KTM 1050 Adventure - Fahrbericht

08.04.2015  |  Text: Ulf Böhringer  |   Bilder: KTM
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KTM 1050 Adventure - Fahrbericht
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Die 1050 rundet das Adventure-Programm vorerst nach unten ab.
Reichen 95 PS (70 kW) für vollen Fahrspaß, wenn man zuvor einen Tag mit 160 Pferden über Gran Canaria gedonnert ist? Ja, sogar dicke! Dank der sehr geschickt vorgenommenen Triebwerksverkleinerung auf 1050 Kubikzentimeter ergibt sich bei der „kleinen“ Adventure eine ausgesprochene Büffel-Charakteristik. Bis zu ihrem Zenit bei 6200 Umdrehungen liegt die Motorleistung auf gleicher Höhe wie beim nominell ein Drittel stärkeren Schwestermodell 1190! Insbesondere auf kurvenreichem Terrain wie Gran Canaria setzt sich die KTM 1050 Adventure hervorragend in Szene. Das nicht zuletzt deshalb, weil sie fünf Kilogramm abgespeckt hat: Etwas schmalere Räder und der Verzicht auf allerlei Ausstattungsdetails sind die Ursache. Gefühlt ist die 1050er sogar wesentlich leichter geworden, was nicht zuletzt daran liegt, dass die schmaleren Reifen das Handling in Kurven vereinfachen. Der Fahrspaß leidet unter dem Hubraum- und Leistungsminus also keineswegs, eher im Gegenteil. Das liegt auch am gegenüber der 1190 etwas breiteren Lenker, der die Sitzposition positiv beeinflusst. 



Als absolut überzeugend empfanden wir die Fahrwerksabstimmung an Front und Heck, auch die Bremsanlage mit dem vereinfachten Zweikreis-ABS funktioniert tadellos. Zusammen mit der bestens dosierbaren Gasannahme des druckvollen V 2 ergibt sich eine überzeugend leichte Fahrbarkeit; wegen des schmäleren Drehzahlbandes muss man etwas öfter schalten als bei der höher drehenden 1190er, doch das stört dank des leichtgängigen und präzise arbeitenden Getriebes nicht weiter.
Neben zahlreichen Vorzügen hat die 1050 Adventure von der größeren Schwes­ter allerdings auch einige Unarten übernommen: Der ungünstig geformte Windschild sorgt trotz seiner Verstellmöglichkeit bei Fahrern fast aller Staturen für ­Turbulenzen am Helm, der Bordcomputer ist unpraktisch zu bedienen und schwer ­ablesbar. Das KTM-eigene Gepäcksystem überzeugt zwar durch großes Volumen, lässt aber die Fahrzeugbreite immens ­anwachsen und ist optisch aufdringlich. Für besseren Windschutz bietet KTM gegen Mehrpreis einen kleineren Windschild wie auch eine größere Scheibe an. Wie gut diese Alternativen funktionieren, konnten wir noch nicht erforschen.

Mit 12.695 Euro liegt die KTM 1050 ­Adventure 1.300 Euro unter dem Basispreis der deutlich stärkeren Schwester. Sie muss, um diesen Preis erreichen zu können, auf allerlei Ausstattungsdetails verzichten: Der Hauptständer fehlt, die Bordsteckdose ebenfalls. Die schönen Speichen­räder mussten relativ gewöhnlichen Leicht­metall-Gussrädern weichen, die Federelemente sind geringer dimensioniert und nicht so vielfältig einstellbar, das ABS ist ebenfalls einfacher gehalten. Zwar ist kein einziges dieser Details von dramatischer Wichtigkeit, in Summe wird ihr Nichtvorhandensein aber doch als Manko empfunden. Einige dieser Dinge lassen sich beim Händler gegen Zuzahlung nach­rüsten, so dass die Funktion punktuell verbessert werden kann. 



Freilich ist es so, dass kaum eine 1190 Adventure zum Listenpreis von 13.995 Euro aus dem Laden rollt; fast alle Käufer bestellen das 1.550 Euro kostende Elektronik-Paket mit einstellbarem Fahrwerk, Reifendruckkontrolle, Hauptständer sowie Kurven-ABS samt Integralbremssystem dazu, womit sich der Preisabstand zur 1050 in der Praxis dann doch vergrößert. 

So dürfte der Hauptkonkurrent der 1050er-KTM die Suzuki V-Strom 1000 sein, der sie sowohl preis- wie leistungsmäßig ebenbürtig ist. An die Beratungsqualität der KTM-Händler stellt die 1050 Adventure große Anforderungen: Ihr Nutzen erschließt sich nicht beim Blick aufs Datenblatt, ihre Vorteile müssen überzeugend erklärt werden. Nicht zuletzt, weil der KTM-Slogan „Ready to Race“ ja suggeriert, dass nur viel (Leistung) auch viel (Fahrspaß) bringt.

Freuen dürfen sich A 2-Lizenzinhaber; sie können mit der auf 48 PS/35 kW drosselbaren 1050 Adventure erstmals eine vollwertige KTM-Reiseenduro fahren. Wie gut dieses Angebot am Markt ankommt, muss sich zeigen. Ein Selbstläufer dürfte es jedenfalls nicht sein, weil A 2-Führerscheine nicht sehr verbreitet sind und junge Motorradeinsteiger wohl nur in den seltens­ten Fällen von einem ausgewachsenen Reisemotorrad träumen, auch wenn KTM draufsteht. Dennoch: Die KTM 1050 ist 
ein seriöses Angebot für die­jenigen, die nicht dem orangefarbenen Leistungswahn verfallen sind, sondern ein ausgewogenes, vergnügliches und dabei ebenso agiles wie potentes Motorrad suchen, das sich durch leichte Fahrbarkeit und gute Reisequalitäten auszeichnet. Insofern sind 12.695 Euro dann doch nicht zu viel.

PLUS
  • enorm kräftiger 95-PS-Motor
  • leicht fahrbar dank prima Handlichkeit
  • gute Bremsen mit gutem ABS
  • gut bedienbar und soziustauglich

MINUS
  • Ausstattungsverzicht kommt teuer
  • Turbulenzen beim Serienwindschild
  • umständliches Bordcomputermenü
  • Koffersystem klobig und breit

TECHNISCHE DATEN KTM 1050 Adventure

Motorbauart: Flüssigkeitsgekühlter Zweizylindermotor
Hubraum: 1050 ccm
Bohrung x Hub: 103 x 63 mm
Leistung: 95 PS (70 kW) bei 6200 U/min
Drehmoment: 107 Nm bei 5750 U/min
Getriebe: 6 Gänge
Sekundärantrieb: Kette
Rahmenart: Stahl-Gitterrohrrahmen
Radstand: 1560 mm
Federung vorn: WP USD-Gabel, 43 mm, Federweg 185 mm
Federung hinten: WP Mono-Federbein, Federweg 190 mm
Bremsen vorn: 320-mm-Doppelscheibe, ABS
Bremen hinten: 267-mm-Einzelscheibe, ABS
Bereifung vorn: 110/80 R 19
Bereifung hinten: 150/70 R 17
Lenkkopfwinkel: 64 mm
Nachlauf: 120 mm
Sitzhöhe: 850 mm
Leergewicht: ca. 230 kg fahrfertig vollget.
Zul. Gesamtgewicht: 240 kg
Tankinhalt: 23 Liter
Lieferbare Farben: orange/schwarz
Preise: 12.695 Euro
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Stand:09 April 2020 22:54:45/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/ktm+1050+adventure+-+fahrbericht_176.html Warning: fopen(cache/24730ebf9494811da2a23e8e1900ffcf.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163