Fahrbericht Kawasaki Versys - Aufgepeppt

22.02.2010  |  Text: Anton Sacher  |   Bilder: Meppelink/Kawasaki
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Fahrbericht Kawasaki Versys - Aufgepeppt
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Kawasaki hat seinem Allrounder Versys ein Facelift verpasst. Mit neuem Design und bewährten Fahreigenschaften zielt der Hersteller verstärkt auf die Gruppe der 30- bis 40-jährigen. Wir hatten bereits Gelegenheit, die neue Version auf Sardinien zu fahren.
Als drittes Modell mit dem neuen 650er Reihen-Zweizylindermotor stellte Kawasaki für den Modelljahrgang 2007 die Versys an die Seite ihrer Schwestern ER-6n und ER-6f. Ein besonders fahraktives und vielseitig einsetzbares Spaßmotorrad sollte sie werden, wie auch schon der Name andeutet. Er setzt sich zusammen aus dem englischen „versatile“, was so viel wie vielseitig oder wendig bedeutet, und „system“. 

Dass dies nicht zuviel versprochen ist, bestätigten uns die Testfahrten im Laufe der letzten Jahre. Vor allem auf kleineren, verwinkelten Straßen, die auch nicht in bestem Zustand sein müssen, funktioniert die Versys richtig gut und so mancher Fahrer von stärkeren Maschinen hat Mühe, dran zu bleiben. Und dies, obwohl der Zweizylinder hier „nur“ 64 PS leistet, also acht weniger als in den beiden anderen ER-Modellen. „Schuld“ daran sind die geänderte Abstimmung, das sattere Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich und das gut kalkulierbare Ansprechverhalten des kompakt bauenden Aggregats. 



Ausgezeichnetes Handling
Die langen Federwege, eine straffe Fahrwerksabstimmung und die sportlichen 17-Zoll-Räder tragen maßgeblich zur spielerischen Beherrschbarkeit bei. In Kombination mit dem breiten Lenker und einer aufrechten, entspannten, eher nach vorn orientieren Sitzposition lassen sich alle Arten von Straßenführungen und -zuständen souverän meistern; egal ob im Großstadtgewühl, auf Überlandstraßen oder im Gebirge. Auch gepflegte Naturstraßen sind kein Problem, sofern sie trocken sind. Denn, auch wenn sie manchmal so eingestuft wird, eine Enduro ist die Versys nicht. Dazu wäre ein 19-Zoll-Vorderrad, noch mehr Feder­weg und eine andere Bereifung von­nöten. Sie verbindet die Vorteile von Offroad- und Sportmaschinen und geht daher eher in Richtung Allround-Supermoto. In Deutschland ist die Versys nur mit ABS erhältlich.

Doch warum, werden Sie sich fragen, kommt ob dieser offensichtlich guten Qualitäten nun ein neues Modell? ­Attraktiver sollte sie werden, vor allem optisch, und damit einen breiteren In­teressentenkreis ansprechen. Wirklich schön war der Scheinwerfer der ersten Modelle wahrlich nicht, und vielleicht wurde das Bike auch einfach unterschätzt. Deshalb hat sich Kawasaki auf optische Retuschen konzentriert. Am bisher beschriebenen wurde so gut wie nichts verändert. Lediglich die obere, hintere Motoraufhängung ist nun zur Reduzierung der Vibrationen in Gummi gelagert und die Serienbereifung auf Dunlop Sportmax D221 in Sonderspezifikation umgestellt. 



Dynamischer Auftritt Das neue Styling soll also den Charakter der Versys besser transportieren. Schlank, schnittig und dynamisch kommt die 2010er-Version daher. Dazu tragen das neue Scheinwerfer-Design, die neu gestalteten oder überarbeiteten Verkleidungsteile, geänderte Blinker und ­Motordeckel bei. Auch der vordere Kotflügel und die Schalldämpfer-Endkappe gingen durch die Design-Abteilung und im Heck leuchtet nun dasselbe LED-Licht wie in der aktuellen Z1000 (siehe ab Seite 82). Die höher und weiter nach außen angebrachten Spiegel sind durch ihre Rautenform nicht nur hübscher, sondern bieten auch eine bessere Sicht nach hinten. Womit wir bei den praxisbezogenen Verbesserungen angelangt sind.

Während beim Vorgängermodell die Frontscheibe nur in der Höhe justierbar war, kann sie nun auch mithilfe eines ­Inbusschlüssels in der Neigung dreifach verstellt werden. Hohle Gummiauflagen reduzieren die Vibrationen an den Fußrasten sowohl für Fahrer als auch für Beifahrer/in. Diese/r sitzt nun komfortabler und die Haltegriffe sind besser zu erreichen. Somit lässt es sich auch auf längeren Touren oder Urlaubsreisen gut aushalten.

Während dem Solotourer der 15-l-Tankrucksack mit Quick-Lock-Fixierung auf dem Einfüllstutzen aus dem Kawasaki-Zubehörprogramm und die praktischen Verzurrhaken unterm Heck für eine Gepäckrolle genügen mögen, erfordert eine Tour zu zweit mehr Stauraum. Wie bei der Vorgängerin können entweder ein 30-l-Topcase oder zwei ­Seitenkoffer mit je 34 Litern Inhalt montiert werden. Beides zusammen ist leider nicht möglich. Es gibt zwar im freien Zubehör Träger für beides, Kawasaki, wie übrigens jeder andere Hersteller auch, unterstützt eine solche Lösung ­jedoch nicht.



Um den Allround-Charakter zu ­unterstreichen und die Versys noch praxistauglicher zu machen, bietet Kawa­saki weiteres Zubehör an. So gibt es zum Beispiel eine höhere Frontscheibe, einen Vario-Screen, Handprotektoren, Heizgriffe, eine 12-V-Steckdose, Sturzpads und einen GPS-Halter. Wem die Sitzhöhe vom 845 Millimetern zu hoch ist, kann auf eine fünf Zentimeter niedrigere und zwei Zentimeter schmalere Sitzbank zugreifen. Für große Fahrer gibt es eine drei Zentimeter höhere Variante. Diese sollten auch einmal normal Gewachsene ausprobieren, denn durch die erhöhte Position stellt sich noch mehr Supermoto-Feeling ein.

Die Neuauflage der Versys hat zweifelsohne an Attraktivität stark zugelegt. Auch wenn die seitlichen, silbernen ­Plastik-Abdeckungsteile bei näherer Betrachtung billig wirken und vermutlich nicht lange ihren Glanz behalten werden – je nachdem, welche Stiefel oder Hosen man trägt – halten wir das Bike für sehr gelungen. Aktuell gibt es zwei Farb­gebungen: Gelb oder Schwarz-Metallic in Kombination mit Mattschwarz-Metallic. Für knapp 8.000 Euro erhält man ein vielseitig einsetzbares Motorrad inklusive ABS, das zu fahren wirklich Spaß macht.
 

Technische Daten Kawasaki Versys

Kaufpreis: 7.995 Euro zzgl. NK
Motor: Zweizylinder-Reihenmotor, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 649 ccm
Bohrung x Hub: 83 x 60 mm
Verdichtung: 10,6 : 1
Ventiltrieb: 4 Ventile/Zylinder, DOHC
Gemischaufbereitung: Elektronische Benzineinspritzung
Kupplung: Mehrscheiben-Ölbad
Leistung: 64 PS bei 8.000/min
max. Drehmoment: 61 Nm bei 6.800/min
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Kette
Länge: 2.125 mm
Radstand: 1.415 mm
Sitzhöhe: 845 mm
Lenkkopfwinkel: 25 Grad
Nachlauf: 108 mm
Leergewicht: 209 kg
Zul. Gesamtgewicht: 389 kg
Tank: 19 Liter
Vorderradaufhängung: 41 mm USD-Gabel
Hinterradaufhängung:s eitlich montiertes Einzelfederbein
Federweg vorn: 150 mm
Federweg hinten: 145 mm
Bremsen vorn: 2 x 300 mm Scheibe, Doppelkolben-Schwimmsättel, ABS
Bremsen hinten: 220 mm-Scheibe, Einkolben-Schwimmsattel, ABS
Vorderrad: 17 x 3,5
Hinterrad: 17 x 4,5
Vorderreifen: 120/70 ZR 17, Dunlop Sportmax D221 FAG
Hinterreifen: 160/60 ZR 17, Dunlop Sportmax D221 G
Farben: Gelb/Schwarz, Schwarz
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Stand:31 March 2020 12:57:30/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/aufgepeppt_175.html Warning: fopen(cache/4ad1e99331d338ecedc48bf46e5c5c78.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163