Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel

14.04.2014  |  Text: Christian Heim  |   Bilder: Triumph
Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel
Fahrbericht Triumph Thunderbird LT und Thunderbird Commander - Donnervögel
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Triumph erweitert die Thunderbird-Reihe um zwei weitere Modelle. Dabei handelt es sich nicht um Modellpflege, sondern um Neukonstruktionen.

Vor gut fünf Jahren tauchte ein Cruiser-Modell mit dem ehrwürdigen Namen „Thunderbird“ wieder im Portfolio  des britischen Herstellers auf. Befeuert vom hubraumstärksten Parallel­twin, den es zu kaufen gibt, drängte die Thunderbird ins Segment der großen Cruiser. Zwei Jahre später wurde ihr mit der „Storm“ ein etwas wilderer und kräftigerer Bruder zur Seite gestellt. Der Hubraum wuchs auf gut 1,7 Liter, die Leistung auf 98 PS. Beste Voraussetzungen, hätte man annehmen können, um den Cruiser-Markt ein wenig auf­zumischen. Doch richtig durchsetzen konnten sich die beiden Thunderbirds nicht, wenn man sich die Zulassungsstatistiken betrachtet.

Umso erstaunter die Gesichter, als Triumph Ende des vergangenen Jahres gleich zwei neue Thunderbird-Modelle auf der EICMA präsentierte: die „Commander“ und den klassischen Cruiser „LT“. Damit wächst die Palette auf vier Modelle an. Dass es sich bei den Neuen nicht nur um Modellpflege handelt, ­offenbart ein Blick in die Datenblätter. Tatsächlich sind es Neukonstruktio­nen, die neben dem Motor nur den ­Namen und wenige optische Merkmale der Geschwister übernommen haben. Im Hinblick auf Fahrbarkeit und vor allem beim Komfort haben die Entwickler richtig hingelangt und den Donnervögeln einen neuen, steiferen Rahmen mit tiefer Sitzposition spendiert. Schwinge, Federung, Airbox und Lenker sind ebenfalls neu, genauso wie Instrumente, Blinker, Hebeleien und das Antiblockiersystem.



Gerade bei der LT wurde viel Wert auf Komfort gelegt. Dank dem neuen, zweilagig gepolsterten Sitz mit Rückenstütze und dem weit nach hinten gezogenen Lenker, ist die Ergonomie so gut, dass man nach einer Weile gar nicht mehr absteigen möchte. Ewig lange Etappen? Kein Problem. Dafür sorgt auch das agile Fahrwerk, das den 380 Kilogramm schweren Cruiser beinahe zu einem ­Bruder Leichtfuß macht. Die konventionelle Telegabel ist zwar nicht einstellbar, erfüllt aber ihren Zweck vollkommen. Hinten arbeiten Stereofederbeine, die in der Federbasis verstellbar sind und Bodenwellen und Fahrbahnunebenheiten sauber wegbügeln, ohne weichgespült zu wirken. Wer auf der LT Spaß haben will, kann sie munter in die Kurven schmeißen, bis die Trittbretter aufsetzen. Dann ist das Ende der Schräglagenfreiheit erreicht.

Das Fahrwerk jedenfalls macht das alles klaglos mit. Rumgeeiere kennt die Thunderbird nicht. Sie bleibt spurtreu und gibt dem Fahrer jederzeit klare Rückmeldun­gen über die jeweiligen Fahrzustände. Und sollte es einmal eng werden, auf die Bremsen jedenfalls ist Verlass. Gleich drei 310-mm-Scheiben, zwei davon vorn, sorgen nicht nur für angemessene, sondern kräf­tige und bissige Verzögerung. Bedenken bezüglich der Fahrzeugmasse kann man sich schenken. Wer voll in die Eisen haut, wird überrascht sein, wie schnell und vor allem vehement moderne Bremsen so ein Dickschiff verzögern können. Das ABS bleibt dabei angenehm unauffällig und regelt erst spät.

Ebenfalls neu entwickelt sind die optisch reizvollen Weißwandreifen, die auf 16-Zoll-Speichenrädern für den richtigen Kontakt zur Fahrbahn sorgen. In Zusammen­arbeit mit Avon Tyres hat der britische Hersteller einen passenden Diagonal­reifen entwickeln lassen, da die auf dem Markt vorhandenen Reifen nicht den Vorstellungen entsprachen. Zumindest im Trockenen funktionieren die neuen Gummis hervorragend. Mangels Nieder­schlägen bei unserer Testfahrt in der kali­fornischen Wüste, können wir natürlich nichts zum Nassverhalten sagen.




Das Sahnestück an der LT ist zweifellos der bärenstarke Zweizylinder, ein so genannter Paralleltwin mit einem 270°-Hubzapfenversatz. Der Hubraumbulle stampft unrhythmisch, schüttelt und rüttelt, dass einem warm ums Herz wird und klingt nebenbei fast wie ein echter V2. Trotzdem halten sich die ­Vibrationen dank zweier Ausgleichswellen in Grenzen und sorgen somit nicht für taube Finger. Die Leistungsentfaltung des Twins ist zwar nicht spektakulär, ­dafür aber kontinuierlich bis in den oberen Drehzahlbereich. Seine Stärke spielt er auf jeden Fall im unteren Drehzahl­bereich aus, nämlich dann, wenn es im hohen Gang um die Ecken geht, der Motor mächtig schiebt und die LT am Kurvenausgang wieder ausspuckt. Da ist Fahrspaß garantiert, alles untermalt von einer angenehmen Soundkulisse. Triumph verwendet endlich eine Auspuffklappe mit Soundmanagement, schließlich fährt das Gehör auch mit.

Für angenehmen Komfort sorgt die Windschutzscheibe, die sich mittels Schnellverschlüssen in wenigen Sekunden abnehmen lässt. Wie alle Scheiben funktioniert auch diese bis zu einer bestimmten Körpergröße. Bei 1,88 Meter muss man sich schon ein bisschen ab­ducken, um den üblichen Turbulenzen zu entgehen, was aber nicht wirklich stört, da der Windschutz trotzdem sehr gut ist.

Überhaupt ist die Thunderbird LT sehr wandelbar. Sind Scheibe, Koffer, Soziussitz und Sissybar erst einmal ab­genommen, glänzt die Maschine als schlanker Cruiser mit klassischen Stil­elementen. So kann der Kurztrip ebenso zum Genuss werden wie der klischee­beladene Ritt vors nächste Eiscafé – ein hoher Aufmerksamkeitswert ist garantiert. Denn auch bei der Lackierung geht Triumph ins Detail. Die zweifarbigen Anstriche sind tatsächlich mit hand­gezogenen Pinstripes, also feinen Linierungen versehen, die quasi das i-Tüpfelchen bei der Optik bilden.



Eine neue Thunderbird Storm? Auf den ersten Blick sieht die Commander dem wilden Bruder zum Verwechseln ähnlich, was wohl dem charakteristischen Doppelscheinwerfer geschuldet sein dürfte. Der sitzt aber auf einer massiven, verkleideten Gabelbrücke und verleiht der Commander ein eigenständiges Gesicht. Und das wirkt dynamischer und aggressiver als bei der LT.

Überhaupt hat Triumph mit diesem neuen Thunderbird-Modell einen ganz schön kraftvollen Cruiser auf die Räder gestellt. Hier ist nichts von Schnarchnasigkeit und behäbigem Vorwärtskommen zu spüren. Die Commander ist der Chef auf der Straße und trägt ihren ­Namen völlig zu recht. Schnell zeigt sie ihrem Besitzer, wo’s lang geht. Nachdem der Fahrer im Kommandantensessel Platz genommen und seine Extremitäten auf den Trittbrettern entfaltet hat, erfolgt der Befehl: Start your Engine. Wenn der Twin anspringt und sich pulsierend in Bewegung setzt, ist das Musik in den Ohren. Auch die Commander verfügt über ein klappengesteuertes Auspuff­system, das wohldosiert die Explosionswellen der zwei riesigen Zylinder über das Rohrsystem ins Freie entlässt.

Mit 94 PS ist der britische Hammer alles andere als untermotorisiert, auch wenn das Fahrzeuggewicht von 348 Kilogramm auf eine massive Bauweise schließen lässt. Doch wen kratzt das angesichts eines, zumindest theoretisch, zur Ver­fügung stehenden Drehmoments von wuchtigen 151 Newtonmetern? Wohl keinen, denn in der Praxis zählt nur eins: die Karre schiebt, und wie. Vor allem im unteren Drehzahlbereich wuchtet der Motor den Stahlriesen vehement aus den Ecken. Und selbst beim Ampelstart lässt er sich nicht den Schneid abkaufen. ­Zumindest nicht auf den ersten Metern. Danach rächt sich dann doch die Fahrzeugmasse.


Das Fahrwerk kommt mit derartigen fahrerischen Auswüchsen locker zurecht. Die Federung ist konventionell ausgelegt, mit Telegabel und in der Federbasis verstellbaren Stereofederbeinen. Mehr Einstellungsgmöglichkeiten gibt es nicht, doch das braucht es auch nicht. Die neu entwickelten Dämpfer machen einen ziemlich guten Job im Heck. Wirken sie auf den ersten Kilometern noch etwas zu weich, verfliegt der Eindruck bei schlechter werdenden Straßen ziemlich schnell. Bodenwellen werden locker aufgeschnupft und selbst kurze Stöße dringen nicht ungefiltert in den verlängerten Rücken.



Und wenn es richtig dynamisch wird, Kurve an Kurve sich aneinanderreiht, entpuppt sich das Fahrwerk als agiler und handlicher, als man es ihm nur ­aufgrund der nackten Daten zugetraut hätte. Dann kratzt es rechts, schrammt es links und leise Flüche werden vom verzweifelten Schrei nach mehr Bodenfreiheit abgelöst. Ja, verdammt, Kurvenkratzen mit einem fetten Cruiser kann extrem viel Spaß machen, ohne den Fahrer zu überfordern. Hinzu kommt das Vertrauen in eine richtig gut funktionierende Bremse, die beim Verzögern das Kommando an sich reißt und souverän die aufgebaute Energie sofort vernichtet. Bremsassistenten und integrale Funktio­nen sucht man vergeblich. Vorne bremst vorn und hinten bremst hinten, nicht umgekehrt und schon gar nicht durch­einander. Einzig das ABS ist eine Konzession an moderne Zeiten. Sich mit ­blockierendem Vorderrad langzulegen, muss wirklich nicht sein.

Tourenkomfort bietet die Commander auch. Man sitzt herrlich bequem. Windschild und Gepäckabteile braucht es nicht. Die Nase im Wind, die Ohren am Auspuff und das Vibrieren in Füßen und Hintern, lassen das Motorradfahren wieder herrlich natürlich wirken. Für ­alles andere gibt es die LT.

Fazit
Wer hätte es gedacht? Triumph hat zwei völlig neue Thunderbird-Modelle geschaffen, die beide verdammt viel Spaß machen und sich im Wesentlichen wieder aufs Fahren besinnen. Kein großer Schnickschnack, der ablenken könnte. Die LT steht für Gelassenheit, die Commander für echtes Powercruising. Und egal für welches Modell man sich entscheidet, Triumph packt sogar noch vier Jahre Garantie drauf.

 


TECHNISCHE DATEN Triumph Thunderbird Commander

Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihenzweizylinder, DOHC
Hubraum: 1699 ccm
Bohrung x Hub: 107,1 x 94,3 mm
Leistung: 69 kW (94 PS) bei 5400 U/min
Drehmoment: 151 Nm bei 3550 U/min
Getriebe: Sechsgang
Sekundärtrieb: Zahnriemen
Rahmenart: Stahlrohr-Brückenrahmen
Radstand: 1665 mm
Federung vorn: 47-mm-Telegabel, 120 mm Federweg 
Federung hinten: Stereofederbeine, 109 mm Federweg
Bremsen vorn: 310-mm-Doppelscheibe, Vierkolben-
: Festsättel, ABS
Bremsen hinten: 310-mm-Bremsscheibe, Zweikolben-: : Bremssattel, ABS  
Bereifung vorn: 140/70 ZR 17
Bereifung hinten: 200/50 ZR 17
Länge: 2442 mm
Sitzhöhe: 700 mm
Leergewicht : 348 kg
Zuladung: 232 kg
Tankinhalt: 22 Liter
Preis: ab 16.549,– Euro


TECHNISCHE DATEN Triumph Thunderbird LT

Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihen-zweizylinder, DOHC
Hubraum: 1699 ccm
Bohrung x Hub: 107,1 x 94,3 mm
Leistung: 69 kW (94 PS) bei 5400 U/min
Drehmoment: 151 Nm bei 3550 U/min
Getriebe: Sechsgang
Sekundärtrieb: Zahnriemen
Rahmenart: Stahlrohr-Brückenrahmen
Radstand: 1665 mm
Federung vorn: 47-mm-Telegabel, 120 mm Federweg 
Federung hinten: Stereofederbeine, 109 mm Federweg
Bremsen vorn: 310-mm-Doppelscheibe, Vierkolben-Festsättel, ABS
Bremsen hinten: 310-mm-Bremsscheibe, Zweikolben-Bremssattel, ABS  
Bereifung vorn: 150/80 R 16, Weißwand
Bereifung hinten: 180/70 R 16, Weißwand
Länge: 2546 mm
Sitzhöhe: 700 mm
Leergewicht: 380 kg
Zuladung: 220 kg
Tankinhalt: 22 Liter
Preis: ab 17.740,– Euro


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Stand:09 April 2020 22:24:45/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/donnervoegel+-+triumph_175.html Warning: fopen(cache/c8b5a336fdebd06fb9a2e9cba1b21887.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163