Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré - Grenzenloses Abenteuer

09.06.2010  |  Text: Michael Dufke  |   Bilder: Yamaha
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Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré - Grenzenloses Abenteuer
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Es gibt wieder eine Super Ténéré! Lange haben wir auf eine Nachfolgerin der Zweizylinder-Reise-Enduro von Yamaha gewartet. Hinter dem legendären Namen steckt ein komplett neues Motorrad.
Angelehnt an seine erfolgreichen Paris-Dakar-Rallyemaschinen hatte Yamaha von 1989 bis 1996 die XTZ750 Super Ténéré im Programm. Mit einem 749 Kubikzenti­meter großen, flüssigkeitsgekühlten Zweizy­linder-Paralleltwin, 69 PS und 26-Liter-Tank galt sie seinerzeit als stärkste Reise-Enduro. Direkter Konkurrent war Hondas XRV 650 Africa Twin, die von 1988 bis 2000 gebaut wurde. Während die einzylindrige XT 660 Z Ténéré 2008 komplett neu aufgelegt wurde, tat sich im Zweizylinderbereich nichts. Viel wurde spekuliert um eine neue „Wüsten-Königin“, und manch ­einer hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet. Dann, auf der Dortmunder Messe im März 2010, war es endlich so weit, eine neue Super Ténére wurde vorgestellt.



Die ersten Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Von „gut gelungen“, „spitze“, „wann kann ich die kaufen“ bis „zu schwer“, „zu teuer“, „zu bieder“ reichten die spontanen Kommentare der ­Messebesucher. Die Fahr-Präsentation der neuen ­Ténéré fand Anfang Mai im Rahmen der „Ride for Life 2010“-Tour auf dem Abschnitt Toulouse-Madrid statt. In zwei Tagen waren über 1.000 Kilometer zu bewältigen. Die Route führte auf französischer Seite zunächst in den Wallfahrtsort Lour­des und weiter auf einem Teilstück der „Tour de France“ in die Pyrenäen auf den 1.474 Meter hohen Col du Soulor. Der präsentierte sich nach der tollen, kurvenreichen Auffahrt zwar im schönsten Sonnenschein, trug allerdings noch ein dickes Schneekleid und es war entsprechend kalt. Das änderte sich bald im spanischen Teil der Vorpyre­näen. Tages­ziel war Sos del Rey Catolico, auf einem Ausläufer der Sierra de la Pena in der Provinz Zaragoza gelegen. 

Der zweite Tag begann mit einer Offroad-Strecke: fünfzehn Kilometer durch den Naturpark Bardenas Reales, auch bekannt als Monegros-Wüste. Weiter ging es Richtung Süden durch herrliche Landschaften und zügig zu befahrenden Straßen durch Mittelspanien. Und, um die Testfahrt noch abwechslungsreicher zu gestalten, gab’s zum Schluss ein ­wenig Regen. Dann war das Ziel Alcala de Henares im Großraum Madrid erreicht.



Die unterschiedlichen Streckenabschnitte hatten also alles zu bieten, wofür die ­Super Ténéré gebaut ist: Langstrecke, Kurvenspaß, Offroad und Stadtverkehr. Bereits der erste Live-Kontakt mit der neuen hinterlässt einen durchweg guten Eindruck. Solide Qualität und alles da, was man als (Fern-)Reisemotorradler so braucht: Kardanantrieb, Aluminium-Motorschutz, per Handrad einstellbare Federbasis, Doppelfalz-Speichenräder mit Schlauchlosreifen, Hauptständer, abnehmbarer Soziussitz für eine breite Ladefläche, Alukoffer, Tankrucksack, verstellbare Scheibe, zweifach einstellbare Sitzhöhe, Steckdose fürs Navi, ABS, Traktionskontrolle und ein übersichtliches Cockpit.

Herzstück ist ein 1.199 ccm messender, flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-Reihenmotor mit elektronischer Benzineinspritzung und Doppelzündung. 110 PS drückt das Aggregat bei 7.250 Umdrehungen ab und stellt bei 6.000 Touren 114 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Zum Leben ­erweckt, gibt es ein angenehmes, sonores Geräusch von sich, das an einen 90-Grad-V2-Motor erinnert. Schon unter 2.500 Umdrehungen schiebt der Motor kräftig an, und entwickelt eine harmonische Leistungskurve ohne Löcher oder sonstige Überraschungen. Und genau das stand im Lastenheft der Yamaha-Techniker: ein nachdrücklicher Vortrieb in allen Drehzahlbereichen für ein breites Einsatzspektrum. Das Sechsganggetriebe lässt sich leicht schalten und die Abstimmung passt gut.

Cockpit: solide Kompletteinheit, frei von überflüssigem Schnickschnack.

Die kompakte Bauweise des Motors und die tiefe Platzierung im Rahmen halten den Masseschwerpunkt niedrig und unterstützen ein komfortables Hand­ling. Das ergibt ein sicheres Fahrgefühl in allen Situationen, seien es enge, verwinkelte oder weite Kurven, knifflige Offroadpassagen oder das Dirigieren im dichten Stadtverkehr. Als absolut brauchbar zeigt sich auch die elektronische Drosselklappensteuerung, die für ein präzises und direktes Ansprechverhalten sorgt. Das Traktionskontrollsystem arbeitet in drei Stufen, wobei es in Stufe drei komplett abgeschaltet ist; diese ­Position wird man eher selten benötigen. Selbst Stufe eins, die sofort bei einem durchdrehenden Hinterrad eingreift, ist für moderate Naturstraßen geeignet, Stufe zwei lässt auch leichte Slides zu. 

Ein weiteres elektronisches Helferlein verbirgt sich hinter dem Namen D-MODE. Damit kann zwischen zwei verschiedenen Motorkennfeldern gewählt werden. Der S-Modus (Sport) bewirkt ein direkteres Ansprechverhalten des Motors, Stellung „T“ wie Touring eine weichere Leistungsentfaltung. Die Kombibremse mit ABS ist alles andere als giftig und lässt sich sehr gut dosieren. Meist genügt ein leichter Zug, im Ernstfall kann man beherzt ­zugreifen. Wenn nur der Handbrems­hebel betätigt wird, verteilt das System die Bremskraft je nach Situation optimal auf die vorderen und hinteren Stopper. Durch ein kurzes Antippen der Fußbremse vor Betätigung des Handbremshebels wird die Kombibremsfunktion deaktiviert.



Wenn man es nicht genau wüsste, könnte man meinen, mit einem Kettenantrieb unterwegs zu sein. So unauffällig und ruckfrei arbeitet der Kardanantrieb. Ein weiteres, gut durchdachtes Teil sind zum Beispiel die Fußrasten. Die haben nämlich hohle Gummieinsätze, die sich im Normalbetrieb komfortabel anfühlen. Bei der Fahrt im Stehen werden sie so zusammengedrückt, dass man siche­ren Stiefelkontakt mit den gezackten Rasten bekommt und das Bike besser kontrollieren kann. 

Auf der gesamten Tour erwies sich die neue Super Ténéré als sympathischer Begleiter. In keiner Situation kam ein unbehagliches Gefühl auf, im Gegenteil, es passte alles von Anfang an. Auch das nominell hohe Leergewicht von 261 Kilogramm stellte durch die ausgewogene Gewichtsverteilung auch beim Rangieren kein Problem dar, in Fahrt erst recht nicht. Wir halten sie für ein rundum gelungenes Reisemotorrad.
 
First Edition: Bei der ersten Serie gibt‘s Alu-Koffer und Motorschutz gratis dazu.

Technische Daten Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré

Preis: 14.750 Euro zzgl. NK
Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-DOHC-Motor, vier Ventile je Zylinder
Hubraum: 1.199 ccm
Bohrung x Hub: 98 x 79,5 mm
Verdichtung: 11 : 1 
Gemischaufb.: elektronische Benzineinspritzung
Kupplung: hydr. betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung 
Leistung: 110 PS bei 7.250 U/min
Drehmoment: 114,1 Nm bei 6.000 U/min
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Kardan
Radstand: 1.540 mm
Lenkkopfwinkel: 62 °
Nachlauf: 125 mm  
Rahmen: Stahlrohr-Brückenrahmen
Federung vorn: Upside-down-Gabel, x 43 mm 
Federung hinten: Zentralfederbein, verstellbar 
Federweg v/h: 190 / 190 mm 
Bremsen v/h: 2 Wave-Scheiben, 310 mm / 1 Wave-Scheibe, 282 mm, Kombibremse mit ABS
Vorderreifen: 110/80-R 19 
Hinterreifen: 150/70-R 17 
Sitzhöhe: 845-870 mm
Bodenfreiheit: 205 mm
Leergewicht: 261 kg
Zuladung: 209 kg (zulässiges Gesamtgewicht 470 kg)
Tankinhalt: 22,6 l  
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Stand:31 March 2020 11:59:52/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/grenzenloses+abenteuer_175.html Warning: fopen(cache/32659ee4f361b50a48327341355e41fc.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163