Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft

11.02.2015  |  Text: Christian Heim  |   Bilder: Triumph
Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft
Fahrbericht Triumph Tiger 800 - Die Krallen geschärft
Alle Bilder »
Triumph hat der erfolgreichen Tiger-800-Baureihe die Krallen richtig geschärft und schickt zur neuen Saison gleich vier Modellvarianten in die Schlacht um die Käufergunst. Haben die Briten ihr Erfolgsmodell noch besser gemacht?
Die Tiger 800 zählen im Portfolio des britischen Traditionsherstellers zu den Modellen, die einen nicht unerheblichen Teil zum Erfolg der Marke beitragen. Das dürfte mit ein Grund sein, dass sich Triumph mit der Weiterentwicklung der kleinen Tiger ein wenig Zeit gelassen hat. Gleich vier Versionen der Tiger 800 bringen die Briten 2015 auf den Markt. Zum einen die straßenorientierte XR, zum anderen die offroadlastigere XC. Beide Modelle sind zusätzlich als X-Versionen mit einer deutlich verbesser­ten Austattung zu haben.

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Neuen gar nicht so sehr von den Vorgängern. Änderungen an Verkleidung und am Tank erkennt man erst bei genauem Hinsehen, das bekannte Gesicht mit den markanten Doppelscheinwerfern ist ebenso geblieben wie der filigrane Stahlgitterrohrrahmen. 



Die tatsächliche Entwicklungsarbeit hat Triumph unterm Kleid bzw. an den ­Innereien geleistet und die neue Tiger vor allem in puncto elektronischer ­Helfer auf den aktuellen Stand gebracht. Schließlich will man die näher rückende Konkurrenz besser auf Abstand wissen. Basismodell bildet die XR, die ebenso wie die XC über ein abschaltbares ABS, Traktionskontrolle, Bordcomputer sowie verstellbare Brems- und Kupplungshebel verfügt. Im Gegensatz zur XC mit ihren 21-Zoll-Speichenrädern rollt sie jedoch auf 19-Zöllern mit Gussschmiederädern und muss sich mit kürzeren Federwegen zufriedengeben. Auch beim Fahrwerk kommt sie nur in den Genuss von einfachen Showa-Federelementen, während die XC ein voll einstellbares Fahrwerk von WP trägt.

Die X-Versionen (XRx und XCx) ­bieten eine umfangreichere Ausstattung  mit Bordcomputer und zusätzlichen Funktionen. Auch lassen sich jetzt vier Motormappings einstellen (Sport, Road, Rain, Offroad) und drei Fahrmodi wählen (Road, Offroad und frei konfigurierbar). Das Offroad-Setting greift ins ABS und die Traktionskontrolle ein und erleichtert das Fortkommen jenseits der Straße. Tempomat, Hauptständer und selbstrückstellende Blinker komplettieren die Ausstattung.



Das ohnehin geschmeidige Dreizylindertriebwerk wurde ebenfalls überarbeitet, die Leistung bleibt bei 95 PS. Die Gasannahme erfolgt jetzt per Ride-by-wire. Im Fahrbetrieb ist der Motor das Sahnestück im ohnehin guten Gesamtpaket. Der Triple macht durch seine ­enorme Bandbreite extrem Laune, stellt jederzeit genügend Leistung bereit, verleitet aber auch zu absolut schaltfauler Fahrweise. Untertouriges Fahren nimmt er völlig klaglos hin, zieht bei Bedarf schnurrend bis an den fünfstelligen Bereich, auch im sechsten Gang. Mit dem verfeinerten Getriebe wären Gangwechsel aber ohnehin ein Kinderspiel. Butterweich und präzise rasten die Fahrstufen ein.

Über das Fahrwerk der getesteten X-Versionen gibt es gar nichts zu meckern. Sowohl mit Showa- als auch mit WP-Fahrwerk sind die Tiger freche Kurvenfresser, die sofort viel Gefühl für die Fahrbahn vermitteln. Kippeln oder ständiges Nachkorrigieren sind ihnen fremd. Und mit der XCx können sich auch weniger Geübte mal auf Schotter oder Feldwege trauen. In Verbindung mit Offroad-ABS und -Traktionskontrolle stehen schließlich noch zwei Helfer Gewehr bei Fuß, um ganz Übermütige wieder einzufangen.

Ergonomie und Komfort sind bei beiden Modellen sehr gut, wobei die Komfortsitzbank der XRx einen strafferen und angenehmeren Eindruck hinterließ als die der XCx, die deutlich weicher war. Ebenfalls gut gelöst ist der Windschutz, der selbst bei Großgewachsenen die Turbulenzen am Kopf auf ein erträgliches Maß stutzt. Optional gibt es auch größere Windschilde. 



Nicht zuletzt hält Triumph ein neues Koffersystem für die Tiger-Modelle bereit. Die neuen Aluminiumkoffer sind leichter als das bisherige System und fassen jeweils 37 Liter, das Topcase sogar 42 Liter. Damit machen sich die Tiger-Modelle auch gleichzeitig als Reise­enduro wieder attraktiv.

Fazit
Triumph hat sein Erfolgsmodell zielgerichtet und behutsam weiterentwickelt, um den heutigen Anforderungen Rechnung zu tragen. Voll einstellbares Fahrwerk, Fahrmodi, Traktionskontrolle oder wählbares Motorkennfeld lassen kaum Wünsche offen – sofern man zur Top-Version XCx greift. Aber auch die Basisversion XR bietet viel Motorrad für vergleichsweise kleines Geld, auch wenn dafür auf etwas Hightech verzichtet werden muss. Der Fahrspaß bleibt davon unberührt, denn bei den Tiger-Modellen stimmt das Gesamtpaket aus Motor und Fahrwerk, und genau das macht den Unterschied.

PLUS
  • kraftvoller Motor
  • gut zu schaltendes Getriebe
  • gute Ergonomie
  • sehr gute Bremsen
  • guter Windschutz
  • umfangreiche Ausstattung (XRx)

MINUS
  • Fahrmodi nur am Display wechselbar
  • selbstrückstell. Blinker nur in X-Version

TECHNISCHE DATEN Triumph Tiger 800 XR (XC) 

Bauart: luft-/flüssigkeitsgekühlter Dreizylinderreihenmotor 
Hubraum: 800 ccm
Bohrung x Hub: 74 x 61,9 mm
Leistung: 95 PS (70 kW) bei 9250 U/min 
Drehmoment: 79 Nm bei 7850 U/min
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Kette
Rahmenart: Stahlgitterrohrrahmen
Radstand: 1530/1545 mm (XR/XC)
Federung vorn: Upside-down-Gabel, 180/220 mm Federweg (nur bei XC und XCx einstellbar) 
Federung hinten: Zentralfederbein, 170/215 mm Federweg, einstellbar
Bremsen vorn: 308-mm-Doppelscheibe, ABS 
Bremsen hinten: 255-mm-Einzelscheibe, ABS 
Bereifung vorn: 100/90 R 19, Räder 2.50 x 19“ (XR/XRx), 90/90 R 21, Räder 2.15 x 21 (XC/XCx)
Bereifung hinten: 150/70 R 17, Räder 4.25 x 17“ (XR/XRx), 150/70 R 17, Räder 4.25 x 17“ (XC/XCx)
Sitzhöhe: 790 mm
Gewicht fahrfertig : 213/216 kg (XR/XRx), 218/221 kg (XC/XCx)
Tankinhalt: 19 l
Grundpreise: ab 9.990/10.890 Euro (XR/XRx), ab 10.890/11.790 Euro (XC/XCx)
  Teilen
Stand:26 March 2019 05:43:46/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/fahrbericht+triumph+tiger+800+-+die+krallen+geschaerft_176.html