Vergleichstest Triumph Bonneville T120 Black und Honda CB 1100 EX

02.08.2018  |  Text: Lucia Prokasky  |   Bilder: Tobias Kircher
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Vergleichstest Triumph Bonneville T120 Black und Honda CB 1100 EX
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Der Retro-Trend hält immer noch an und mittlerweile haben es die Hersteller bis zur Perfektion gebracht: Neue Technik in hervorragend kopiertem alten Kleid. Triumph und Honda haben wieder bewiesen, dass sie sozusagen von Vorgestern sind und schicken ihre berühmten Klassiker erneut ins Rennen
Zierlich und fein gemacht, die neue Bonni. Und wie sie da so im Hof neben der CB 1100 EX steht, wirkt sie wie die feine Dame aus der Stadt, während die Honda doch eher wie ein grober, aber ehrlicher Bauerntrampel daherkommt. Mein Bauchgefühl lässt mich zunächst zum Schlüssel der Bonneville greifen – optisch meine Siegerin. Mein Kollege aber grätscht rein und fragt zuckersüß, ob er sie nicht zum Fotospot fahren dürfe. „Ich muss eh beide testen, also mach ruhig“, räume ich ein.

Also doch die Honda. Aufgesessen und losgefahren überkommt mich der Couch-Effekt: Unmittelbar wechsle ich in einen supergemütlichen Modus, bin unaufgeregt und zufrieden. Meine Vorurteile in Sachen Bauerntrampel muss ich direkt revidieren. So einen geschmeidigen und gutmütigen Trampel gibt’s nicht – ich würde die CB mit ihrem 63 Grad steilen Lenkkopfwinkel sogar leichtfüßig und agil nennen und das, obwohl der Brocken stolze 255 Kilogramm wiegt. Aber die CB ist wunderbar ausbalanciert und so benötigt es kaum Eigengewicht, um die durch und durch verchromte Masse um die Kurven zu schwingen. Mein erster Eindruck von ihr soll sich aber noch mehr wandeln.



Zurück zum Fotospot: Wir kommen schneller an als gehofft. Am liebsten würde ich mit dem neuen Klassiker geradewegs an den Kollegen vorbeifahren und gemütlich in den Urlaub schuckeln. Dank der Showa-Federelemente arbeitet das Fahrwerk zuverlässig und auch mein Vertrauen in den Kurven ist unmittelbar da. An der Vorspannung der Gabel kann gedreht werden, ich finde die Einstellung ab Werk aber absolut stimmig. Die Gänge rasten im Getriebe sauber ein, nerviges Leerlauf-Gesuche fällt weg und die Antihoppingkupplung sorgt für einen geschmeidigen Gangwechsel. Gut.

Etwas zu häufig hupe ich, statt den Blinker zu betätigen – und das fällt auf. Schließlich ist der Deutsche ein Hup-Sparfuchs und deshalb hellhörig bei inflationärem Getröte. Aber dort, wo normalerweise der Blinkerhebel sitzt, wartet stattdessen die Hupe, bereit gedrückt zu werden. Nicht gut.



Okay, jetzt ist endlich die Triumph dran. Angeschmissen blubbert sie tief und zaubert mir ein Grinsen ins Gesicht. Optik und Sound – elementar für jeden Kradliebhaber. Ich drehe am Hahn, der Motor beginnt sein Werk und bei deutlich weniger Drehzahl als bei der CB, zieht der Zweizylinder an.  „Wie schön, das ist ja der gleiche Motor wie in der Bobber“, ich hatte mich vorab wenig mit der Bonni beschäftigt, aber das spüre ich direkt. Letztes Jahr habe ich mich in genau diesen Motor (auf der Bobber und Thruxton R) ein großes Bisschen verliebt. Die Freude steigt, was soll jetzt noch kommen? 

Es sind die Richtungspfeile, die mich von meinem Trip herunterholen. Euphorisch will ich diese im Slalom nehmen und spüre, dass mein Körper irgendwie viel geschmeidiger um die Pfeile herum will als das Motorrad. Es zickt unerwartet und ich muss mit ganzem Einsatz die 224 Kilo um die Fahrbahnmarkierungen zwingen. Vorderradorientiert ist die Triumph leider so gar nicht, dafür stabil, auch bei höheren Geschwindigkeiten und Wind. Vor der nächsten Ampel dann die nächste Ernüchterung: Die Bremsen funktionieren zwar, aber greifen schlechter, als es das 80 PS starke Moped vertragen würde. Am Getriebe und der Fahrwerkseinstellung habe ich genauso wenig zu meckern wie bei der Honda – sie funzen, genau wie sie es sollen. 



Einen kurzen Ausflug in die Motordaten der beiden: Die CB mit ihrem luft- und ölgekühlten Reihen-Vierzyliner hat 10 PS mehr als die Triumph und entfaltet ihre 91 Nm erst bei 5500 U/min. Der flüssigkeitsgekühlte Reihenzweizylinder der Triumph dagegen ist auf Drehmoment konzipiert und entwickelt ordentliche 105 Nm bei bereits 3100 U/min. Letztere wirkt dadurch viel spritziger, ist dafür aber auch nicht so vielseitig wie die Honda. 

Mehr und mehr werde ich zum Fan der Honda. Beim ersten Ausritt empfand ich den Motor noch als langweilig. Was ein Unsinn! Nur weil die CB 1100 EX gemütlich gefahren werden kann, heißt das noch lange nicht, dass da nicht mehr geht. Der Vierzylinder braucht logischerweise mehr Drehzahl als der modifizierte Zweizylinder. Neue Fahrt, neues Glück: Die Breitbande des Honda-Motors macht Laune, so richtig! 


Fazit Vergleichstest Honda CB 1100 EX und Triumph Bonneville T120 Black

Meinen Vergleich mit Dame und Bauerntrampel habe ich ja bereits zurückgezogen. Stattdessen wandelt er sich mehr und mehr zu Katz und Hund. Die Bonni ist elegant, zwar etwas eigensinniger, aber nach Eingewöhnungsphase doch sehr liebevoll: Sie ist die Katze. Wie ein Hund verhält sich dagegen die Honda: Lange nicht so grazil wie die Triumph, aber gutmütig, zuverlässig und gehorsam.



Die Verarbeitung beider Kräder und die aufgebrachte Liebe zum Detail sind jeweils ein Augenschmaus. Fahrwerk und Getriebe verrichten bei beiden Mopeds nörgelfrei ihre Arbeit. Allerdings pumpen zwei grundverschiedene Herzen in den Retro-Bikes. Beide haben absolute Stärken und auch ein paar Schwächen. Sollten diese Kräder zum Disput beim nächsten Kauf stehen, so würde ich beide testfahren und anschließend mein Gefühl entscheiden lassen. Denn wer noch nicht auf den Hund gekommen ist, der sollte nicht die Katz im Sack kaufen.

Technische Daten Honda CB 1100 EX



Preis: 12.785 Euro
Motor: Luft- und ölgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor
Bohrung x Hub: 73,5 mm x 67,2 mm
Hubraum: 1140 ccm
Verdichtung: 9,5 : 1
Leistung: 90 PS (66 kW) bei 7500 U/min
Drehmoment: 91 Nm bei 5500 U/min
Rahmen: Doppelschleifenrahmen aus Stahl
Federung vorn: Teleskopgabel, 41 mm
Federung hinten: Schwinge, 2 Federbeine
Bremse vorn: Doppelscheibenbremse, 296 mm, ABS
Bremse hinten: Einscheibe mit Einkolbenzange, 256 mm, ABS
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Gewicht vollgetankt: 255 Kg
Getriebe: 6 Gang
Endantrieb: Kette
Kupplung: Mehrscheiben in Ölbad
Radstand: 1490 mm
Lenkkopfwinkel: 63°
Sitzhöhe: 790 mm
Tankinhalt: 16,8 l

Technische Daten Triumph Bonneville T120 Black



Preis: 12.200 Euro
Motor: Flüssigkeitsgekühlter 8V-Zweizylinder-SOHC-Reihenmotor
Hubraum: 1200 ccm
Leistung: 80 PS (59 kW) bei 6550 U/min
Drehmoment: 105 bei 3100 U/min
Federung vorn: 41 mm KYB Cartridge-Gabel, Federweg 120 mm
Federung hinten: KYB Doppelstoßdämpfer mit einstellbarer Federvorspannung, Federweg 120 mm
Bremse vorn: Doppelbremsscheiben 310 mm, Nissin Doppelkolben-Schwimmsättel, ABS
Bremse hinten: Bremsscheibe 255 mm, Nissin Doppelkolben-Schwimmsattel, ABS
Sitzhöhe: 790 mm
Trockengewicht: 224 Kg
Tankinhalt: 14,5 l
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Stand:15 August 2018 20:24:32/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/vergleichstest+bonneville+t120+und+cb+1100+ex_18802.html