Harley-Davidson Sportster SuperLow – Näher am Asphalt

13.10.2010  |  Text: Silvia Stoll  |   Bilder: Harley-Davidson
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Harley-Davidson Sportster SuperLow – Näher am Asphalt
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Die Sportster SuperLow punktet mit niedriger Sitzhöhe und leichtem Handling. Wir testeten die Kleine auf einem Alpenkurs.
Der Sommer ist vorbei, die neuen Harleys kommen. Auf der European Bike Week am Faaker See stellt Harley Davidson traditionell die neuen V-Twins in Europa vor. Und weil die Männer in unseren Redaktionen viel zu lange Beine haben, um die niedrige Sitzhöhe zu würdigen, schickten sie mich auf der neuen Sportster SuperLow durchs Alpenland.



Österreich besteht zu gefühlten 99,9 Prozent aus Bergen. Mehr oder weniger hoch stehen sie im Weg und versperren so die freie Sicht aufs Mittelmeer. Weil diese Berge so steil sind, können sie nur mit Seil und Haken auf direktem Weg erklommen werden. Alles was Räder hat, muss den Straßen folgen, die sich in Serpentinen Richtung Gipfel winden. Sport­lich ambitionierte Biker nennen so etwas „Kurvenparadies“. Sie schleifen sich die Knieprotektoren runter und sammeln Tapferkeitsmale an Rennverkleidungen.

Mit der Sportster SuperLow reihe ich mich in den Konvoi der Todesmutigen ein. Zwar war der Schottenring einst meine Hausstrecke, doch das ist schon lange her, und zur Knieschleifer-Fraktion zählte ich mich weder früher noch heute. Mit einem leicht mulmigen Gefühl in der Magengrube nehme ich die rund 250 Kilometer von Salzburg nach Klagenfurt in Angriff.

Hohe Berge, tiefe Täler
Kilometer um Kilometer und Kurve um Kurve schrauben wir uns in die Höhe, weichen Kühen und ihren Fladen aus, bezwingen abfallende Spitzkehren und enge Biegungen. Aber mit jeder Windung schwindet das mulmige Gefühl. Die Sporty ist leicht zu handhaben und beschleunigt willig aus dem Scheitel in die Gerade. Die mittigen Fußrasten drücken die Knie geradezu an den Tank. Die Enden des neu konstruierten Lenkers liegen gut in der Hand. Die Haltung erinnert ein wenig an den „Lokussitz“, doch nur auf den Geraden.



Die Sporty lässt sich willig in die Kurven drücken. Leider ist der Spaß zu schnell zu Ende, denn bald berühren die „Angstnippel“ den Asphalt. Wer diese Warnung missachtet, wird mit Funken aus dem Keller bestraft. Dann ist die Schräglage definitiv ausgereizt. Nicht einsehbare Kurven sollten daher eher mit Bedacht angefahren werden. Das ist der Preis für die niedrige Sitzposition von 648 Millimetern. Nicht allzu groß gewachsene Biker/innen werden sich aber auf ihr wohl fühlen.

Aufgerüstetes Fahrwerk
Vor drei Jahren brachte Harley-Davidson schon einmal eine niedrigere Sportster mit verkürzten Stoßdämpfern auf den Markt. Diese Maßnahme ging allerdings zu Lasten von Optik und Fahrkomfort. Das Heck hing herunter, und die Federung war bretthart. Zwar vermittelte die tiefere Sporty Sicherheit, doch jeder überfahrene Kanaldeckel schlug durch bis in die Nackenwirbel.

Mit der 2011er Sportster SuperLow verfolgt die Company das Konzept der Sporty für Einsteiger und Ladies weiter und besserte fahrwerkstechnisch nach. Am Fahrkomfort gibt’s jetzt nichts mehr zu meckern. Dank Anleihen bei der großen Schwester XR 1200 R ist die Kleine straff, aber gut abgestimmt.



Die Motorleistung geht in Ordnung. Mit 53 PS und 70 Nm Drehmoment reißt das Flacheisen zwar keine Brocken aus dem Asphalt, beschleunigt aber ordentlich aus dem Keller. Dazu muss aber das Getriebe fleißig bedient werden. Denn die Sportster heißt ja Sportster, weil sie einst für sportlichere Biker auf den Markt gebracht wurde. Das ist nichts für schaltfaule Fahrer, und am Gashahn darf auch ordentlich gedreht werden. Dann kann man problemlos mit den großen Harleys mithalten.
 

Fazit Sportster SuperLow

Die handliche Sportster SuperLow ist dank der niedrigen Sitzhöhe und des moderaten Preises der ideale Einstieg in die Harley-Welt für kleinere Fahrerinnen und Fahrer.
 

Technische Daten Harley-Davidson Sportster SuperLow XL 883 L

Preis: ab 8.295 Euro
Bauart: Zweizylinder 45° V-Twin, luftgekühlt
Hubraum: 883 ccm
Bohrung x Hub: 76,2 x 96,8 mm
Gemischaufbereitung: elektr. Einspritzung 
Kupplung: Mehrscheiben-Ölbad 
Leistung: 39 kw (53 PS) bei 5.900 U/min
Drehmoment: 70 Nm bei 3.750 U/min
Getriebe: 5-Gang
Primärantrieb: Triplex-Kette
Sekundärantrieb: Zahnriemen
Radstand: 1.500 mm
Lenkkopfwinkel: 31°
Nachlauf: 145 mm
Federung vorne: Telegabel, ø 39 mm
Federung hinten: Federbein mit einstellbarer Federbasis
Bremsen vorne: Scheibenbremse gelocht, 2-Kolben-Bremssattel
Bremsen hinten: Scheibenbremse gelocht, 1-Kolben-Bremssattel
Vorderrad: 3,5 x 18 Zoll
Hinterrad: 4,5 x 17 Zoll
Vorderreifen: 120/70ZR 18
Hinterreifen: 150/60ZR 17 
Sitzhöhe: 648 mm
Leergewicht: 260 kg
Zul. Gesamtgewicht: 454 kg
Tank: 17 Liter
Farben: Vivid Black, Merlot & Vivid Black, Cool Blue Pearl, Birch White & Sedona Orange
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Stand:15 August 2018 20:24:57/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/harley-davidson+sportster+superlow+-+naeher+am+asphalt_18126.html