Fahrbericht Yamaha XSR900

13.04.2016  |  Text: Jens Kratschmar  |   Bilder: Yamaha
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Fahrbericht Yamaha XSR900
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Yamaha bringt die Faster Sons auf Touren: Die neue XSR 900 kommt mit dem Knaller­motor der MT-09 und lässt Fuerteventura beben.
Volle Deckung! Patsch! Da trifft schon wieder ein Stein das Glas meiner Sonnenbrille. Fuerteventuras Straßen sind offenbar gestreut mit zentimeter großen Steinen und der klebrige S20R auf den Felgen der XSR 900 wirft diese gnadenlos nach hinten. An vierter Stelle der Kolonne schlägt’s oft ein. Also merke: Fuerte in der Gruppe nur mit Integralhelm, sonst tut’s weh. Ansonsten läuft alles schmerzfrei ab, Yamahas neue XSR 900 macht es einfach, sie ist ein durch und durch komplikationsloses Motorrad der neuesten Generation. Das zeigt auch die Bordelektronik mit ABS, Traktionskontrolle und drei Fahrmodi. Als wertvolles Schmankerl bekommt sie noch eine Anti-Hopping-Kupplung vors Getriebe gesetzt.

Auge und Hand erfreuen sich an der ­üppigen Verwendung von Aluminiumteilen und dem gelungenen Design der Faster-Sons-Blutlinie. Die folgt klar der Prämisse modernster Technik im Retrokleid – Punktlandung bei der XSR 900. Alle Infos werden gut ablesbar auf dem neuen Rundinstrument dargestellt. Optisch zieht sich die anspechende Mischung aus den Retrostilen der letzten 40 Jahre wie ein roter Faden durch das Moped. Einzig der Ausgleichsbehälter der Fußbremse wirkt offen platziert auf Hüfthöhe mehr als unsauber konstruiert. Aber da bietet der Zubehörmarkt allerlei Alutöpfchen für kleines Geld. 



Kritik bis hierher? Die Skala des Drehzahlmessers ist im heißen Gefecht bisweilen zu klein, aber diesen Motor fährt man locker nach Gehör. Eine Eigenart von Dreizylindern, dieses leichte, an einen Jet erinnernde Singen, ist bis 5000/min deutlich hörbar, danach wandelt es sich in ein tiefes, vielkehliges Brummen. Und kurz vor 8000 Touren kommt es dann, das Grande Finale aus heiserem Bellen und gröhlendem Krächzen, für das wir die Dreitöpfe lieben, fürchten und begehren. Trotz der Euro-4-Zulassung haben die Soundtüftler von Yamaha eine starke Komposition vertont.

Passend zur neuen Melodie erfolgt auch die Leistungsentfaltung. Von sämig über stramm bis stürmend legt das Triebwerk immer weiter nach und jubelt bis über 11000/min. Die ersten Kilometer sind zum Aufwärmen bestens geeignet und lassen Zeit, die drei Fahrmodi zu testen. Der Unterschied von „Standard“ zu „A“ ist fast nicht spürbar, nur mit gewalttätigem Reißen am Gasgriff ist das sponta­nere Ansprechen zu spüren. Modus „B“ hingegen drosselt die Dynamik im unteren und mittleren Drehzahlband deutlich. Es fehlen zehn bis zwölf Pferde, das dämpft den Fahrspaß aber nur gering. 



In Sachen Fahrwerk überdeckt viel Vorspannung zwar die komfortable Grundabstimmung im ersten Moment und auch in den meisten Fahrsituatio­nen, zeigt aber auch Nachwirkungen. Beim harten Ankern lupft der fehlende Negativfederweg das Hinterrad schnell in den ABS-Regelbereich. Motzen mit Stil, denn die XSR geht leichtfüßig ums Eck und sagt jederzeit, wie es um ihren Fahrzustand bestellt ist. Keine Überraschungen, keine Probleme. Eine wahre Pracht ist die Bremsanlage der 2004er-R1. Radial verschraubt nehmen sie die Scheiben zwischen ihre Backen und verzögern die 196 Kilogramm vehement.

Fazit
Motor und Fahrwerk sind Allzweck­waffen zum Spaß haben. Der nächste Dreizylinder dieser Leistungsklasse werkelt in der MV Agusta Brutale 800 und die kostet 3.095 Euro mehr. Aktuell ist es kein leichtes Unterfangen, für unter 10.000 Euro mehr Motorrad zu bekommen.

PLUS
  • freudenspendender Dreizylindermotor     
  • top Austattung, inklusive Anti-Hopping-Kupplung
  • sehr gute Bremsen mit ABS
  • hochwertige Materialien und Verarbeitung
  • Preis

MINUS
  • Federbein nicht zeitgemäß


TECHNISCHE DATEN Yamaha XSR 900 

Motor: 3-Zylinder, flüssigkeitsgek., DOHC, 4 Ventile
Hubraum: 847 ccm
Bohrung x Hub: 78,0 x 59,1 mm
Leistung: 115 PS bei 10 000 U/min
Drehmoment: 87,5 Nm bei 8500 U/min
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Kette
Rahmenart: Brückenrohrrahmen
Radstand: 1440 mm 
Federung vorn: USD-Gabel, 41 mm, 137 mm Federweg 
Federung hinten: Zentralfederbein, 130 mm Federweg
Bremsen vorn: zwei Scheiben, 298 mm
Bremsen hinten: eine Scheibe, 245 mm
Bereifung vorn: 120/70 ZR 17M/C (58W) (Tubeless)
Bereifung hinten: 180/55 ZR 17M/C (73W) (Tubeless)
Sitzhöhe: 830 mm
Gewicht : 196 kg
Tankinhalt: 14 l
Preise: 9.495,– Euro
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Stand:31 March 2020 12:18:43/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/fahrbericht+yamaha+xsr900_175.html Warning: fopen(cache/62f8ace05a99d476899906be8aab8558.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163