Triumph Speed Triple - Streetfighter ab Werk

08.12.2010  |  Text: Heinrich Christmann  |   Bilder: Werk
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Triumph Speed Triple - Streetfighter ab Werk
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Bestseller weiterzuentwickeln ist so ziemlich die unangenehmste Aufgabe, die einem Ingenieurteam gestellt werden kann. Die bisherige Speed Triple wird von ihren zahlreichen Fans heiß geliebt, viel ändern durfte man da nicht. Doch die schwierige Operation gelang: Die komplett neue Speed Triple kann alles besser als ihre Vorgängerin!
Speed Triples hatten schon immer einen besonders markanten Look. Seit 1997 machen die Insekten-Doppelscheinwerfer und die Einarmschwinge einen gehörigen Teil der Speed Triple-Reize aus, später ergänzten die beiden hochgelegten Endschalldämpfer und das kompakte Heck das unverwechselbare Erscheinungsbilds dieses „Werks-Streetfighter“. Mit 65.000 verkauften Einheiten ist sie das bei weitem erfolgreichste Modell seit der Wiederbelebung der Marke. Die Herausforderung für die Entwickler lautete also, mit der 2011er Speed Triple den rotzig aggressiven Look unter Wahrung der von den Fans so geliebten Schlüsselmerkmale weiterzuentwickeln.



Der Motor
Der kultige, 1.050 ccm große Reihen­dreizylinder wurde übernommen, jedoch verfeinert und neu abgestimmt. Die Inge­nieure verbesserten den Druckausgleich zwischen den Zylindern, um die Pumpverluste zu verringern. Auch dem Getriebe ließ man Feinschliff angedeihen. Das Aggregat leistet mit 135 PS jetzt fünf Pferde mehr als die bisherige Speed Triple und stellt mit 111 Newtonmetern bei 7.750 U/min acht Prozent mehr Drehmoment zur Verfügung.

Erhalten blieb natürlich das, weswegen dieser Dreizylinder von seinen Fans so geliebt wird: Beim Beschleunigen kommt der Fahrer in den Genuss eines ganz speziellen, gierigen Ansaugschlürfens, und auch das neue, um ein Kilo leichtere Schalldämpfersystem, zelebriert diesen heiser bellenden Sound, den nur diese ungerade Zylinderkonfiguration hervorbringen kann. Freunde des kernigen Motorradsounds sind echt suchtgefährdet.

LED-Rücklicht und die Töpfe dort, wo Töpfe an einer Triple enden müssen.

Das Fahrwerk
Das Fahrwerk der 2011er Speed Triple ist komplett neu. Dabei lag der Entwicklungsfokus auf einem noch sportlicheren Fahrverhalten und noch besserer Integration des Fahrers. Einen ganz besonderen Fokus legten die Entwickler auf eine leicht am Vorderrad orientierte Gewichtsverteilung. Hierzu wurde der Motor ein paar Millimeter weiter vorn platziert. Auch die Sitzbankposition rückt den Fahrer jetzt weiter nach vorn. Um die ungefederten Massen zu reduzieren, wurden die Räder jeweils um gut ein Kilo abgespeckt; ein Maßnahme, die sich beim Handling immens positiv bemerkbar macht. 

Die Ausstattung
Die Federelemente von Showa sind voll einstellbar und arbeiten im Grundsetup vorn wie hinten untadelig. Speed Triples hatten schon immer absolute top Bremsen. Das ist beim neuen Modell nicht anders. Zudem lässt sich ab etwa Mitte Dezember 2010 optional auch ein ABS ordern.

Modernes Mischinstrument mit Schaltblitz und Laptimer.

Die großzügige Instrumentierung umfasst einen traditionellen analogen Drehzahlmesser mit Digitaltacho, Kraftstoffstandanzeige, Tripcomputer und eine Service-Anzeige. Wer seine Speed Triple ab und an auf den Rundkurs entführt, freut sich über den neuen Schaltblitz und den Laptimer, der über den Starterknopf aktivierbar ist. Das Cockpit ist übrigens bereits vorbereitet für das neue Reifendruck-Kontrollsystem, das es als Zubehör geben wird.  

Der erste Fahrtest auf der Ascari-Rennstrecke und im spanischen Küstengebirge rund um Ronda bewies: Die Entwickler haben einen hervorragenden Job gemacht. Die neue Speed Triple kann wirklich alles besser als ihre Vorgängerin. Das Fahrwerk ist handlich wie das einer 600er. Trotz 190er Schlappen hinten lässt sich die Speedy kinderleicht umlegen, ohne je kippelig zu sein. Die Sitzergonomie ist lässig entspannt, längeren touristischen Touren steht nichts im Wege.

Die wichtigsten Design-Merkmale blieben erhalten: Böse schauender Doppelscheinwerfer, Einarmschwinge, beidseitig hochverlegte Auspuffendtöpfe.

Der Motor ist eh schon lange Kult, und mit ABS (zum Zeitpunkt dieses Tests noch nicht verfügbar) wird die Speed Triple sogar noch ein Quäntchen sicherer. Zum Schluss das Beste: In Deutschland wird die neue Speed Triple sogar günstiger als die Vorgängerin. Ohne ABS kostet die Speed Triple 11.245 Euro, mit ABS 11.845 Euro.
 

Fazit Speed Triple

Alles richtig gemacht! Das Entwicklungsziel, der neuen Speed Triple das spielerische Handling der 675 anzuerziehen, wurde voll erreicht. Die alten Design-Werte blieben weitgehend erhalten. Dieses neue Motorrad wird die Erfolgsgeschichte garantiert fortführen, zumal sie sogar billiger ist als ihre Vorgängerin.
 

Technische Daten Triumph Speed Triple

Preis: ab 11.245 Euro bzw. 11.845 Euro (ABS)
Bauart: DOHC-Reihendreizylinder, vier Ventile, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 1.050 ccm
Bohrung x Hub: 79 x 71,4 mm
Gemischaufbereitung: Sequenzielle Multipoint-Einspritzung
Kupplung: Mehrscheiben-Ölbad 
Leistung: 99 kW (135 PS) bei 9.400 U/min
Drehmoment: 111 Nm bei 7.750 U/min
Getriebe: 6-Gang
Sekundärantrieb: X-Ring-Kette
Radstand: 1.435 mm
Lenkkopfwinkel: 22,8°
Nachlauf: 90,9 mm
Federung vorne: Einstellbare Upside-Down-Gabel, ø 43 mm
Federung hinten: Federbein mit einstellbarer Federbasis
Bremsen vorne: 2 x 320 mm Bremsscheiben, Brembo 4-Kolben-Festsattel
Bremsen hinten: 1 x 255 mm Bremsscheibe, Nissin 2-Kolben-Schwimmsattel
Vorderrad: 3,5 x 17 Zoll
Hinterrad: 6,0 x 17 Zoll
Vorderreifen: 120/70 ZR 17
Hinterreifen: 190/55 ZR 17 
Sitzhöhe: 825 mm
Leergewicht: 214 kg
Zul. Gesamtgewicht: 409 kg
Tankinhalt: 17,5 Liter
Farben: Crystal White, Metallic Phantom Black und Diablo Red
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Stand:22 March 2019 05:17:00/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/triumph+speed+triple+-+streetfighter+ab+werk_18125.html