Triumph Tiger Sport – Fahrbericht

12.04.2013  |  Text: Christian Heim  |   Bilder: Triumph, Alessio Barbanti
Triumph Tiger Sport – Fahrbericht Triumph Tiger Sport – Fahrbericht Triumph Tiger Sport – Fahrbericht Triumph Tiger Sport – Fahrbericht Triumph Tiger Sport – Fahrbericht Triumph Tiger Sport – Fahrbericht Triumph Tiger Sport – Fahrbericht Triumph Tiger Sport – Fahrbericht Triumph Tiger Sport – Fahrbericht Triumph Tiger Sport – Fahrbericht
Triumph Tiger Sport – Fahrbericht
Alle Bilder »
Triumph hat die Tiger so umfassend überarbeitet, dass sie auch gleich einen neuen Namenszusatz bekam. Das Upgrade heißt jetzt Tiger Sport.

Nomen est omen – Triumph hat es wahr gemacht und nicht ­einfach nur „Sport“ an den ­Namen angehängt. Triumph überarbeitet konsequent seine Modellpalette und unterzieht sie mitunter tiefgreifenden Upgrades – wie bei der Tiger Sport. Diese sind so umfassend, dass man fast schon von einem neuen Modell sprechen könnte, wenn da nicht nach wie vor die starke Ähnlichkeit zum Vorgängermodell, der Tiger 1050 SE, wäre. Behutsam haben die Designer das Outfit der Tiger Sport gestylt. Es wirkt nun weitaus gefälliger, ein bisschen kantiger, aber vor allem dynamischer. Natürlich haben dabei auch die technischen Änderungen geholfen. Immerhin hat die Entwicklungsabteilung nicht weniger als 120 Teile verändert oder neu konstruiert.

Am auffälligsten sticht sofort die eigens für die Tiger ent­wickelte Einarmschwinge ins Auge. Aber auch der Heckrahmen ist komplett neu. Sprichwörtlich gesehen ist das Motorrad zur Hälfte ein völlig anderes. Wenn man schon am ­Ändern ist, kann man auch gleich die Ergonomie verbessern. So ist die Fahrersitzbank jetzt fünf Millimeter tiefer, der Lenker mehr zum Fahrer gewandert und ebenfalls etwas niedriger. Die Taille ist schlanker geworden, was gerade ­kleineren Fahrern entgegenkommt; sie ­erreichen problemlos mit beiden Füßen den Boden. Am meisten profitiert hat der Beifahrer, dessen Sitzbank um ganze vier Zentimeter niedriger ist, was einen deutlichen Komfortgewinn bedeutet. Auf alle Fälle ist die Sitz­position auch für knappe 1,90 Meter Körpergröße sehr angenehm, der Kniewinkel nicht zu spitz und die Oberkörperhaltung nach wie vor aufrecht. Hebel und Armaturen sind leicht zu erreichen.

Überarbeitete Frontverkleidung und vier Reflektorscheinwerfer: Die Projektionsleuchten sind verschwunden

Triumph-typisch muss zum Starten die Kupplung gezogen werden, dann erwacht der über­arbeitete 1050er-Dreizylindermotor mit einem dumpfen Brummen zum Leben. Ganze 10 PS mehr Leistung haben die Ingenieure dem Triebwerk entlockt und nebenbei das Drehmoment geringfügig angehoben. In Verbindung mit dem um einen Zahn vergrößerten hinteren Kettenrad hat sich die Übersetzung zwar minimal verkürzt und das Drehzahlniveau insgesamt etwas angehoben, dennoch zeigt sich der Motor als überaus elastisch.

Bei einer ersten Ausfahrt durch das kurvenreiche Hinterland im spanischen Sitges zaubert es uns ein Dauergrinsen ins Gesicht. Das Triebwerk leistet sich keine Schwächen, zieht selbst mit geringsten Drehzahlen aus engen Kehren sanft heraus und zeigt sich noch dazu äußerst drehfreudig. Die fehlende Ganganzeige wird dabei überhaupt nicht vermisst, denn auch mit einem zu hoch eingelegten Gang kommt der Fahrer nicht in den Zwang, runterschalten zu müssen. Einfach am Gas bleiben, der Motor stirbt garantiert nicht ab. Und so ertappen wir uns selbst auf winkligen Landstraßen immer wieder in der letzten Fahrstufe. Aber auch auf der Autobahn ist der Dreizylinder ein Pfund und beschleunigt das Motorrad ohne Hänger locker über 200 km/h.


Die Instrumente selbst sind gut ablesbar

Wer es dennoch einmal richtig krachen lassen möchte und der Tiger die Sporen geben will, kann sich regelrechten Schaltorgien hingeben. Immerhin trägt die Sport das überarbeitete ­Getriebe der Speed Triple R; die Gänge flutschen geradezu locker und leicht rein. Da hakelt nichts, da kracht nichts, totaler Sport eben.

Dem Ganzen trägt auch das voll einstellbare Fahrwerk Rechnung. Die Vorderradgabel ist sowohl in Federbasis als auch Zug- und Druckstufe verstellbar, das Zentralfederbein in Basis und Zugstufe. Die Spezialisten von Triumph haben uns anfangs das Fahrwerk voll „aufgedreht“, also auf maximalen Komfort eingestellt. Obwohl Gabel und Schwinge dabei sehr weit einfedern, lässt sich das Motorrad sauber einlenken und bleibt spurstabil. Doch mit einer Änderung, also leichtem „Zudrehen“, wird die Abstimmung spürbar straffer und die Tiger Sport liegt deutlich satter auf der Straße.

Die Kurvengeschwindigkeiten verschieben sich jetzt weiter nach oben, auch dank der Pirelli-Reifen, die wie das viel zitierte Kaugummi an der Straße kleben. Selbst der „Knieschleifer-Modus“ kommt plötzlich in Reichweite, doch wir lassen das lieber sein, denn durchgescheuerte Textilhosen sehen bescheiden aus. Bei den Bremsen gibt es ebenfalls keine Kompromisse. Die Radialsättel von Nissin verbeißen sich bei Bedarf vorn in zwei 320-mm-Scheiben. Das ist mehr als ausreichend. Überschläge bei Vollbremsungen und blockierende Räder verhindert ein modernes, abschaltbares ABS, das feinfühlig regelt. Meist spürt man es zuerst im Fußbremshebel. Und ob man wirklich eine Traktionskontrolle braucht? Auch „Wheelies“ können mit der Tiger Sport Spaß machen ...  


Das voll einstellbare Fahrwerk fordert eine sportliche Fahrweise geradezu heraus

Fazit
Tiger Sport, der Name ist wirklich Programm, denn die „Neue“ hat viele Attribute eines Sportlers, ohne den Allrounder, der sie zweifelsohne nach wie vor ist, zu verleugnen. ­Motor, Getriebe und Fahrwerk wurden weiter verbessert. Die Einarmschwinge ist auf jeden Fall ein opti­scher Gewinn, ebenso wie das kantigere Design. Aber auch die Touren­tauglichkeit wurde verbessert, insbesondere die Ergonomie. Zusammen mit dem erhältlichen Zubehör, lässt sich die Tiger Sport noch weiter aufrüsten und individualisieren.

PLUS

  • Drehmomentstarker, elastischer Motor 
  • Voll einstellbares Fahrwerk
  • Ausgezeichnete Bremsen
  • Gute Ergonomie
  • Ansprechendes Design
  • Guter Wind- und Wetterschutz


MINUS

  • Keine Ganganzeige 
  • Fehlende Traktionskontrolle

Auffälligste Änderung ist die formschöne Einarmschwinge, die die alte Hinterradführung ersetzt

Technische Daten Triumph Tiger Sport

Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihendreizylinder
Hubraum: 1.050 ccm
Bohrung x Hub: 79 x 71,4 mm
Verdichtung: 12,0 : 1
Leistung: 92 kW (125 PS) bei 9.400 U/min
Drehmoment: 104 Nm bei 4.300 U/min
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Kette
Rahmenart: Leichtmetall-Doppelrohrrahmen
Radstand: 1.540 mm
Federung vorn: Upside-down-Gabel 43 mm, ­Federweg 140 mm, Federbasis, Zug- und Druckstufe einstellbar
Federung hinten: Einarmschwinge mit Zentralfederbein, Federweg 150 mm, Federbasis und Zugstufe einstellbar
Bremsen vorn: 320-mm-Doppelscheibe, ­Vierkolben-Radialfestsättel, ABS
Bremsen hinten: 255-mm-Bremsscheibe, ­Zweikolben-Schwimmsattel, ABS
Bereifung vorn: 120/70 ZR 17 
Bereifung hinten: 180/55 ZR 17 
Sitzhöhe: 830 mm
Leergewicht : 235 kg (fahrfertig vollgetankt)
Max. Zuladung: 222 kg
Tankinhalt: 20 l 
Preis: 12.190,– Euro zzgl. Nebenkosten


  Teilen
Stand:09 April 2020 22:48:57/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/mehr+sport+-+triumph+tiger+sport_175.html Warning: fopen(cache/10c0f8449b76f7e5f3933823b5c92aa6.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163