Fahrbericht Ducati Multistrada 1200 - Dolce Vita!

14.04.2010  |  Text: Andreas Güldenfuß  |   Bilder: Ducati
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Fahrbericht Ducati Multistrada 1200 - Dolce Vita!
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Natürlich aus Bella Italia kommt das Bike, auf das vielleicht alle gewartet haben: Das 4-in-1-Konzept soll alle Bedürfnisse des Motorradfahrers befriedigen – wir haben einen ersten, kurzen Ausritt gewagt.
Seit 2003 bietet Ducati mit dem Modell Multistrada ein sportliches Tourenmotorrad an. Angefangen hat alles mit einer 1000er. In den Jahren 2005 und 2006 gab es zusätzlich eine 620er-Variante, seit 2007 wurde nur noch der stärkere 1100er-Motor verbaut. Ein großer Erfolg waren die Multistrada-Modelle aber nicht. In den Tests wurde zwar stets das Fahrverhalten gelobt, mit der Optik konnte sich allerdings kaum jemand anfreunden. 

Die neue Multistrada 1200 wurde radikal verändert, laut Ducati ist sie sogar das Motorrad mit der längsten und ausführlichsten Entwicklungszeit. Über hundert Prototypen wurden gebaut, bis die endgültige Version in Serie gehen durfte. Das Endprodukt ist die berühmte Eier legende Wollmilchsau – das 4-in-1-Motorrad. „Vier Bikes in einem: Sportler, Tourer, Citybike und Abenteuer-Enduro – alles auf einen Knopfdruck verfügbar“, verspricht Ducati. 



Jetzt zu den Fakten, denn 150 PS und 189 Trockengewicht machen die Sache interessanter als trockene Modellgeschichte. Aber Leistung und Gewicht sind nicht die einzigen Highlights der neuen Duc: Das gesamte Motorrad ist eine Anhäufung von Innovationen und Details, die es in diesem Ausmaß noch nicht gab. 

Der Zündschlüssel darf getrost in der Tasche bleiben. Sobald man sich dem Motorrad auf zwei Meter nähert, wird der Besitzer erkannt, und die Zündung kann aktiviert werden. Per Knopfdruck wird nun der passende Modus aus­gewählt: Sport, Touring, Urban oder Enduro. Ein paar Klicks weiter kann man noch Auswählen, ob man alleine, alleine mit Gepäck, zu zweit oder zu zweit mit Gepäck unterwegs ist. Das komplette Motorrad passt sich den gewünschten Änderungen an: Die Motorleistung wählt zwischen drei verschiedenen Mappings, die Traktionskontrolle variiert in acht unterschiedlichen Stufen und das komplette Fahrwerk, Zug-, Druckstufe und die Federvorspannung des Federbeins werden automatisch eingestellt. Natürlich ist es auch möglich, die vorgegebenen Einstellungen nach seinen eigenen Wünschen nachzujustieren und abzuspeichern. 

Das sportliche Herz der Ducati ist der 1198er Testastretta Superbike-Motor, der durch veränderte Ventilüberschneidungszeiten in einen kultivierten Testa­stretta 11° verwandelt wurde. Anstatt der üblichen Trockenkupplung verrichtet eine gedämpfte, leichtgängige Nass-Antihopping-Kupplung ihren Dienst in der 1200er. Der Startknopf muss erst unter dem Notaus-Schalter freigelegt werden. Ein Druck auf den Anlasser, und der V2 brabbelt dumpf vor sich hin. Der gewichtige Schalldämpfer mit Katalysator ist schwerpunktgünstig unter dem Motor angebracht, der Sound aus den beiden kurzen Endtöpfen ist artgerecht. Trotz der vielen Einstellmöglichkeiten ist das digitale Cockpit weitestgehend selbsterklärend. Okay, es kann schon einmal vorkommen, dass man aus Ver­sehen die Griffheizung anstellt, aber mit etwas Übung klappt jeder Befehl. 



Gestartet wird im Urban-Mode mit 100 PS, sehr fein ansprechender Trak­tionskontrolle und komplett weicher Dämpfung. So vorbereitet, steht der täglichen Fahrt zur Arbeit nichts im Wege: Nasses Kopfsteinpflaster, Straßenbahnschienen und Schlaglöcher – genau dafür ist dieser Modus gemacht. An der Stadtgrenze schaltet man in den Touring-Mode: Die DTC, Ducati Traction Control, arbeitet immer noch sehr sensibel. Das Fahrwerk ist spürbar strammer abgestimmt, auf der bequemen breiten Sitzbank kommen aber keine Schläge bis zum Fahrer durch. Der Motor leistet nun 150 PS, das Mapping ist jedoch auf weichen Leistungseinsatz und Drehmoment ausgelegt.

Wenn die Reifen, der Motor und der Fahrer ihre Betriebstemperatur erreicht haben, kommt der Sport-Modus zum Einsatz. Die 150 Cavallos zerren mit einem Mal ganz anders an der Kette. Die handliche 1200er fliegt durch engen Kehren und bei allzu beherztem Gaseinsatz blinkt schon mal die Warnanzeige der DTC auf. Das Fahrwerk ist jetzt sportlich straff, aber noch immer nicht unkomfortabel. Im Enduro-Mode macht die Multi selbst auf der mit Schlaglöchern übersäten Schotterpiste eine passable Figur. Die DTC lässt genügend Schlupf am Hinterrad zu, um mit den gedrosselten 100 PS vorwärts zu kommen, und das Fahrwerk spricht gut an. 

Das digitale Multifunktions-Cockpit versorgt den Fahrer mit allen wichtigen ­Informationen

Um die von Ducati angestrebten fünf Liter Verbrauch pro 100 Kilometer zu erreichen, sollte man aber eher den moderateren Touring-Mode wählen. Überhaupt liegt ein Hauptaugenmerk auf dem Punkt Kosten sparen. Das Intervall für die aufwändige Ventilspielkontrolle wurde auf 24.000 Kilometer erhöht, und im Vergleich der Betriebskosten liegt die Multistrada im Bereich der Mitbewerber in diesem Segment. 

Wobei es gar nicht so einfach ist, die neue Ducati in eine bereits geöffnete Schublade zu stecken: Bequem und reise­tauglich, sportlich und agil, leicht und bedingt für Offroad geeignet. Die Multi­strada deckt wirklich einige Bereiche ab und kann in jedem der abgerufenen Modi überzeugen. Für den ersten kurzen Ausflug lautet das Ergebnis: Die Ducati macht Lust auf mehr. Wie sie sich im Vergleich mit den Mitbewerbern schlägt, zeigt erst ein ausführlicher Test.
 
Der Schein trügt: Die bullig aussehende Ducati Multistrada 1200 ist wirklich leicht und handlich. Mit 150 PS und 213 kg zeigen die Italiener den Mitbewerbern, was technisch alles möglich ist.

Technische Daten Ducati Multistrada 1200 (1200 S)

Preis: 14.990 Euro (17.990 Euro) 
Bauart: Testastretta 11° L-Twin, vier Ventile pro Zylinder, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 1.198 ccm
Bohrung x Hub: 106 x 69,9 mm
Verdichtung: 11,5 : 1 
Ventiltrieb: Desmotronic 
Gemischaufb.: Mitsubishi/Mikuni-Einspritzung
Kupplung: Mehrscheibenkupplung im Ölbad 
Leistung: 150 PS bei 9.250 U/min
Drehmoment: 118,7 Nm bei 7.500 U/min
Getriebe: 6 Gang
Radstand: 1.530 mm
Lenkkopfwinkel: 25°
Nachlauf: 110 mm  
Federung vorn: Marzocchi(Öhlins)-USD-Gabel, 170 mm 
Federung hinten: Sachs(Öhlins-TTX)-Federbein, 170 mm 
Bremsen vorn: 320 mm Zweischeiben-Bremsanlage mit Brembo-Vierkolben-Bremszange, ABS serienmäßig 
Bremsen hinten: 245 mm Zweikolben-Bremszange 
Vorderrad: Leichtmetall-Gussrad 3,50 x 17
Hinterrad: Leichtmetall-Gussrad 6,00 x 17
Vorderreifen: 120/70ZR17
Hinterreifen: 190/55ZR17 
Sitzhöhe: 850 mm
Leergewicht: 213 kg
Zuladung: 217 kg
Tank: 20 l
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Stand:31 March 2020 12:52:00/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/dolce+vita_175.html Warning: fopen(cache/b9cd23861cc4debe60a2cc9546a3d6fc.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163