Triumph Rocket III Touring vs. Victory Cross Roads Classic LE – Vergleichstest

04.12.2012  |  Text: Christian Heim  |   Bilder: Volker Rost
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Triumph Rocket III Touring vs. Victory Cross Roads Classic LE – Vergleichstest
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Zwei Schwergewichte mit jeder Menge Komfort und Tourentauglichkeit, aber unterschiedlichen Antrieben. Amerika gegen England oder besser gesagt Victory gegen Triumph. Ein noch junger Motorradhersteller, der seit einigen Jahren konsequent seine Modellpalette ausbaut, gegen einen Traditionshersteller, der schon einmal vom Markt verschwunden war – interessanter Vergleich.

Dabei verbindet die beiden Modelle der Hersteller doch mehr, als sie trennt. Victory setzt mit der Cross Roads Classic LE genauso aufs Tourensegment wie Triumph mit der 2008 erschienen Rocket III ­Touring. Beide tragen die klassischen Cruiser-Zutaten wie Windschild, Trittbretter, Koffer und eine klassisch elegante Lackie­rung. Nur im Antriebskonzept kommen unterschiedliche Motoren zum Einsatz. Hier der amerikanische V 2, da der britische Dreizylinder. Beide ­Aggregate überzeugen mit ausreichend Leistung und Laufkultur.

Bei Fahrwerk und Bremsen gehen Victory und Triumph keine Kompromisse ein, wobei die Amerikaner noch etwas mehr auf modernere Technik ­setzen. Upside-down-Gabel und Zentralfederbein sind bei Victory Standard. Beide Fahrwerke sind komfortabel ab­gestimmt, die Bremsen packen hervor­ragend und ABS ist serienmäßig verbaut. Für welches dieser beiden Tourenmotorräder letztlich die Entscheidung fällt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Für Individualisten also genau das Richtige.

Triumph Rocket III Toruing

Dieses Motorrad polarisiert, spaltet die Meinungen in Faszination oder Ablehnung. Sicher erfolgt die erste Kontakaufnahme über die ­Optik und die ist nicht jedermanns Geschmack. Der Dreizylindermotor mit seinen chromverkleideten Auspuffkrüm­mern dominiert einen Großteil des Motorrads und erinnert an einen Schiffsdiesel. Dabei tut man diesem Triebwerk Unrecht, denn die britischen Ingenieure haben der entschärften Version der ­Rocket Roadster noch mehr Kultiviertheit beigebracht. Der Motor läuft so geschmeidig und rund, dass der Vergleich mit einer Turbine es wohl treffender umschreibt. Schub gibt es in allen Lebens­lagen und selten haben sich knapp über 100 PS so gewaltig angefühlt. Obwohl Gelassenheit eine der Stärken dieses Tourers ist, kann er bei Bedarf so flott bewegt werden, wie es einem Dickschiff dieser Kategorie kaum zuzutrauen ist. 

Man sitzt wie in einem englischen Sessel und möchte nicht so schnell wieder aufstehen oder gar absteigen

Fahrwerk und Bremsen sind der Masse des Motorrads in ihrer Leistung mehr als angemessen. Die Gesetze der Physik lassen sich allerdings nicht aus­hebeln, denn 400 Kilogramm Gewicht schieben in Kurven zwangsläufig mit ­vehementer Kraft nach außen. Trotzdem ist Fahrdynamik kein Fremdwort und auch der Fahrspaß kommt nicht zu kurz.

Einen sechsten Gang benötigt die Triumph tatsächlich nicht und erspart ihrem Fahrer damit unnötiges Schalten. Die fünf Gänge sind ausreichend lang übersetzt und mit der Schaltwippe lassen sich die Fahrstufen sogar lässig mit der Hacke einlegen. Windschild, Koffer, Trittbretter und Komfortsitzbank – für lange Ausfahrten bietet die Rocket ­Touring genügend Komfort. Ein paar serienmäßige Heizgriffe hätten ihr sicher gut gestanden; für solche Wünsche hält Triumph einen umfangreichen Zubehörkatalog bereit.

Antrieb Triumph Rocket III Touring
Drei Zylinder und 2,3 Liter Hubraum sind ein Alleinstellungsmerkmal, gegen das die Konkurrenz nicht ankommt. Der Motor schöpft aus dem Vollen und stellt bei niedrigsten Drehzahlen einen unglaublichen Schub bereit, der scheinbar nie enden will, egal in welchem Drehzahlbereich die Rocket gerade bewegt wird. Der Durchzug ist brutal und mehr als fünf Gänge benötigt die Triumph tatsächlich nicht. Das Getriebe ist gut abgestuft und lässt sich präzise schalten. Der Verbrauch liegt mit knapp über sieben Li­tern auf 100 Kilometern im Rahmen.

Fahrwerk Rocket Touring
Die Dämpfung ist weich, der Komfort hoch. Allerdings pumpt das Heck kräftig in langgezogenen Kurven, dafür werden Unebenheiten aller Art ­gefühlvoll weggebügelt. Das Einlenkverhalten ist sehr genau und wenn die Rocket rollt, lässt sie sich fast spielerisch bewegen. Bei den Bremsen gibt es keine Kompromisse. Die Stopper lassen sich sehr genau dosieren und besonders die Hinterradbremse ist ­extrem bissig ausgelegt und verzögert so vehement, dass man das Bremsen vorn schon mal vernachlässigen kann. Das ABS regelt kaum spürbar, lediglich am Hinterrad greift es früher und macht sich als Pumpen im Fußbremshebel bemerkbar.




Praxis
Sitzposition und Ergonomie geben kaum Anlass zur Kritik. Der Windschild funktioniert gut und schützt den Fahrer ausgezeichnet. Mit zwei Handgriffen ist die Scheibe schnell abgenommen, ebenso wie die schlanken Koffer, für die man allerdings Werkzeug benötigt. Ansonsten ist 
die Rocket recht minimalistisch ausgestattet. Aber dafür gibt es ja das Zubehörprogramm von Triumph.

Emotionen
Eine Rocket zu bewegen, ist ein Erlebnis der besonderen Art. Schreckt zuerst die schiere Masse dieses Ungetüms, überwiegt später die Freude über das einmalige Antriebsaggregat, auch wenn die Optik gewöhnungs­bedürftig ist. Der Rest ist Fahrspaß.

Victory Cross Roads Clasic LE

Die amerikanische Marke Victory hat ihre Modellpalette inzwischen beachtlich ausgebaut. Immerhin 15 verschiedene Motorräder stehen zur Auswahl. Mit der Cross Roads Classic und dem Sondermodell LE hat Victory zwei Tourer am Start, die den schnörkellosen, klassi­schen Auftritt pflegen. Windschild, Koffer und lange ­Fender sind das markante Erkennungsmerkmal. Zusammen mit der Zweifarben-Lackierung und der Zweirohr-Auspuffanlage ist das optisch sehr gelungen.

Beim Motor vertraut Victory auf den bewährten Freedom-Motor, der auch in allen anderen Modellen seinen Dienst verrichtet. Leider leistet das feine V2-Aggregat ausgerechnet in der limitierten Version der Cross Roads Classic auf einmal 15 PS weniger als in den Schwestermodellen. Dank EU-Geräusch- und Abgasnorm schränkt ein Restrictor die Luftzufuhr ein. Der V2 mit der 2-in-2- Auspuffanlage wäre schlicht zu laut. Zum Glück bietet Victory einen Entdrosselungskit mit Gutachten an. Damit stehen wie in den Schwestermodellen wieder die vollen 89 PS zur Verfügung. Dennoch hat das Triebwerk keine Probleme mit den 360 Kilogramm Masse des Cruisers. Einzig der dumpf bollernde Klang wird schmerzlich vermisst.

Der Sitz ist extrem komfortabel und nicht zu weich. So verlieren auch lange Touren ihren Schrecken.

Die Cross Roads Classic hat nicht nur ein schönes Lackkleid bekommen, auch die 258 Kilogramm Zuladung sind ein Spitzenwert. Damit lassen sich eine Sozia inklusive Gepäck für eine Weltumrundung zumindest theoretisch aufsatteln. Denn ganz so viel Platz hat die Victory dann doch nicht, und so weit muss es auch nicht gehen. Im Alltag ­beweist die Cross Roads genauso ihre Qualitäten wie auf langen Strecken. Und wer sie noch etwas ausstatten möchte, auch Victory bietet jede Menge Zubehör an.

Antrieb Victory Cross Roads Classic
Der V2-Motor der Victory muss sich nicht verstecken. Zwar hat er einen Zylinder, knapp 560 ccm Hubraum und nominal 32 PS weniger als das britische Tourenschiff, dafür muss er aber auch 40 Kilogramm weniger Gewicht schleppen. Allerdings leistet der Motor in der LE-Version knapp 15 PS weniger als in den anderen Modellen.  Dennoch sind Leistung und Drehmoment zur Genüge vorhanden. Beim Verbrauch macht sich das Gewicht be­merkbar. Dennoch sind 6,3 Liter auf 100 Kilometer ein durchaus akzeptabler Wert. 

Fahrwerk Cross Roads Classic
Während die Cross Roads auf „alt“ macht, besticht das Fahrwerk durch zeitgemäße Bauteile. Eine Upside-down-Gabel sowie eine Alu-Schwinge mit Zentralfederbein verpassen der Victory ausgezeichnete Fahreigenschaften. Sie ist straff gefedert ohne auf Komfort zu verzichten, nimmt Fahrbahnunebenheiten ge­lassen unter die Räder und lässt sich auch in Kurven trotz ihres hohen Gewichts nicht aus der Ruhe bringen. Die Bremsen mit der Doppelscheibe vorn verzögern ausgezeichnet, das ABS muss nur sehr selten regelnd eingreifen. Und wären da nicht die Trittbretter, so ließe sich der Tourer in erstaunliche Schräg­lagen treiben. 


Totale Entspannung: Dank der leicht vorverlegten und angestellten Trittbretter sitzt es sich auf der Cross Roads Classic LE locker und leicht.

Praxis
Zwei Softbags mit insgesamt 65 Litern Stauraum, eine superbequeme Sitzbank, Tempomat und eine hohe Windschutzscheibe, mehr braucht es nicht, um völlig relaxed am Ziel anzukommen. Und auch Beifahrer können sich über mangelnden Komfort nicht beschweren. Sitzbank, Polster und Fußrasten sorgen für eine angenehme Sitzposition. 

Emotionen
Der gesamte Auftritt der Victory ist auf Nostalgie getrimmt, Verwechslungsgefahr mit Modellen aus Milwaukee inklusive. Eine Cross Roads zu bewegen bedeutet Entschleunigung. Hektik oder Eile haben hier keinen Platz.


Fazit Triumph Rocket III Touring
Triumph beweist mit der Rocket nun schon seit acht Jahren, dass sich Fahrdynamik und Gewicht nicht zwangsläufig ausschließen müssen. Die Rocket III Touring folgt dieser Tradition. Trotz ihres wuchtigen Auftretens verbreitet sie unglaublichen Fahrspaß. Motor, Getriebe, Fahrwerk und Bremsen lassen kaum Wünsche offen und geben wenig Anlass zur Kritik. Auch die serienmäßige Ausstattung kann sich sehen lassen. Bis auf ein paar nützliche Accessoires wie Tempomat, Heizgriffe oder Ganganzeige fehlt der Touring fast nichts. Optional lässt sie sich mit Fahrer- und Beifahrerrückenstütze ausstatten. Das geht zwar ein bisschen ins Geld und wiederum aufs Fahrzeuggewicht, hebt aber den Tourenkomfort in ungeahnte Höhen. Bequemer geht es dann wirklich nicht mehr. Extra Bonus: Eine Rocket III Touring sieht man nicht an jeder Straßenecke.

Fazit Victory Cross Roads Classic LE
Auch Victory bietet im Bereich Tourer und Cruiser inzwischen eine gute Auswahl an. Die Cross Roads Classic LE bedient die Wünsche der Kunden nach einem klassischen Cruiser. Windschild, Koffer, Speichenräder und eine schlicht-elegante ­Lackierung lassen die Victory wie ein Motorrad aus den 60er-Jahren auftreten. Kein Hightech, keine Moderne – zumindest optisch. Unter dem Kleid setzen die Amerikaner auf moderne und bewährte Technik. Motor, Fahrwerk, Bremsen, alles top. Und obwohl die Cross Roads mehr zum gemütlichen Cruisen animiert, kann sie auch richtig gefordert und um die Kurven gejagt werden. Bis die Trittbretter aufsetzen. Ausstattungstechnisch lässt sie sich mit jeder Menge Zubehör aufwerten, und wem die 74 PS nicht reichen, kann den Motor auch entdrosseln lassen. Dann gibt‘s wieder 89 PS.


Technische Daten Triumph Rocket III Touring

Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Dreizylinder-Viertaktmotor
Hubraum: 2.294 ccm
Bohrung x Hub: 101,6 x 94,3 mm
Verdichtung: 12,6 : 1
Leistung: 106 PS bei 5.400 U/min
Drehmoment: 206 Nm bei 2.000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
Getriebe: 5-Gang
Sekundärtrieb: Kardan
Radstand: 1.705 mm
Federung vorn: 43-mm-Upside-down-Gabel, 120 mm Federweg 
Federung hinten : Zweiarmschwinge, Stereo-Federbeine, 105 mm Federweg
Bremsen vorn: 320-mm-Doppel-Scheibenbremse, Vierkolben-Festsättel, ABS
Bremsen hinten: 316-mm-Scheibenbremse, Zweikolben-Schwimmsattel, ABS
Vorderreifen: 150/80 R 16 71H
Hinterreifen: 180/70 R 16 77H
Zuladung: 220 kg
Gewicht1: 395 kg
Tankinhalt: 22,3 Liter
Grundpreis: 20.590 Euro zzgl. Nebenkosten


Technische Daten Victory Cross Roads Classic

Bauart: Luft-Öl-gekühlter V-Zweizylinder-Viertaktmotor
Hubraum: 1.731 ccm
Bohrung x Hub: 101 x 108 mm
Verdichtung: 9,4 : 1
Leistung: 74 PS bei 4.800 U/min
Drehmoment: 140 Nm bei 3.000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Riemen
Radstand: 1.670 mm
Federung vorn: 43-mm-Upside-down-Gabel, 130 mm Federweg
Federung hinten: Alu-Schwinge, Zentralfederbein, 120 mm Federweg
Bremsen vorn: 300-mm-Doppelscheibe, Vierkolben-Bremszangen, ABS
Bremsen hinten: 300-mm-Bremsscheibe, Zweikolben-Bremszange, ABS
Vorderreifen: 130/70 B 18 M/C 63H
Hinterreifen: 180/60 R 16 M/C 80H
Zuladung: 258 kg
Gewicht1: 360 kg 
Tankinhalt: 22 Liter
Grundpreis: 18.900 Euro


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Stand:31 March 2020 02:59:21/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/massen-bewegung_175.html Warning: fopen(cache/c7ef1b0f673dbcaad6194549094ec180.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163