Fahrbericht Aprilia Caponord 1200 Rally - V2-Express

08.04.2015  |  Text: Anton Sacher  |   Bilder: Aprilia
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Fahrbericht Aprilia Caponord 1200 Rally - V2-Express
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Aprilia macht die Caponord noch reisetauglicher und bereichert mit der neuen Variante Rally den Markt der Reiseenduros.
Liegt es an der Frühlingssonne oder ist es einfach nur die Vorfreude auf einen ganzen Fahrtag auf den herrlichen sardischen Landstraßen? Jedenfalls kann ich es kaum erwarten, mit der neuen Aprilia Caponord Rally loszufahren. Dabei war es keine Liebe auf den ersten Blick. Als ich das Motorrad zum ersten Mal auf der Intermot auf dem Podest stehen sah, wirkte es auf mich recht klotzig, massig, overdressed und wenig attraktiv. Doch jetzt kann ich diesen ersten Eindruck nicht mehr bestätigen, im Gegenteil, die Rally gefällt mir plötzlich ausgesprochen gut. Sie ist immer noch eine eindrucksvolle Erscheinung, hat aber eine, ich nenne es mal „vernünftige Größe“. Will heißen, damit kommen auch mittelgroße Leute wie ich (177 cm) prima zurecht. Aufsitzen, wohlfühlen, mit den Füßen flach den Boden erreichen, keine Fußrasten an den Waden spüren – das ist schließlich nicht immer so ... 

„Sportliche Motorräder haben wir ge­nügend im Programm“, erklärt Marketingmann Marco Zuliani, „die Capo­nord Rally haben wir als Reisemaschine für einen weiten Einsatzbereich konzipiert.“ In vielen Teilen mit der Travel Pack identisch, sind doch einige signifikante Änderungen in die Rally eingeflossen. Dazu gehört ein kleiner Eingriff in die Fahrwerksgeometrie, bei dem die Gabel leicht modifiziert wurde und der Radstand um 20 Millimeter angewachsen ist. Statt auf 17-Zoll-Gussrädern läuft die Rally auf Speichenrädern, und zwar vorne mit einem 19-Zöller. Hinten sind die 17 Zoll geblieben, allerdings ist die Felge nun schmäler und nimmt anstelle eines 180er- jetzt einen 170er-Reifen auf. Das kommt insgesamt dem Handling zugute und sorgt auch auf nicht asphaltiertem Terrain für einen präzisen Geradeauslauf.



Der Rahmen ist im Grunde gleich geblieben, nur der hintere Hilfsrahmen wurde neu gestaltet, um mehr Stabilität bei hoher Zuladung zu gewährleisten. Serienmäßig hängen dort zwei Givi-Hartschalenkoffer mit je 33 Litern Fassungsvermögen, die optisch gut mit dem Abenteuerlook harmonieren. Die Koffer können innen so verstellt werden, dass man beim Öffnen die Seitendeckel nicht ganz ausklappen muss, sondern durch eine kleinere Klappe Zugriff von oben hat. Wie bei vielen anderen Herstellern leider auch, kommt man aber nur mit dem Zündschlüssel ans Gepäck.

Für besten Fahrwerks- und Federungskomfort sind zahlreiche elektronische Helferlein mit an Bord. Neben dem abschaltbaren Zweikanal-ABS und der dreistufigen Traktionskontrolle (eben­falls abschaltbar) sticht besonders das ADD (Aprilia Dynamic Damping) heraus. Dieses System erkennt automatisch den Beladungszustand, passt Zugstufe und Dämpfung den jeweiligen Bedingungen an und berücksichtigt sogar den Fahrstil – und das in Sekundenbruchteilen, also quasi in Echtzeit. Einstellrädchen drehen oder irgendwelche Knöpfchen drücken war gestern. Auch beim Bremsen ist dieses System inter­essant, denn es verhindert ein zu starkes Eintauchen der Vorderradgabel.



Der 90-Grad-V2-Motor stammt ursprünglich aus der Dorsoduro, wurde aber tourentauglich gezähmt. Schon ab niederen Drehzahlen zieht er kräftig an und zeigt keine Schwächen über das gesamte Drehzahlband. Bei Bedarf kann man es richtig flott angehen lassen, muss aber nicht, denn es macht tatsächlich auch Spaß, mit der Rally durch die Landschaft zu bummeln. Drehmoment und Leistung sind mehr als ausreichend vorhanden und dank Ride-by-Wire ist Multimapping möglich. Am häufigsten benutzt man den Touring-Modus, im Sport-Modus ist die Gasannahme lediglich in den unteren Drehzahl­bereichen spontaner. Im Rain-Modus wird die Leistung auf 100 PS gekappt und die Gas­annahme erfolgt wesentlich sanf­ter; diese Einstellung kann auch bei Offroadausflügen von Vorteil sein.

Außer den bereits erwähnten Koffern, den Speichenrädern und der elektroni­schen Vollausstattung besitzt die Rally serienmäßig eine große, stufenlos verstellbare Scheibe (manuell), Handprotektoren, Sturzbügel, einen Motorschutz und LED-Zusatzscheinwerfer. Damit ist die neue Caponord bereits ab Werk sehr gut ausgestattet. Im Originalzubehör gibt es aber noch weitere brauchbare Teile, zum Beispiel Hauptständer, 52-l-Topcase, Tankrucksack, Hecktasche, Offroadfußrasten und einiges mehr. Ein Schalter für die Heizgriffe ist bereits in den Armaturen integriert, die Heizgriffe selbst müssen aber nachgerüstet werden. 



Nur bei Aprilia, und da für alle neueren Modelle, gibt es eine so genannte Multimedia-Plattform, die es ermöglicht, das Fahrzeug via Bluetooth mit einem Smartphone und dem Internet zu verknüpfen. Mit der kostenlosen App für iPhones oder Android-Geräte kann man sich den Durchschnitts- und Momentanverbrauch, den Schräglagenwinkel, die Batteriespannung, Werkstattadressen, die Distanz zum Nordkap, das Benutzerhand­buch und vieles mehr anzeigen lassen. Auch Navigieren und das nachträgliche Auswerten am PC ist möglich. Warum aber bei so vielen Elektronikspielereien keine Warnblinkanlage mit an Bord ist und eine Außentemperaturanzeige fehlt, bleibt ebenso unverständlich wie der Verzicht auf abgewinkelte Ventile zur Luftdruckkontrolle.

Fazit
Trotz ihres Gewichts ist die Capo­nord Rally eine sehr agile Reise­enduro, die sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter- und Waldpisten gut beherrschbar ist und jede Menge Spaß macht. Ob die Caponord mit dieser gut ausgestatteten Variante aus ihrem Schattendasein herauskommen wird? Sie hätte es verdient.

PLUS
  • Begeisternder V2-Motor
  • Hervorragendes Fahrwerk
  • Agil und spurstabil
  • Guter Windschutz
  • Umfangreiche Serienausstattung
  • Betörender Sound
  • Nützliche Assistenzsysteme

MINUS
  • Keine Warnblinkanlage

TECHNISCHE DATEN Aprilia Caponord 1200 Rally 

Bauart: Flüssigkeitsgekühlter 90° V2-Motor
Hubraum: 1197 ccm
Bohrung x Hub: 106 x 67,8 mm
Leistung: 125 PS (92 kW) bei 8000 U/min 
Drehmoment: 115 Nm bei 6800 U/min
Verdichtung: 12 :1
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Kette
Rahmenart: Stahl-Gitterrohrrahmen mit ­Aluminiumprofilen
Radstand: 1575 mm 
Federung vorn: Upside-down-Gabel, x 43 mm,
170 mm Federweg, elektronisch ­einstellbar (ADD) 
Federung hinten: Aluguss-Zweiarmschwinge, seitliches Monofederbein, 150 mm Federweg, elektronisch einstellbar (ADD)
Bremsen vorn: 2 x 320-mm-Scheibenbremse, ­Vierkolben-Radialsättel, ABS 
Bremsen hinten: 240-mm-Scheibenbremse, 
Einkolben-Bremssattel, ABS 
Bereifung vorn: 120/70 R 19 
Bereifung hinten: 170/60 R 17 
Sitzhöhe: 840 mm
Leergewicht : 275 kg fahrfertig vollgetankt
Tankinhalt: 24 l, davon ca. 5 l Reserve
Lieferbare Farben: Dune Yellow, Safari Grey, Army Green
Preis: 16 390,– Euro
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Stand:18 February 2020 16:43:18/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/fahrbericht+aprilia+caponord+1200+rally+-+v2-express_176.html Warning: fopen(cache/1fff0ae1a028165bb48d629876093400.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163