Fahrbericht KTM 1290 Super Adventure R - Die R-Vision

19.06.2017  |  Text: Till Kohlmey  |   Bilder: Sebas Romero, Marco Campelli
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Fahrbericht KTM 1290 Super Adventure R - Die R-Vision
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Mit einer KTM auf den Spuren der Dakar? Kein Problem – kurz mal über den großen Teich geflogen, um dann mit der neuen 1290 Super Aventure R abzuheben.
Wer den Überblick bei den Adventure-Modellen von KTM verloren hat, so viel vorweg: »Die 1290 R ist ein Motorrad für ganz harte Jungs, die nur das Beste haben wollen«, lautet die unmissverständliche Botschaft aus Österreich. Und in der Tat stoßen die Männer von KTM mit der R-Version in Bereiche vor, die kein zweiter Hersteller je in Angriff nehmen würde: 160 PS mit jeweils 220 Millimeter Federweg und einem geländetauglichen 21-Zoll-Vorderrad zu kombinieren, ist mehr als gewagt. Brauchen tut diese Leistung im Gelände eigentlich auch kein Mensch. Das ist auch bei KTM angekommen, die im Offroad-Modus die Leistung der R mal eben auf 100 PS herunterfahren.



Und das ist gut so, denn unser erster Kontakt findet in der Wüste von Peru statt, Schauplatz einiger spektakulärer Dakar-Etappen. Tourguide ist unter anderem der Neuseeländer Chris Birch, mehrmaliger Gewinner der Roof of Africa, der uns zuvor noch ein paar Fahrtipps mit auf den Weg gibt. Chris ist ein großer kräftiger Junge der die 1290er fast spielerisch über die staubigen Pisten und Dünen bei Huacachina gleiten lässt. Bei uns Journalisten sieht das schon ganz anders aus. Der Respekt vor vollgetankten 238 Kilogramm und 890 Millimeter Sitzhöhe ist definitiv vorhanden – die Erfahrungen in sandigem Terrain eher bescheiden. Aber auf den ersten Metern scheinen sich die ersten Kilos der R schon verflüchtigt zu haben. Sie lässt sich auf der Anfahrt trotz der aufgezogenen Grobstöller von Conti (TKC 80) recht flott über die hier noch geteerten Landstraßen scheuchen. Mit dem schmalen 21-zölligen Vorderrad im Format 90/90 21 und dem 18-Zöller (150/70 ZR 18) hinten wirkt diese Adventure zwar behäbiger und schwerfälliger als die mehr straßenorientierte S-Version, aber sie agiert im Kurvenverlauf auch etwas exakter, steifer und zielstrebiger.

Für den nötigen Komfort sorgen die voll einstellbaren Feder-/Dämpferelemente von Haus- und Hoflieferant WP, die bei der R auf jeglichen elektronischen Schnickschnack verzichten. Die Stabilität ist trotz der langen Federwege von jeweils 220 Millimetern vorn und hinten über jeden Zweifel erhaben – zumindest dann – wenn die 160 PS nicht ausgereizt werden und keine Koffer montiert sind. Die Touring-Qualitäten der R sind erwartungsgemäß aber eher bescheiden: Der Windschild fällt hier deutlich kürzer aus als bei der S und bietet trotz Höhenverstellung nur minimalen Windschutz, sorgt im Gelände aber auch dafür, dass der Highsider keinen Kollateralschaden am eigenen Körper hinterlässt. Und auch die durchgehende Sitzbank, die im Gelände maximale Bewegungsfreiheit garantiert, ist etwas straffer und schlanker gepolstert als bei vergleichbaren Reiseenduros.



Aber wir stehen heute vermehrt in den Rasten und lernen die Offroad-Kompetenz der R zu schätzen. Hier im Gelände ist diese Großenduro sicherlich nur hausintern zu schlagen. Auch wenn BMW mit der aktuellen R 1200 GS Rallye in Sachen Offroad einiges nachgebessert hat. Wer aus dem Sattel geht, genügend Druck auf die stabilen, grob gezackten Rasten ausübt und den breiten Lenker in die vordere Position gebracht hat, wird schnell eins mit der Adventure. Leistung und Vorschub sind auch im Offroad-Modus reichlich vorhanden. Die aktive Traktionskontrolle lässt erstaunlich viel Schlupf am Hinterrad zu und ermöglicht spektakuläre Drifteinlagen, ohne Gefahr zu laufen, vom eigenen Hinterrad überholt zu werden. Man ist dank der Elektronik einfach sehr viel sicherer auf Schotter unterwegs. Dazu gesellt sich ein Offroad-ABS, das ein blockierendes Hinterrad zulässt und vorn so viel Schlupf bietet, dass selbst Steilabfahrten auf losem Grund ohne schlotternde Knie in Angriff zu nehmen sind. 

Und im Sand? Hier ist definitiv volle Leistung gefragt, damit der Conti sich richtig freischaufeln kann. Also den Fahrmodi auf Sport gestellt und weiterhin mit dem ABS-Offroad unterwegs, der unabhängig vom Fahrmodus ausgewählt werden kann. Im Tiefsand – auf den Spuren der Dakar – versuchen wir das Vorderrad so weit wie möglich zu entlasten, damit es auf dem Sand schwimmt. Wer es kann – und da wären wir wieder bei Chris – gleitet mit der R wie auf einem Surfbrett durch die weiße Wüste. Wer vom Gas geht, hat verloren und bekommt die  238 Kilogramm mit voller Wucht zu spüren.



Auch den Preis von 16.995 Euro muss man erst mal stemmen: Inklusive dringend anzuratendem Rallye-Paket (breite Fußrasten, Kühlerschutz und Motorschutz), dem ABS-Dongle (Offroad-ABS für 97 Euro) und einem robusten Alu-Koffersatz plus Stahlträger (911 Euro) ist man schnell bei 18.500 Euro. Gedanken könnte man sich final noch darüber machen, welche Super Adventure R die bessere ist. Up-to-date ist sicherlich die große 1290er mit dem TFT- Display und dem umfangreichen Ausstattungspaket. Der Preis spricht aber eindeutig für die kleine 1090 Super Adventure R (ab 14.295 Euro), die aufgrund ihrer Gewichtsvorteile zumindest im Gelände die Nase vorn haben dürfte.  
 

Technische Daten

Basispreis: 16.995 Euro

Leistung: 160 PS (118 kW) bei 8 750/min, max. Drehmoment: 140 Nm bei 6 750/min

Motor: Zweizylinder-Viertakt-V-Motor, flüssigkeitsgekühlt, vier Ventile pro Zylinder, dohc, Hubraum 1301 ccm, Bohrung x Hub 108 x 71 mm, Trockensumpfschmierung, Einspritzung, G-Kat, Sechsganggetriebe, Kette

Fahrwerk: Stahl-Gitterrohrrahmen, Upside-down-Telegabel vorn Ø 48 mm, voll einstellbar, Zweiarmschwinge mit Zentralfederbein hinten, voll einstellbar, Federweg v./h.: 220/220 mm, Doppelscheibenbremse vorn Ø 320 mm, radial montierte Vierkolben-Festsättel, Scheibenbremse hi. Ø 267 mm, Zweikolben-Festsattel, Speichenräder, Reifen v. 90/90-21, hi. 150/70 ZR 18 

Assistenzsysteme: ABS, Traktionskontrolle, vier Fahrmodi, Tempomat

Abmessungen und GewichtE: Radstand 1580 mm, Bodenfreiheit 250 mm, Gewicht fahr­fertig 238 kg, Sitzhöhe 890 mm, Tankinhalt 23 Liter
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Stand:18 February 2020 16:40:54/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/fahrbericht+ktm+1290+super+adventure+r+-+die+r-vision_175.html Warning: fopen(cache/3d8473ddc8a9ab45f81a758a8c277c67.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163