schließlich komplett aus. Wenn Chaos auf Professionalität trifft, ist man entweder mitten in einer Clown-Show im Cirque du Soleil oder bei einer Produktion der Motorradbranche dabei. Na ja, shit happens: Die Herren wurschteln daran herum, lassen die Maschine abkühlen und fixen letztlich das Krad. Gott sei Dank, denn die Heimfahrt steht an und ich bin sicher, Ben wollte mit nach Hause.



Die Heimfahrt wird nass. Gleich zweimal ergießt sich die Wolkendecke über unseren Köpfen. An dieser Stelle käme normalerweise ein bisschen „Mimimi“, aber im Grunde hatten wir Glück im Unglück. Während der Produktionstage selbst blieb uns das Wetter versöhnlich – vermutlich hatte Petrus meine Warnung am Vorabend der Tour ernst genommen. Wenn ich die Zeit Revue passieren lasse, war es mir eine Ehre und Freude Teil des Drehs gewesen zu sein. Das Team war absolute spitze und die beiden Tage haben Spaß gemacht.


Die Menschen unter den Helmen

Mit „Behind the scenes“ habt ihr einen Eindruck in den Ablauf der Produktion bekommen. Aber wer sind die Persönlichkeiten, die den Spaß am Kradfahren so authentisch rüberbringen? Hier eine kleine Zusammenstellung:

Isy, 37 Jahre, München – K 1600 B



Meine ganze Familie ist damals Motorrad gefahren. Für mich war es mit sechzehn Jahren also naheliegend, dass ich das Familienhobby fortführe. Mein erstes Motorrad war irgendeine selbst zusammengeschusterte 125er. Wir waren in Bosnien und einfach froh, dass wir zwei Räder und einen Motor hatten. Hersteller oder Modellbezeichnung hat uns damals nicht gejuckt. Zum Pendeln war die Maschine nicht geeignet. Ich fuhr sie lediglich aus Freude an der Verbrennung fossiler Brennstoffe.

Im September 2017 fuhr ich mit zehn weiteren Teilnehmern 2000 Kilometer durch das Himalaya-Gebirge. Der Grund für diese Tour war eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Wir sammelten Spenden für eine Schule im Himalaya. Vorab organisierten wir in ganz Deutschland Kuscheltiere, die wir dann während der Tour an arme Kinder verschenkten. Die Idee dazu kam von der Motorradecke Baden-Württemberg.
Jenny, 19 Jahre, Freising – G 310 GS



Motorrad fahre ich seit ich sechzehn Jahre alt bin. Vorher fuhr ich notgedrungen Roller. In den letzten beiden Jahren bin ich 25000 Kilometer auf meiner YZFR 125 gefahren. Nächstes Jahr dann möchte ich den A-Führerschein machen – es wird Zeit für eine erwachsenere Maschine.

Mein Papa fährt seit knapp dreißig Jahren Motorrad. Als Kind war es das Größte, bei ihm mitzufahren. Aber je älter ich wurde, desto größer wurde der Wunsch selbst zu fahren. Am liebsten fahre ich mit meiner Zwillingsschwester: Sie fährt eine Yamaha WR125 X und wir sind ein perfekt eingespieltes Team. Sie weiß, wie ich fahre, und ich kenne sie auch in- und auswendig. Wenn wir zusammen fahren, vergesse ich alles andere. Da sind keine Sorgen mehr und jeglicher Stress ist vergessen. Wenn uns dann meine Mutter die Tür am Abend aufmacht, stehen wir beide mit einem überglücklichen Grinsen vor ihr.
Sascha, 30 Jahre, München – R 1200 GS LC Adv



Ich bin Fotograf und halte am liebsten bewegte Motive fest. Motorrad, Auto, Action- und Extremsport. Auf einen klassischen 9-5-Job hatte ich keine Lust und so kam ich zur Fotografie. Kürzlich war ich mit Wunderlich auf dem Pikes Peak, dem Bergrennen in den Rocky Mountains. Da habe ich fotografiert und Thilo unterstützt. Das war schon ein Abenteuer!
Ben, 24 Jahre, Aschau – R 1200 GS LC Rallye



Ich bin Eventbetreuer bei Holfix. Ein aktuelles Projekt ist die Fahrzeugbetreuung für das Veranstaltungskonzept BMW Motorrad on Tour. Sven und die Jungs von Wunderlich habe ich letztes Jahr auf der CUSTOMBIKE-SHOW in Bad Salzuflen kennengelernt. Seitdem hatten wir immer mal wieder miteinander zu tun. Da ich nicht weit weg von Garmisch wohne, hat mich das Team von Wunderlich spontan angefragt, ob ich mitfahren möchte. Es hat mir echt Spaß gemacht und ich habe mich gefreut, am Dreh teilnehmen zu können.

Zum Motorradfahren bin ich über meinen Cousin und schließlich über ein Praktikum bei BMW Motorrad gekommen. Seit dem lässt es mich nicht mehr los. Ein besonderes Erlebnis auf dem Sattel eines Krades hatte ich in Neuseeland. Während meines Auslandsstudiums konnte ich große Teile der Nordinsel mit einer 250er Suzuki erkunden: Von langen Stränden über Hügellandschaften bis hin zu endlos kurvenreichen Straßen mit wenig Verkehr hat das Land alles zu bieten. Ein Traum.

Einen Testbericht zur BMW R 1200 RS könnt ihr hier lesen.
  Teilen
Stand:14 November 2018 12:12:46/reiseberichte/wunderliche+szenen_18817.html