Kawasaki Z800 – Fahrbericht

13.02.2013  |  Text: Kim Koschorreck  |   Bilder: Kawasaki
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Kawasaki Z800 – Fahrbericht
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Im Revier der Schönen und Reichen schubsten wir die Z800 im Fürstentum Monaco um einige Kurven. Richtig viel Spaß hat es gemacht, trotz reichlich Wasser im Schritt
Monacopolis“ – die Stadt der Reichen an der Côte d’Azur: Zwischen Bentleys und Bu­gattis, Ferraris und Maybachs lädt Kawasaki zur Präsentation der neuen Z800. Muss man da Minderwertigkeitskomplexe bekommen? Nein, nur als Autofahrer oder Schiffsbesitzer. Alles wäre super, wenn da nicht das Wetter wäre … Am Morgen des ersten Fahrtages regnet es Hunde und Katzen. Die Motorradstiefel verwandeln sich nach kürzester Zeit auf der Maschine von Sportschuhen in randvolle Wasserbehälter. Wie entzückend, dass die Teile Belüftungsöffnungen besitzen. So kann das Wasser wenigstens wieder ablaufen. Die Handschuhe halten den Regenmassen auch nicht viel länger stand.



Trotz des versifften Wetters muss die Z800 natürlich auf Herz und Nieren ­getestet werden. Als erster Kandidat kommt der Serienreifen an die Reihe. Der neue Dunlop Sportmax D 214 verhält sich wirklich beispielhaft auf Autobahn und Landstraße. Nicht ein einziger Rutscher, geschweige denn irgendeine Instabilität gibt es mit dem Gummi zu verzeichnen und das trotz teilweisem Aquaplaning. Auch der Grip und das Abrollverhalten präsentieren sich wirklich überzeugend. Eine lohnende Koope­ration der beiden japanischen Firmen. 

Nächster in der Reihe ist der Tacho. Das neue Design ist dreigeteilt – ­Geschmacksache. Auf jeden Fall hält er mehr Informationen bereit, als ein Mensch auf einmal verarbeiten kann. Von durchschnittlichem Verbrauch, aktuellem Verbrauch, Restreichweite, Zeituhr, Wassertemperatur, Trip 1, Trip 2, Gesamtkilometer, Drehzahl, Geschwindigkeit, Tankanzeige und weiß Gott was noch alles, wird der Fahrer überhäuft mit Informationen. Wer es braucht, wird damit glücklich. Einzige Kritik: Wenn ich schon jegliche denkbare Information in diese Anzeige packe, warum dann keine Ganganzeige? Das wäre sinnvoll gewesen, falls der Alzheimer mal wieder zuschlägt. 

So geht es weiter über französische Straßen in Richtung unseres Fototreffpunktes. Nach knapp zwei Stunden in strömendem Regen meint es schließlich doch jemand da oben gut mit uns, denn kurz vor unserer Ankunft am Ziel hört es auf zu schütten. Als dann noch passend zu den Fotos die Sonne aus den Wolken bricht, preist die Journalisten-Meute den Himmelsvater.



Bei den Fotofahrten und der darauf folgenden Bergstrecke kann nun endlich ausgiebig das Fahrwerk und der Motor getestet werden. Und was dabei herauskommt, überzeugt. Das Fahrwerk ist einfach Spitze. In Kombination mit den Reifen bekommt man zu jeder Zeit ein präzises Feedback von der Straße und die Maschine fällt federleicht in Kurven. Das Ansprechverhalten der Federelemente ist extraklasse und die kompakte Bauweise sorgt für kinderleichtes Handling. So fährt sich die Ideallinie fast von selbst und das Knie eifert stets mit sicherem Gefühl dem Asphalt entgegen. Eine perfekte Kombination aus Sportlichkeit und Komfort. So kann dann auch der kraftvolle 113-PS-Motor richtig genutzt werden, ohne Angst haben zu müssen, dass man auf einmal den Boden unter den Reifen verliert. 

Der Motor bietet von niedriger Drehzahl ab eine ausgewogene Kraftentfaltung. Mit 83 Nm bei 8.000 U/min erreicht er dann seinen Höhepunkt. Ab da rastet er völlig aus – im positiven Sinne. Mit diesem 800-Kubik-Gerät geht es ruckzuck vorbei an lahmen Gurken. Motor und Fahrwerk sind absolut ge­lungen und in allen Punkten besser als beim Vorgängermodell Z750. Aber so hatten wir das natürlich erwartet. Nur das hakelige Getriebe fällt ein wenig aus der Reihe. Die Gänge wollen ab und zu nicht so einrasten, wie der Fahrer es will. Das macht sich vor allem in den unteren Gängen bemerkbar. So landet man ge­legentlich ungewollt im Leerlauf und ist dann doch etwas verwirrt.



Beim Design hat Kawasaki aus den Vollen geschöpft. Die Z800 strahlt einem bullig und wild entgegen. Das hohe Heck, die niedrige Front und die Gestaltung im Detail verpassen ihr ­einen aggressiven Charakterzug, ähnlich dem eines Raubtieres. Die Sitzposition ist bequem und entspannt, einzig der Beinwinkel ist für weite Strecken ein ­wenig spitz. 

Das einzig wirkliche Manko der Z800 sind die Bremsen, die sich leider als sehr stumpf präsentieren. Die Z800 kann und möchte schnell bewegt und natürlich stark verzögert werden. Diesen Bremsen fehlt der nötige Biss. Schade ­eigentlich …
 

Fazit Kawasaki Z800

Die Z800 ist ein Motorrad mit wirklich großem Spaßpotenzial. Sie kann alles besser als ihre Vorgän­gerin Z750 und sieht dazu noch viel heißer aus. Alles an ihr ist ausge­wogen und exzellent aufeinander abgestimmt und sorgt für Fahrfreude in jeder Situation. Nur die Bremsbeläge lassen zu wünschen übrig. Fahrwerk und Motor sind ein Traum und das angebotene Zubehör kann die Maschine in allen ­Belangen noch ergänzen. Wer auf Naked Bikes steht, der wird mit der Z800 seinen Spaß haben. 

Hard Facts:
  • Die Z800 kommt als E-Version auf Europa abgestimmt. Sie ist für Einsteiger mit dem neuen A2-Führerschein konzipiert, hat aber offen lediglich 95 PS statt 113 PS.
  • Sowohl die Standardversion als auch die „E“ erscheinen in Deutschland ausschließlich mit ABS. Beide Versionen sind ab Februar erhältlich.
  • Preise: E-Version 8.595 Euro; normale Version 9.495 Euro.
  • Farbvarianten: Grün, Weiß, Schwarz
  • Die Z800 besitzt drei neue Streben am Rahmen. Rechts und links den Subframe, der es ermöglicht, den Motor hinter den Zylindern aufzuhängen. Vorne zwischen linker und rechter Rahmenhälfte sitzt ein Cross-Frame, der für mehr Stabilität im Fahrwerk sorgt.
  • Das Styling der Z800 ist nach dem japanischen Stichwort Sugomi entworfen. Sugomi bedeutet auf Deutsch: In der Ruhe liegt die Kraft. Wie ein Panther, immer ruhig und beherrscht, und trotzdem stets zum Absprung bereit.
  • Das Z als Designelement ist bis zu zehn Mal am Motorrad versteckt. Rücklicht und Sitz sind nur zwei Beispiele dafür.
  • Die beidseitig angebrachten Krümmerabdeckungen sind nur in Deutschland serienmäßig. In anderen Ländern muss man für sie zusätzlich Geld auf den Tisch legen.
  • Der neue Dunlop-Reifen Sportmax D 214 kommt mit der Z800 erstmals nach Europa. Bisher gab es ihn nur in Japan.
  • Bei den Federelementen der Z800 können Federvorspannung und Zugstufe eingestellt werden. Bei der E-Version kann lediglich die Federvorspannung des Federbeins angepasst werden.
  • An Zubehör aus dem Hause Kawasaki gibt es für die Z800: Windschild, Soziusabdeckung, Sturzpads und eine Tasche für den Soziussitz.

PLUS
  • Agiles Fahrwerk mit Einstellmöglichkeiten 
  • Kraftvoller Motor
  • Aggressives Design
  • Gutmütige Reifen mit bombigem Feedback
  • Bequeme und ergonomische Sitzposition
  • Reisetaugliche Accessoires verfügbar

MINUS
  • Stumpfe Bremsen
  • Hakeliges Getriebe
 

Technische Daten Kawasaki Z800

Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihenvierzylinder
Hubraum: 806 ccm
Bohrung x Hub: 71 x 50,9 mm
Verdichtung: 11,9 : 1
Leistung: 83 kW (113 PS) bei 10.200 U/min
Drehmoment: 83 Nm bei 8.000 U/min
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Kette
Rahmenart: Perimeterrahmen aus Stahl
Radstand: 1.445 mm
Federung vorn: Upside-down-Gabel, x 41 mm, -Federweg 120 mm, Federbasis und Zugstufe einstellbar
Federung hinten: Bottom-Link Uni-Trak mit Gasdruck-Zentralfederbein, Federweg 137 mm, Federbasis und Zugstufe einstellbar
Bremsen vorn: 310-mm-Doppelscheibe, -Vierkolben-Bremssattel, ABS
Bremsen hinten: 250-mm-Scheibe, -Einkolben-Bremssattel, ABS
Bereifung vorn:  120/70 ZR 17 M/C
Bereifung hinten: 180/55 ZR 17 M/C
Sitzhöhe: 834 mm
Leergewicht: 229 kg
Bodenfreiheit: 150 mm
Tankinhalt: 17 l 
Preis: 9.495,– Euro zzgl. Nebenkosten
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Stand:23 August 2019 21:47:14/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/kawasaki+z800+_18110.html Warning: fopen(cache/c48494eae6c1263443b8a07c772d8b1e.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163