Fahrbericht Triumph Thunderbird Storm – Sturm und Drang

13.04.2011  |  Text: Dirk Mangartz  |   Bilder: Triumph
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Fahrbericht Triumph Thunderbird Storm – Sturm und Drang
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Ein sattes Hubraum-Plus von 100 ccm und viel schwarze Farbe machen die Triumph Thunderbird zur Thunderbird Storm.
Ja, in welche Schublade kann man die Thunderbird Storm denn eigentlich stecken? Zunächst hatten mir die Triumph-Macher beschrieben, wie der Dark Style das neue Bike im Programm des britischen Herstellers zu einem kompromisslosen Cruiser macht. Bequeme Sitzposition und Federungskomfort würden der Storm eine dicke Schüppe Reisekomfort mit auf den Weg geben. Der auf 1,7 Liter aufgebohrte Parallel-Zweizylinder-Motor mit immerhin 98 PS verliehe dem stattlichen 
Bike darüber hinaus beinahe sportliche Fahrleistungen. Was sich auch beim Fahrwerk widerspiegeln würde, das einem Roadster kaum nachstehen solle.



„Ist sie also ein Roadster?“, lautet darauf meine Frage. „Nein, die Thunderbird Storm ist ein Cruiser. Ein Powercruiser. Nur, dass die meisten Mitbewerber im kurvigen Fahralltag hinterherfahren müssen.“ Klingt in der Theorie zunächst einmal ziemlich gut. Doch wollen wir die These der eierlegenden Cruiser-Sau genauestens überprüfen. Als Testparcours haben wir uns die Cote d‘Azur ausgesucht. Kleine Bergstraßen, gewundene Passagen und schnelle Überlandetappen. Außerdem reite ich über viele Stunden eisern im 700 mm flachen Sattel der Storm – alles im Dienste der Wahrheitsfindung.

Druck aus 1,7 Litern
Was also hat Triumph an der bekannten Thunderbird verändert, damit sie zur Storm wird? Optisch wurde alles in düsteres Schwarz getaucht. Bei den Lackteilen hat der Kunde die Wahl zwischen Metallic Phantom Black und Matt Black. Reicht. Ein kaum gekröpfter Dragbar-Lenker und Doppelscheinwerfer wie bei Street Triple oder Rocket positionieren die Storm als aggressives Sprint-Motorrad.

Unmittelbar nach dem Anrollen zeigt sich, dass der 1700 ccm-Zweizylinder diesem Anspruch jederzeit gerecht wird. Mit Nachdruck zerren die beiden 107 Millimeter großen Kolben das immerhin 339 Kilo schwere Geschoss nach vorne. Beeindruckend ist die Mühe-losigkeit, mit der die bis zu 156 Newtonmeter bei moderaten Drehzahlen voranstürmen. Im direkten Vergleich zur 
1,6 Liter-Basisversion der normalen Thunderbird hat Triumph noch das eine oder andere Newtonmeterchen gefunden. Doch auch dem soften Ritt fühlt sich der Paralleltwin verpflichtet. Ruckfrei geht die Multipoint-Einspritzung ans Gas, gemächlich und souverän gleitet die Storm durch die schöne Landschaft. Allerdings sollte nach spätestens 200 Kilo-metern nach frisch Gezapftem Ausschau gehalten werden, denn eine zügig bewegte Storm verlangt nach acht Litern Treibstoff auf 100 Kilometer.



Irgendwie hat der Triumph-Mann Recht gehabt mit seinem Roadster-Vergleich. Das Gewicht spielt beim Kurvenräubern keine große Rolle mehr, mühelos huscht das schwarze Eisen um die Ecken. Der 200er-Breitreifen im Heck überrascht nicht mit unangenehmen Aufstellambitionen in Schräglage. Zwar setzen die Fußrasten in engen Kehren lautstark auf, aber eben harmlos und viel später als bei den meisten Cruisern aus USA und Fernost. Den Begriff „leichtfüßig“ zu bemühen ist vielleicht ein wenig überzogen, dennoch kommt auch auf Serpentinenstrecken dynamischer Fahrspaß auf. Mit einer mächtigen 47-mm-Gabel und fünffach einstellbaren Stereo-Federbeinen am Heck lässt sich die einmal eingeschlagene Bahn auch durch üblen Asphalt und wellige Pisten nicht aus der Ruhe bringen.

Zur Not richten es die wohl proportionierten Bremsscheiben mit 310 mm Durchmesser mit Vierkolben-Zangen. Und da das optional angebotene ABS in unserer Testmaschine verbaut ist, fallen die Bremswege auch auf schneller Bahn beeindruckend kurz aus. 

Der auf dem Tank montierte Tachometer integriert einen funktionalen Bordcomputer, auf dem sich Zeit, zwei Wegstreckenzähler und die Tankanzeige ablesen lassen, sowie einen kleinen Drehzahlmesser, der bei diesem Drehmomentprotz kaum beachtet wird. Mit über 100 Zubehörteilen kann sich der auf ­Individualität bedachte Eigner sein Bike personalisieren – von verstellbaren Soziusrasten über Ledertaschen bis zu zwei verschiedenen Windschildern reicht die auch für Reisebiker interessante Auswahl. 



Nach fünf Stunden Fahrt beginnt die Cruiser-typische Sitzposition im Gesäß zu schmerzen. Mancher Marathon-Fahrer dürfte sich über die weit nach vorn gestreckten Beine ärgern, jedoch macht doch gerade diese Sofahaltung den besonderen Reiz von Cruisern aus. Lässig ausgestreckt, mit niedrigsten Drehzahlen und im Falle der Thunderbird Storm auf Wunsch auch zügig durch 
die Landschaft poltern. Keine schlechte Idee, so ein Roadster-Cruiser ...
 

Fazit Thunderbird Storm

Motor: Dieser Zweizylinder vereint Treckerfeeling und Drehfreude.
Fahrwerk: Die Storm ist kein Sportler. Liegt aber besser als andere Cruiser.
Bremsen: Cruiser-Bremsen auf Supersport-Niveau. Hut ab!
Sitzposition: Aufrecht und stolz. Aber nach zwei Stunden kneift der Rücken.
 

Technische Daten Troimph Thunderbird Storm

Preis: 15.390 Euro
Bauart : DOHC-Paralleltwin, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 1.699 ccm
Bohrung x Hub: 107,1 x 94,3 mm
Gemischaufbereitung: elektr. sequentielle Multipoint-Saugrohreinspritzung, Drosselklappen mit progressiver Anlenkung 
Kupplung: Mehrscheiben-Ölbad 
Leistung: 73 kW (98 PS) bei 5.200 U/min
Drehmoment: 156 Nm bei 2.950 U/min
Getriebe: 6-Gang
Sekundärantrieb: Zahnriemen
Radstand: 1.615 mm
Lenkkopfwinkel: 32°
Nachlauf: 151 mm
Federung vorn: Showa-Gabel, ø 47 mm
Federung hinten: Showa-Federbeine mit 5-fach verstellbarer Federbasis
Federweg vorn/hinten: 120 mm / 95 mm
Bremsen vorn: 2 x 310 mm Doppelscheiben, 4-Kolben-Festsattel (ABS optional)
Bremsen hinten: 1 x 310 mm Scheibe, 2-Kolben-Schwimmsattel (ABS optional)
Vorderrad: 3,5 x 19 Zoll
Hinterrad: 6,0 x 17 Zoll
Vorderreifen: 120/70 R19
Hinterreifen: 200/50 R17 
Sitzhöhe: 700 mm
Gewicht fahrfertig : 339 kg
Tank: 22 Liter
Farben: schwarz gänzend, schwarz matt
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Stand:31 March 2020 03:54:54/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/sturm+und+drang_175.html Warning: fopen(cache/34116c540feec6e48eb7d7bbc7553f8e.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163