Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht

11.02.2015  |  Text: Christian Heim  |   Bilder: Kawasaki
Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht
Kawasaki Versys 650 & Versys 1000 - Das zweite Gesicht
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Es hat etwas gedauert, doch Kawasaki hatte ein Einsehen und befreit seine Versys-Modelle dank einer frischen Optik und technischen Upgrades endlich aus ihrem „Graue Maus“-Dasein.
Es war der einzige Makel, aber doch so bedeutend, dass die Versys-Modelle während ihrer gesamten Bauzeit darunter litten: der ­Kathedralenscheinwerfer nebst Verkleidung. Sowohl bei der 650er als auch bei der 1000er wollte er nie so recht wirken und auf Gegenliebe beim Käufer stoßen. Stattdessen sorgte er für Spaltung. Entweder man mochte ihn oder hasste ihn. Besonders die „Kleine“ litt darunter. Während das Straßenmodell ER-6n zum Dauerbrenner und Erfolgsgaranten wurde, fristete die Versys 650 ein Schattendasein. Das lag allerdings nicht nur an der ungewöhnlichen Optik, sondern auch am Motor, der nicht die gleiche Leistung brachte. 

Dieses Manko hat Kawasaki jetzt ausgeglichen. Zwar ist die ER-6n noch immer einen Tick stärker, aber mit ihren 69 PS muss sich die Versys jetzt nicht mehr verstecken. In der Praxis macht sich der Leistungsunterschied zwar kaum bemerkbar, trotzdem geht der Paralleltwin munter zur Sache, hängt sauber am Gas und schiebt die in der Grundversion 216 Kilogramm schwere Kawasaki flott durch Kurven und über Landstraßen. Auch Tempofahrten auf der Autobahn macht er klaglos mit und erweckt dabei nie den Eindruck, als würde ihm gleich die Puste ausgehen. So lassen sich auch mal schnell „Kilometer“ machen. Wie sich der Zweizylinder ­dabei im Verbrauch schlägt, muss er noch im Test beweisen, aber um die fünf Liter auf 100 Kilometer sollten schon drin sein. Das ergäbe bei einer vergrößerten Tankkapazität von nun 21 Litern eine Reichweite von knapp 400 Kilo­metern, wenn man eine minimale Reserve abzieht.



Die wichtigste und auffälligste Änderung ist die neu gestaltete Verkleidung mit den Kawasaki-typischen Scheinwerfern. Sportlich, aggressiv und viel gefälliger, mit einer verstellbaren und vergrößerten Windschutzscheibe, bietet sie auch einen verbesserten Wind- und Wetterschutz. Schwer zu verstehen ist ­allerdings, warum die Scheibe nur im Stand über zwei außen angebrachte Rändelschrauben zu verstellen ist. Eine Nachfrage bei den Kawasaki-Entwicklern brachte Licht ins Dunkel. Bei Kawasaki möchte man den Fahrer während der Fahrt nicht abgelenkt und mit den Händen am Lenker wissen. Folglich käme nur ein elektrisch verstellbarer Windschild in Frage, was aufwändiger und auch teurer geworden wäre. Dafür kann die Scheibe stufenlos verstellt werden und mit ein bisschen Probieren finden auch großgewachsene Fahrer die passende Einstellung. Nennenswerte Turbulenzen am Helm treten keine auf.

Bei der Ergonomie passt alles. Posi­tionierung der Fußrasten, Lenker und Sitzposition vermitteln dem Fahrer ein gutes Gefühl und sind komfortabel. Sogar der Kupplungshebel ist verstellbar. Auch über die Bremsen gibt es nichts zu meckern. Geänderte Bremssättel und bissigere Bremsbeläge sorgen für ein sauber ansprechendes Bremsverhalten. 



Ebenfalls viel investiert hat Kawasaki in die Entwicklung des neuen Gepäcksystems. Endlich sind die Koffer integriert und wirken nicht wie drangeklatscht. Erfreulich ist neben den 28 Litern Stauraum pro Abteil die Einschlüsselbedienung. Kein lästiges Schlüsselsammeln mehr. Wer sich für ein Topcase entscheidet, bekommt sogar noch 47 Liter zusätzliches Gepäckvolumen. Da passen dann auch zwei Integralhelme rein. ­Außerdem kann das gesamte Gepäck­system im Handumdrehen demontiert werden. Integrierte Griffe machen das Tragen zum Vergnügen. 

Im Zuge des neuen Gepäcksystems wurde der Heckrahmen verstärkt. Und so bietet die Versys 650 jetzt satte 210 Kilogramm Zuladung. In gleich drei Versionen wird die Versys ab sofort angeboten: ohne Gepäcksystem, als Versys 650 Tourer und in der Spitzenvariante als Versys 650 Tourer +. Dann sind Koffer, Handprotektoren, Zusatzscheinwerfer und noch andere Features im Verkaufspreis inbegriffen. Unterm Strich bietet die neue Versys 650 verdammt viel Reisemotorrad für vergleichsweise klei­nes Geld.

Bei der großen Schwester Versys 1000 sieht es ganz ähnlich aus. Auch die  „Große“ profitiert von dem Re-Design. Verschwunden die übereinanderliegenden Scheinwerfer, ersetzt durch eine sportliche Verkleidung mit zwei Scheinwerferschlitzen, die dem neuen Tourer ein geducktes, jederzeit zum Sprung bereites Aussehen verpassen. Das steht ihr aus­gezeichnet und macht Lust auf mehr. Im Zuge der Änderungen hat auch der Motor einen kleinen Leistungszuwachs erhalten. Dank geänderter Ansaugwege  weist der Reihenvierzylinder nun 120 statt 118 PS auf und stemmt 102 Newtonmeter auf die Kurbelwelle.



Auch bei der Aufhängung des Motors hat Kawa­saki nachgebessert und das Aggregat in zwei statt bisher einer gummigelagerten Halterung aufgehängt. Das reduziert die ­Vibrationen und macht das geschmeidige Triebwerk zu einem äußert an­genehmen Begleiter. Aus niedrigsten Drehzahlen zieht der Motor ruckelfrei hoch und hat keinerlei Mühen mit den 250 Kilogramm Fahrgewicht, die Kawasaki für die Versys 1000 ausweist.

Besitzer der alten Version werden jetzt aufhorchen: elf Kilogramm mehr? Richtig gelesen, die neue Versys ist schwerer geworden. Das liegt zum einen an der neuen Verkleidung, aber auch an der Verstärkung des Rahmenhecks, die das integrierte Gepäcksystem erforderlich macht. Schließlich passen in die Gepäckabteile, serienmäßig ab der Versys 1000 Tourer-Version, jeweils 28 Liter. Beim Grand Tourer kommt noch das 47 Liter fassende Topcase dazu. Ein ­serienmäßiger Hauptständer trägt ebenfalls zum Gewichtszuwachs bei. 



Keine Überraschungen beim Fahrwerk. Eine verstellbare Gabel sowie ein ebenfalls verstellbares Zentralfederbein lassen jede Menge Spielraum, um Federung und Dämpfung an den gewünschten Fahrstil anzupassen. Allerdings war die Werkseinstellung doch etwas zu weich, was sich in einem pumpenden Heck bemerkbar machte. Bei Bodenwellen schaukelte sich die Versys kurz auf. Dafür glänzt das Fahrwerk mit Komfort und macht auch längere Ausritte zu einem entspannten Erlebnis.

Auch beim Windschutz konnte die Versys 1000 überzeugen. Das neue Design der Scheibe bietet guten Schutz vor Wettereinflüssen, auch auftretende Turbulenzen am Helm halten sich durch die Höhenverstellung in Grenzen. Wie bei der Versys 650 auch, kann die Scheibe nicht während der Fahrt verstellt werden. Schade, aber etwas muss sich Kawasaki fürs nächste Upgrade aufheben.

Fazit
Alles richtig gemacht. Kawasaki hat beide Versys-Modelle punktuell und dennoch umfangreich aufgewertet. Die Versys 650 glänzt mit geringem Gewicht, einem agilen Fahrwerk und dem munteren Paralleltwin. 7.695 Euro für das Einstiegsmodell sind beinahe billig, denn als Ge­genwert erhält man viel Motorrad. Wer mehr Komfort und Leistung braucht, wird sich bei der 1000er gut aufgehoben fühlen. Der bärenstarke Vierzylinder ist ein Sahnestück und macht allzeit Laune, die Ausstattungsmöglichkeiten lassen kaum Wünsche offen und mit dem neuen Design wird endlich auch das Auge mitbedient.
 

TECHNISCHE DATEN Kawasaki Versys 650 

Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Zweizylindermotor 
Hubraum: 649 ccm
Bohrung x Hub: 83 x 60 mm
Leistung: 69 PS (51 kW) bei 8500 U/min 
Drehmoment: 64 Nm bei 7000 U/min
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Kette
Rahmenart: Stahlgitterrohrrahmen,: Motor mittragend
Radstand: 1415 mm 
Federung vorn: Upside-down-Gabel, einstellbar, Federweg 150 mm
Federung hinten: Zweiarmschwinge, Federbein, Federweg 145 mm
Bremsen vorn: 300-mm-Doppelscheibe, ABS 
Bremsen hinten: 250-mm-Einzelscheibe, ABS 
Bereifung vorn: 120/70 ZR 17, Räder 3,5 x 17“
Bereifung hinten: 160/60 ZR 17, Räder 4,5 x 17“
Lenkkopfwinkel: 65°
Nachlauf: 108 mm
Sitzhöhe: 840 mm
Leergewicht : 216 kg fahrfertig
Zul. Gesamtgewicht: 426 kg 
Tankinhalt: 21 l
Lieferbare Farben: Weiß, Schwarz, Gelb
Preise: 7.695 Euro, Tourer: 8.445 Euro, Tourer +: 8.895 Euro
 

TECHNISCHE DATEN Kawasaki Versys 1000

Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Reihenvierzylindermotor 
Hubraum: 1043 ccm
Bohrung x Hub: 77 x 56 mm
Leistung: 120 PS (88,2kW) bei 9000 U/min
Drehmoment: 102 Nm bei 7500 U/min
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Kette
Rahmenart: Aluminiumbrückenrahmen, Motor mittragend
Radstand: 1520 mm 
Federung vorn: Upside-down-Gabel, einstellbar, Federweg 150 mm
Federung hinten: Zweiarmschwinge, Federbein, Federweg 150 mm
Bremsen vorn: 310-mm-Doppelscheibe, ABS 
Bremsen hinten: 250-mm-Einzelscheibe, ABS 
Bereifung vorn: 120/70 ZR 17, Räder 3,5 x 17“
Bereifung hinten: 180/55 ZR 17, Räder 5,5 x 17“
Lenkkopfwinkel: 63°
Nachlauf: 106 mm
Sitzhöhe: 840 mm
Leergewicht: 250 kg fahrfertig
Zul. Gesamtgewicht: 470 kg 
Tankinhalt: 21 l
Lieferbare Farben: Orange, Schwarz, Weiß
Preise: 12.195 Euro, Tourer: 12.990 Euro, Grand Tourer: 13.990 Euro
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Stand:31 March 2020 11:53:18/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/kawasaki+versys+650+amp%3B+versys+1000+-+das+zweite+gesicht_176.html Warning: fopen(cache/34e260f89504f60531832eb93d877dbb.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163