Fahrbericht BMW S 1000 XR - Noch schneller Reisen

10.06.2015  |  Text: Christian Heim  |   Bilder: Bernhard Limberger, BMW
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Fahrbericht BMW S 1000 XR - Noch schneller Reisen
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Die S 1000 XR ist der neueste Münchner Ableger mit dem entschärften Herz aus dem Supersportler S 1000 RR.
Da hauen die Marketingstrategen der weiß-blauen Marke aber wieder gewaltig auf den Putz: Eine Kreuzung aus Enduro und Sportlerherz soll sie sein, die neueste Kreation aus der Abteilung Sport und Dynamik. Dafür bekommt sie auch ein „X“ vors „R“ gestellt. Denn das suggeriert dem Kenner sofort, dass es sich hier um ein hoch­beiniges, reisetaugliches, gar Abenteuer versprechendes Gefährt handelt. Wobei im weiteren Marketing-Sprech von Enduro nun überhaupt keine Rede mehr ist. Dafür plötzlich von einer Fusion aus Adventure und Sport. Sei’s drum. Zum Glück bauen die Werbeleute nur Texte und keine Motorräder. Dafür gibt es ­Ingenieure und Designer, und die haben mal wieder ziemlich gut abgeliefert. 

Dass mit der S 1000 R die Modellreihe mit dem potenten Reihenvierzylinder noch nicht am Ende sein sollte, war abzusehen. Und so war es keine Über­raschung, als BMW Motorrad auf der EICMA in Mailand mit der S 1000 XR zum Angriff auf das Segment der sportlichen Reiseenduros blies. Oder besser gesagt, der hochbeinigen Sportler. Wahr­scheinlich wollte man das Feld nicht kampflos den roten aus Bologna über­lassen, die mit ihrem Geschoss behaupten, auf allen Straßen zuhause zu sein und damit auch recht erfolgreich unterwegs sind.

Koffer und Topcase sind optional und müssen, 
wie vieles andere ­Zubehör auch, ­extra bezahlt ­werden.

Jetzt ist sie also da, die XR, und er­innert mit ihrem markanten Design ­unverholen an den Supersportler aus gleichem Hause. Doch beim jüngsten Spross verzichtete der verantwortliche Designer Andreas Martin auf das prägende asymmetrische Gesicht. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten nämlich ist gut zu erkennen, dass das Familien­gesicht mit den Scheinwerfern hinter der Maske fortgeführt wurde. 

Wer auf eine S 1000 R mit längeren Federwegen spekuliert hatte, darf sich freuen, denn das Chassis ist eine ­komplette Neukonstruktion. So einfach wollte man es sich in der Entwicklungsabteilung dann doch nicht machen. ­Dafür ist der Motor ein altbekannter Geselle. Bis auf ein paar technische Kleinigkeiten ist er mit dem Herz aus der nack­ten R nahezu identisch. Leistung und Drehmoment fallen zu den exakt gleichen Drehzahlen an, auch die Verdichtung ist identisch. Dafür ist der Sound des Kraftmeiers etwas moderater. Trotz Auspuffklappe, die ab bestimmten Drehzahlen auf Durchzug stellt, schreit der Reihenvierer seinen Fahrer längst nicht so giftig an wie der Radaubruder aus der „R“. Das ist erfreulich angenehm, nicht nur im Hinblick auf die kommende Euro-Norm, sondern vor allem für des Fahrers Gehör. Wer will schon akustisch zugedröhnt nach einer langen Tour vom Bock steigen?



Die Bandbreite des Motors indes ist äußert beeindruckend. Wer auf den Sport verzichten möchte, kann lässig im Cruising-Modus mit der XR auf kurvenreichen Straßen seine Kreise ziehen. Wem das aber zu langweilig wird, kann sich der totalen Offenbarung des Leis­tungsvermögens des Einlitertriebwerks hingeben. Dann ist Schluss mit der beschaulichen Ruhe, fliegen die Gänge kurz und knackig durchs Getriebe, schnellt die Nadel des analogen Drehzahlmessers mit gefühlter Lichtgeschwindigkeit in Richtung 12 000er-Marke; erst recht in Verbindung mit der Sonderausstattung „Fahrmodi Pro“. Dafür bekommt man nicht nur insgesamt vier Fahrmodi, das Kurven-ABS Pro und die Traktionskontrolle DTC, sondern auch den hervorragenden Schalt­automaten. Damit können auch beim Herunterschalten die Gangwechsel ohne Kupplungsbetätigung durchgeführt wer­den. Einfach den elektronischen Gasgriff kurz zudrehen. Das Hochschalten dagegen funktioniert bei voller Gasöffnung nahezu ohne Zugunterbrechung. Fahrer ohne ausgewiesenen Leistungshunger werden auch im Road-Modus und ohne Schaltautomat glücklich.

Bei nassen oder rutschigen Straßenverhält­nissen kann man auch in den Fahrmodus „Rain“ wechseln. Hier wird die Leistung auf 148 PS gekappt. Zudem stehen, je nach Ausstattung, weitere elektronische Helfer zur Verfügung. Vorder- und Hinterradabhebeassistent verhindern zuverlässig den Überschlag, sollte es der Fahrer beim Beschleunigen oder Bremsen übertreiben. Allerdings fiel die Bremse, trotz ihrer knackig zupackenden Vierkolbenzangen, kurzfristig unangenehm auf. Bei flotter Bergabfahrt wurde mit zunehmender Dauer der Hebelweg immer länger.

Für die BMW S 1000 XR wurde ein neuer Rahmen entwickelt. Trotz der langen Federwege lassen sich die Sportlergene nicht verleugnen.

Nix zu meckern gibt es dagegen beim Fahrwerk. Die Testmaschine war mit dem Dynamic ESA ausgestattet, das in allen Lagen nahezu perfekt funktionierte. Die Maschine ließ sich präzise einlenken und klebte mit den aufgezogenen Pirellis nahezu in den Kurven. Auch beim Windschutz hat BMW gute Arbeit geleistet. Der Windschild kann per Hand in zwei Stufen verstellt werden, Turbulenzen halten sich moderat in Grenzen oder fallen bisweilen gar nicht auf, auch nicht bei hohen Geschwindigkeiten. Prima gelöst.

Fazit
Sportlich orientierte Reisefans kommen bei der XR voll auf ihre Kosten. Motor und Fahrwerk sind erste Sahne und sorgen in Verbindung mit der aufrechten Sitzpostion für entspanntes Fahren. Trotzdem kann man bei Bedarf ordentlich Gummi in den Asphalt brennen. Einzig die Aufpreisliste der begehrenswerten Goodies, die BMW anbietet, kann einem die Tränen in die Augen und den Preis in die Höhe treiben.

PLUS
  • drehmomentstarker, drehfreudiger Motor
  • hervorragendes Fahrwerk (Dynamic ESA)
  • ausgezeichneter Windschutz
  • Windschild einfach zu bedienen
  • sonorer Sound
  • bissige Bremsen

MINUS
  • Vibrationen in den Lenkerenden
  • hoher Preis in Vollausstattung

TECHNISCHE DATEN BMW S 1000 XR 

Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-
Viertaktmotor, DOHC, 16 Ventile 
Hubraum: 999 ccm
Bohrung x Hub: 84 x 49,7 mm
Leistung: 160 PS (118 kW) bei 11 000 U/min 
Drehmoment: 112 Nm bei 9 250 U/min
Verdichtung: 12,0 : 1
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Kette
Rahmenart: Aluminiumverbund-Brückenrahmen, Motor mittragend
Radstand: 1548 mm 
Federung vorn: Upside-down-Gabel, 45 mm, 
150 mm Federweg, Einstellbar
Federung hinten: Zweiarmschwinge, 140 mm Federweg
Bremsen vorn: Doppelscheibe, 320 mm, ABS 
Bremsen hinten: Einzelscheibe, 265 mm, ABS 
Bereifung vorn: 120/70-17 
Bereifung hinten: 190/55-17 
Nachlauf: 117 mm
Länge/Breite: 2 183/940 mm
Sitzhöhe: 840 mm
Leergewicht fahrfertig : 228 kg
Zuladung: 206 kg
Zul. Gesamtgewicht: 434 kg
Tankinhalt: 20 l
Lieferbare Farben: Lightwhite uni / Racingred uni 
Preis: ab 15 200,– Euro
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Stand:11 December 2019 14:47:42/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/fahrbericht+bmw+s+1000+xr+-+noch+schneller+reisen_175.html Warning: fopen(cache/970d78811dba151e7ad2b97e5b272ad5.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163