Yamaha XV 950 - Fahrbericht

10.10.2013  |  Text: Dirk Mangartz  |   Bilder: Yamaha
Yamaha XV 950 - Fahrbericht Yamaha XV 950 - Fahrbericht Yamaha XV 950 - Fahrbericht Yamaha XV 950 - Fahrbericht Yamaha XV 950 - Fahrbericht Yamaha XV 950 - Fahrbericht Yamaha XV 950 - Fahrbericht Yamaha XV 950 - Fahrbericht Yamaha XV 950 - Fahrbericht Yamaha XV 950 - Fahrbericht Yamaha XV 950 - Fahrbericht Yamaha XV 950 - Fahrbericht Yamaha XV 950 - Fahrbericht Yamaha XV 950 - Fahrbericht
Yamaha XV 950 - Fahrbericht
Alle Bilder »
Yamaha krempelt mit der XV950 den Cruiser-Markt um. Wir sind die Neuheit in den USA schon gefahren.
Hatte ich da richtig gehört? Ein wesentliches Kriterium bei der Entwicklung der neuen Yamaha XV950 sei der einfache und logische Aufbau, der sich ideal zum Customizing eigne. Was bei der Präsentation der schlanken Retro-Bobber-Yamaha noch wie hohles Marketing-Gewäsch klingt, bestätigt später US-Bikebuilder Roland Sands, der die erste 950er zum Umbau auf der Bühne stehen hat. Bei vielen modernen Bikes mache das Umbauen keinen Spaß, erklärt Sands – zu viel Elektronik, zu viele Cover und „integrated Design“. Bei der neuen Yamaha jedoch sei alles so wie früher – der Motor klassisch luftgekühlt, der Tank sitzt da, wo man ihn vermutet und nicht irgendwo im Rahmendreieck, trotz ABS gibt es keinen verworrenen Elektronik-Kabelbaum und außerdem wurden Airbox und Auspuff so klein wie möglich gehalten.

Geeignet ist die XV950 vor allem für die City und den kurzen Trip. Da macht sie mehr Freude als so manches Dickschiff.

Grund genug, sich den Spross dieser hoch erfreulichen Entwicklung einmal näher anzusehen. Schön ist sie geworden, die XV950, die in den USA „Bolt“ heißt. Ein wenig Harley Sportster, sehr traditionell, ohne eine simple Replika zu sein, gepaart mit viel markentypischem Style. Als erster japanischer Hersteller hat Yamaha damit den Weg der schwüls­tigen, chrombehangenen Schwergewichts-Cruiser verlassen und das Thema neu definiert. Sportlicher, jünger, cooler. Außerdem ist das Bike in zwei Versionen erhältlich, als Standard-Version und als XV950R mit Mattlack, besseren Federbeinen und anderer Sitzbank gegen 300 Euro Aufpreis.

Auch beim Fahren stellt sich dieses frische Gefühl schnell ein. Auch wenn der Motor aus der XVS950 bekannt ist, so verleiht der 52 PS starke Vierventil-V2 der XV vergleichsweise dynamische Fahrleistungen. Satt zieht der 60-Grad-Motor aus tiefsten Drehzahlregionen an, fühlt sich vor allem in der Mitte pudelwohl und lässt sich ruckfrei in der Stadt bewegen. Lediglich die Gasannahme dürfte etwas direkter stattfinden. Weil er starr in den Rahmen verschraubt wurde und auf eine Ausgleichswelle verzichtet, pocht der Motor lebendig wie ein Klassiker, niemals störend, aber eben anders als auf einem plüschigen Komfortsofa.



Mit dem kurzen Radstand von 1570 Millimetern und schmaler Serienbereifung bereiten der XV950 auch Kurven keine Sorgen. Im Gegenteil verleitet die Sitzposition mit mittig angeordneten Fußrasten und flachem Lenker zu ernsthaften Schräglagen. Hin und wieder kratzen dabei die Angstnippel über den Asphalt, doch selbst für engagierte Fahrweise steht ausreichend Bodenfreiheit bereit. Auch die Wave-Einscheibenbremse im Vorderrad verzögert bissig ­genug für dynamischen Fahrspaß. ABS zählt bei beiden Modellen zur Serienausstattung.

Sein wahres Potenzial entfaltet der neue Yamaha-Bobber allerdings beim entspannten Gleiten mit sattem Sound und kinderleichter Handhabung, was ihn für alte Hasen, junge Städter und Fahranfänger gleichermaßen inter­essant macht. Über die geringe Sitzhöhe von 690 Millimetern freuen sich dabei alle. Fernreisetauglich will das kompakte Bike jedoch nicht sein. Weder Sitzkomfort, Soziusplatz oder Gepäckunterbringung können mit einem Fullsize-Cruiser oder gar Tourer mithalten. Zumal sich das Yamaha-Zubehör vor allem auf Styling-Zubehör wie Speichenräder, Federsattel oder Akrapović-Auspuff beschränkt. Doch für den unbeschwerten Wochenendausflug gibt die XV950 den idealen Begleiter ab.

m zentralen Rundinstrument versteckt sich moderne Digitaltechnik

Einziger wirklicher Schönheitsfehler ist die preisliche Nähe zum wohl größten Wettbewerber am Markt, der Harley-Davidson Sportster. Diese ist vielleicht nicht besser, aber neben Status und gutem Werterhalt bietet eine 883 Roadster mit 8.495 Euro einen um 100 Euro geringeren Basispreis als die Standard-XV950. Wie schön, dass die solide gemachte Yamaha trotz dieser starken Konkurrenz mit ihren unbestreitbaren Qualitäten punkten kann – und ihre Käufer finden wird.

Fazit
Für alle, die statt Fernreisen gemütliche Ausflüge im Sinn haben, ist die XV950 ein Volltreffer. Sie gibt auf Wunsch sowohl ein Beruhigungsmittel als auch den Dynamiker ab und sieht zudem gut aus. Ihr serienmäßiges ABS und die gute Verar­beitung relativieren den Preis von 8595 Euro. Unser Tipp: Für nur 300 Euro zusätzlich bietet die XV950R hochwertigere Stoßdämpfer, einen schickeren Sattel und eine aufwändige Lackierung.

PLUS
  • Drehmomentstarker V2-Motor 
  • Vibrationen und Sound:  jede Menge Seele
  • Vergleichsweise wendig, straffes Fahrwerk
  • Ideale Basis zum Individualisieren
  • Kräftige Bremsen, ABS serienmäßig

MINUS
  • Kleiner Tank, geringe Reichweite
  • Kaum Tourenzubehör ab Werk erhältlich
  • Kleiner, optionaler Soziussitz
 

Technische Daten Yamaha XV 950

Bauart: V-Zweizylinder-Viertakt, ohc-Vierventiler
Hubraum: 942 ccm
Bohrung x Hub: 85 x 83 mm
Leistung: 38,3 kW (52,1 PS) bei 5.500 U/min
Drehmoment: 79,5 Nm bei 3.000 U/min
Getriebe: 5-Gang
Sekundärtrieb: Riemen
Rahmenart: Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen
Radstand: 1.570 mm
Federung vorn: Telegabel, ­Federweg 120 mm 
Federung hinten: Schwinge, Federweg 70 mm
Bremsen vorn: hydraulische Scheibenbremse, 298 mm
Bremsen hinten: hydraulische Scheibenbremse, 298 mm
Bereifung vorn: 100/90-19
Bereifung hinten: 150/80-16
Länge: 2.290 mm
Sitzhöhe: 690 mm
Leergewicht: 251 kg
Tankinhalt: 12 l
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
Preis: XV950: : 8.595,– Euro, XV950R: : 8.895,– Euro
  Teilen
Stand:31 March 2020 12:01:00/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/yamaha+xv+950+-+fahrbericht_176.html Warning: fopen(cache/619f78ac24839f3b589183e2f7ef4d6d.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163