Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer

07.08.2012  |  Text: Christian Heim  |   Bilder: Volker Rost, Christian Heim
Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer
Honda CBF1000F, Kawasaki Z1000SX und Yamaha FZ1 Fazer – Vergleichstest Sporttourer
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Yamaha, Honda und Kawasaki setzen bei ihren 1000er Tourensport-Modellen auf feurige Reihenvierzylinder und breite Einsatzmöglichkeiten. Wem gelingt der Spagat aus Sport- und Tourentauglichkeit am besten?
Was wurde nicht schon alles über die „eierlegende Wollmilchsau“ geschrieben, kurio­serweise hat sie bisher noch niemand ­gefunden. Wie auch? Das Motorrad, das einfach alles am besten kann, gibt es nicht und wird es nie geben. Trotzdem versuchen Motorradhersteller immer wie­der, verschiedene Fahrzeugkategorien in einem Modell zu vereinen. Die Absicht ist klar: Eine möglichst breite Zielgruppe anzusprechen.

Mit der Honda CBF1000F, der Kawasaki Z1000SX und der Yamaha FZ1 Fazer ABS stellen sich drei Testkandidaten der Herausforderung, den bestmöglichen Kompromiss zu präsentieren.  Dabei bevorzugen die Hersteller ähnliche Eckpunkte. Den Probanden gemeinsam ist die Art der Motorisierung. Die japanischen Motorradbauer setzen auf ihre ureigenste Domäne: Den Reihenvierzylinder, das Triebwerk mit dem die Japaner einst den Motorradmarkt beherrschten. Inzwischen ist dieses Quasi-Monopol aufgebrochen. Von Ein- bis Sechszylinder-Motoren ist fast alles an Aggregaten verfügbar, was das Motor­radfahrerherz erfreut; Fünfzylinder mal ausgenommen. Trotzdem ist der Vierzylinder nach wie vor eine bärenstarke und höchst kultivierte Antriebsquelle. Erst recht, wenn, wie bei unseren Testfahrzeugen auch, die Leistungsmonster der großen Superbike-Schwestern zum Einsatz kommen.

Während die Yamaha den Motor der früheren R1-Version im Rahmen trägt, greift Honda bei der Fireblade ins Teileregal, Kawasaki befeuert die Z-Modellemit einer eigenen Motorreihe. Selbst­redend wurden alle Motoren auf mehr Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich ausgelegt, so dass keine Drehzahlorgien nötig sind, um ordentlich Feuer zu entfachen. So verstehen sich alle drei Maschinen auf entspanntes Touren, zügigen Kurvenswing und super­sportliche Einlagen gleichermaßen.

Mit werksseitigen oder aus dem Zubehörhandel erhältlichen Gepäcksystemen bleiben von Koffern und Topcases über Gepäckrollen bis hin zu Tankrucksäcken keine Wünsche offen. Die drei ­japanischen Big Bikes sind also nah dran, an der eierlegenden Wollmilchsau. Nur Ausflüge ins Gelände sollte man sich besser verkneifen …

Honda CBF1000F
An den Tourenqualtitäten gibt es nichts auszusetzen.

Die CBF1000F wird von Honda selbst in die Kategorie Naked Bike / Allrounder eingestuft. Dafür bietet der japanische Hersteller im Sortiment der Sporttourer überraschenderweise keinen einzigen Reihenvierzylinder-Motor als Antriebsquelle. Grund genug für uns, die Honda mit in den Vergleich zu nehmen, zumal der Motor sportliche Wurzeln hat.

Das knapp einen Liter große Triebwerk kam ursprünglich mal im Supersportler „Fireblade“ zum Einsatz, wurde aber für die CBF in der Leistung gedrosselt und auf Drehmoment optimiert. Und das haben die Ingenieure fein hinbekommen. Der Motor ist ein echtes Sahnestück, ein Muster an Kultiviertheit. Selbst im fünften Gang lässt es sich damit durch Ortschaften rollen, ohne dass der Antrieb in die Kette hackt und sich wie ein störrischer Esel gebärdet. Zudem zeigt der Reihenvierzylinder die besten Verbrauchswerte und kommt mit weniger als sechs Litern aus – und das obwohl die Honda mit gewogenen 244 Kilogramm am schwersten ist.

Die Verarbeitung ist hondatypisch solide, die ausgewählten Komponenten sind schlicht und funktional, hunderttausendfach bewährt, aber technisch nicht immer auf dem neuesten Stand. Das drückt im Gegenzug den Verkaufspreis deutlich unter den der Konkurrenz. Dabei hat die Honda als einzige Annehmlichkeiten wie eine verstellbare Sitzbank und einen Hauptständer serien­mäßig zu bieten. Optional gegen Aufpreis ist auch das Ausstattungspaket „Travel“ erhältlich, mit dem sich die Tourenqualitäten weiter ausbauen lassen.

Im direkten Vergleich entpuppt sich die CBF1000F mit schwächstem Motor und längstem Radstand mehr als Tourenbike und gutmütiger Allrounder denn als ambitionierter Sportler.

Antrieb Honda CBF1000F
Der Ableger des Fireblade-Motors ist zwar der nominal schwächste im Vergleich, doch die 107 PS sind im Alltag völlig ausreichend. Mit 96 Nm verfügt er über genügend Drehmoment, um gelassen und entspannt zu reisen. Trotzdem kann er bei Bedarf mächtig nach vorne stürmen, wenn die Drosselklappen aufgehen. Das Sechsgang-Getriebe lässt sich butterweich schalten, ist aber etwas lang übersetzt. Oft genug vergessen wir die letzte Schaltstufe und zuckeln im fünften Gang dahin. Erfreulich: Im Verbrauch zeigte sich die Honda als sehr sparsam. Im Schnitt 5,63 Liter auf 100 km sind ein sehr guter Wert.

Fahrwerk CBF1000F
Fast schon klassisch muten die Fahrwerkskomponenten an. Vorn arbeitet eine konventionelle Telegabel, hinten eine schmucklose Kastenschwinge mit Zentralfederbein. Der Fahrkomfort ist eindeutig aufs Touren ausgelegt, die Sitzpostion aufrecht und entspannt. Die Bremsen mit dem Combined-ABS arbeiten hervorragend, sind leicht zu dosieren und kommen jederzeit mit dem Fahrzeuggewicht zurecht. Das Einlenkverhalten ist ­exakt, die Conti RoadAttacks agieren zielgenau und unterstützen das leichtfüßige Handling der Honda.

Optisch wirkt die CBF1000F etwas bieder und angestaubt. Ein neues, frisches Design könnte ihre Attraktivität deutlich steigern

Praxis
Die CBF1000F bietet einen hohen Alltagsnutzen. Ob Reisen, Touren, ­alleine oder zu zweit, oder auch nur die tägliche Fahrt zur Arbeit, die Honda macht alles klaglos mit. Selbst die flotte Kurvenhatz bringt sie nicht aus der Ruhe. Der verstellbare Windschild fällt aber mehr durch Turbulenzen am Kopf auf, denn durch Windschutz – egal in welcher Stellung. Dafür weiß die höhenverstellbare Sitzbank zu überzeugen.

Emotionen
Das Design der Honda wirkt mittlerweile etwas angestaubt, obwohl der emotionale Auftritt ohnehin noch nie ihre Paradedisziplin war. Aber es soll ja auch Menschen geben, die so etwas nicht brauchen, sondern einfach nur ein sehr gutes Motorrad möchten. 

Kawasaki Z1000SX

Der optische Auftritt der Kawasaki Z1000SX ist kompromisslos auf Sportler getrimmt

Sporttouring der besonderen Art,  so bewirbt Kawasaki die SX-Variante aus der Z1000-Reihe. Und damit haben die Marketing-Strategen von Kawasaki nicht übertrieben. Die Z1000SX kommt daher wie ein ausgewachsenes Superbike. Der neue Reihenvierzylinder bietet von allem reichlich: Leistung und Drehmoment gibt es in  allen Lagen im Überfluss. Der Motor ist eine Wucht und schiebt ab 3.000 Umdrehungen vehement voran, begleitet von einem brachialen Sound, der aus der 4-in-2-in-2-Auspuffanlage dringt. Erst jenseits der 10.000er-Marke reißt der Vorwärtsdrang ab. Trotzdem lässt es sich mit der Kawasaki auch völlig entspannt reisen.

Dazu trägt zum einen die aufrechte Sitzposition bei, die trotz eines etwas spitzen Kniewinkels nicht unangenehm ist. Zum anderen hilft der gut positionierte Lenker, der dem Fahrer entgegen kommt und längere Touren nicht zur Tortour ausarten lässt.

Mit 232 Kilogramm Lebendgewicht und dem sportlich kurzen Radstand lässt sich die Z1000SX verdammt flott bewegen, selbst mit der werkseitig verordneten Bereifung. Gerade in engen Kurven nervt das etwas kippelig-störrische Fahrververhalten. Die Reifenwahl ist mit dem BT016 Hypersport nicht ­optimal getroffen; sie unterdrücken das wahre Potenzial der Kawasaki, die sich nach einer Umbereifung kaum wieder­erkennen lässt. Unser Tipp: Dunlop Sportmax Roadsmart II.

Unterm Strich macht die SX am meis­ten Spaß: Design, Motor und Fahrwerk sind fantastisch und animieren ständig zum Angasen. Der Expresszuschlag erfolgt an der nächsten Tankstelle. Die Kawasaki hat den höchsten Verbrauch im Vergleich, was sich angesichts des hohen Erlebniswerts aber verkraften lässt.

Antrieb Kawasaki Z1000SX
Beim Motor hat Kawasaki richtig hingelangt und dem Vierzylinder ­einen ausgewogenen Drehmomentverlauf angezüchtet, der erst bei 8.000 Umdrehungen wieder abfällt. Die Leistungsentfaltung erfolgt fast linear und findet erst jenseits des fünfstelligen Bereichs ein Ende, die Durchzugsschwäche des Vorgängertriebwerks wurde erfolgreich eliminiert. Die zur Verfügung stehenden 131 PS fühlen sich subjektiv sogar noch kräftiger an und reißen das ­Motorrad bei ­Bedarf mit entsprechender Vehemenz nach vorn. Das Getriebe gibt sich etwas hakelig, besonders der vierte Gang ließ sich bei unserer Testmaschine manchmal nur widerwillig einlegen. Mit satten 7,13 Liter genehmigte sich die Kawa­saki im Schnitt am meisten Sprit auf 100 Kilometer. 

Fahrwerk Z1000SX
Verstellbare Federelemente und eine Upside-Down-Gabel haben ihr die Ingenieure mitgegeben. Die sportlich-straffe Abstimmung macht sie in Verbindung mit dem kurzen Radstand zu einem Kurvenjäger. Mit dem Battlax BT016 hat Kawasaki nicht die beste Wahl getroffen. So lenkt 
das Motorrad teilweise widerwillig in enge Kurven ein und verlangt nach kleinen Korrekturen. Keine Probleme bereiten dagegen die Bremsen. Zwar verlangen sie etwas Nachdruck, bei Bedarf verzögern sie aber genauso nachdrücklich, wie es sich für ein 130-PS-Motorrad gehört.

Von Front bis Heck stimmt die Linienführung. Die Sitzposition ist erstaunlich entspannt und macht auch längere Touren nicht zu anstrengenden Angelegenheiten.

Praxis
Die Kawasaki hat ebenfalls einen ­verstellbaren Windschild, der trotz der geringen Größe guten Schutz ­bietet. Die Sitzbank ist nicht verstellbar, trotzdem geriet die Sitzposition auch für Großgewachsene erstaunlich ­bequem und einigermaßen komfor­tabel.

Emotionen
Ein zeitgemäßes Design mit bösem Blick, stimmig von vorn bis hinten  und ein brachiales, heiseres Fauchen aus den Auspufftöpfen – eindeutig das emotionalste Bike im Test.

Yamaha FZ1 Fazer ABS

Eine etwas aggressivere Optik hätte der Yamaha sicher gut zu Gesicht gestanden und ihre sportlichen Anlagen unterstrichen

Für Motorradhersteller ist es eine feine Sache, wenn sie bei der ­Erweiterung ihrer Modellpalette einfach ins Regal greifen und sich mit Teilen versorgen können; das spart Zeit und Kosten für die Entwicklung. Nach dem Baukastenprinzip hat Yamaha die FZ1 Fazer auf die Räder gestellt. Und weil Klotzen bei der Kundschaft besser ankommt als Kleckern, haben die Techniker eine frühere Version des Superbike-Motors der R1 in den Alu-Rahmen gepackt. Klare Aussage: hier geht was. Und so geht die Yamaha mit der höchs­ten Leistung in den Vergleichstest. Auf dem Papier attestiert der Hersteller seinem Motor satte 150 PS an der Kurbelwelle.

Das Aggregat kann seine sportlichen Anlagen nicht im Geringsten verleugnen. Dieses Teil ist ein Wolf im Schafspelz, der ab 7.000 Umdrehungen zum zweiten Sprung ansetzt und erst knapp vor 12.000 Umdrehungen wieder zur Besinnung kommt. Dementsprechend ist das Fahrwerk ebenfalls sehr sportlich, um nicht zu sagen bretthart. Auch das Einstellen der Federelemente in Richtung „Soft“ sorgt nur für mäßigen Komfort. Das lässt einen auch die Sitzbank spüren, denn die fühlt sich eher an wie ein ungepolsterter Rennsattel. Taubheitsgefühl im Hintern und den Beinen sind nach einer Stunde garantiert.

Längere Ausfahrten oder gar Touren erfordern hohe Nehmerqualitäten und eine gewisse Leidensfähigkeit. Oder eben mehr Pausen. Der Windschutz verdient gerade noch ein „Ausreichend“. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht man nur zusammengekauert über dem Tank. Schade, denn mit einer besseren Verkleidung hätte die FZ1 Fazer durchaus ihre Tourenambitionen mehr herausstellen können. So bleibt sie ein verkappter Sportler mit Halbschale.

Antrieb Yamaha FZ1
Das Superbike R1 lässt grüßen. Nicht die aktuelle Version, sondern der Vor-Vorgänger dient als Teile­lieferant des fulminanten Triebwerks. Zwar haben die Techniker nochmals Hand angelegt und die Drehmomentkurve in den unteren Bereich verschoben, dennoch kann dieser Reihen­vierer seine Gene nicht verleugnen. Explosive 141 PS lässt dieser Geselle auf die Kupplung los. Jederzeit ultrapotent gibt’s bei 7.000 Umdrehungen noch einen Extrakick. Die Gänge ­lassen sich nicht immer sauber durchschalten, dafür stimmt die Übersetzung. Schneller stürmt kein Sport­tourer in Hochgeschwindigkeitsbereiche. Der Zuschlag für den Express: 6,61 Liter auf 100 Kilometer Verbrauch im Schnitt, nach oben offen. 

Fahrwerk FZ1
Auch hier haben sich die Ingenieure aus dem hauseigenen Baukasten bedient. Upside-Down-Gabel und Zentralfederbein, alles einstellbar. Die Federung ist hart, die Fazer liegt satt auf der Straße. Allerdings bringen kurze Bodenwellen die straff gedämpfte Gabel jenseits jeglichen Komfortmodus’. Die Dunlop Sportmax-Reifen vermitteln einen sehr guten Fahrbahnkontakt. Das Einlenkverhalten ist präzise, Kurven nimmt die Yamaha sehr spurstabil. Die Bremsen sind Referenz-Klasse, lassen sich sehr feinfühlig ­dosieren und mit zwei Finger zur Punktlandung bringen. 

Im Gegensatz zur filigranen Heckpartie wirkt die Halbschalenverkleidung eindeutig zu wuchtig an der großen Fazer

Praxis
Der Windschutz der Fazer verdient die Bezeichnung nicht. Zudem ist er nicht verstellbar. Erstaunlich, dass wir bei Höchstgeschwindigkeit trotzdem nicht aus dem Sattel gerissen werden. Auch die Sitzbank lässt jeglichen Komfort vermissen. Trotz der guten Sitzpostion ist sie damit nur bedingt tourentauglich.

Emotionen
Hinten hui, vorne na ja. Die Yamaha wirkt, wie wenn verschiedene Designabteilungen sich um Heck und Front gekümmert hätten. Die nackte Fazer sieht da wesentlich stimmiger aus. Dafür passt zum Glück der Sound.

Fazit Vergleichstest Sporttourer

1. Kawasaki Z1000SX
Kawasaki räumt die Konkurrenz aus dem Feld und bietet den besten Kompromiss aus Sportler und Tourer. Der komplett neuentwickelte Motor und das gut abgestimmte Fahrwerk bieten Fahrspaß in allen Bereichen (Letzteres allerdings nicht mit den serienmäßigen Bridgestone-Pneus). Sitzposition und Ausstattung ergänzen das Vergnügen. Auch beim Design punktet die Kawasaki: kantig, aggressiv und wie aus einem Guss. Das passende Überhol-Image gibt es gratis dazu, denn im Rückspiegel erscheint die „Z“ wie ein Supersportler. Die Verarbeitung ist sehr wertig, mit Liebe zum Detail. Natürlich schlägt sich das im Preis nieder. Mehr als 2.000 Euro liegen zwischen ihr und der Honda. Dieses Motorrad ist unvernünftig, aber voller Emotionen. Das macht den Reiz der Z1000SX aus, das wünscht man sich auch von einem Sporttourer.

2. Yamaha FZ1 Fazer ABS
Yamaha bleibt der Kawasaki dicht auf den Fersen. Dank ihres kraftvollen Motors, der keinen Hehl aus seiner Abstammung macht, schiebt sie sich an der Honda vorbei. Die Fahrleis­tungen sind beeindruckend und noch einen Tick besser als die der Kawasaki. Allerdings verliert sie etwas Boden in punkto Fahrwerk und Ausstattung. Die brettharten Federelemente und ein Sitz, der spätestens nach einer Stunde die Blutzufuhr in den Beinen abschneidet, kosten Punkte. Das ist zu sportlich und zu kompromisslos für einen Sporttourer. Auch die wenig originelle Halbschalenverkleidung hat sie nicht verdient, denn ihre Funktionalität ist weitgehend wirkungslos. Trotzdem reißt die Yamaha einen mit. Wer ein anspruchsvolles Motorrad sucht und eine Portion Leidensfähigkeit mitbringt, wird mit der ­Fazer garantiert seinen Spaß haben und es nicht bereuen.

3. Honda CBF1000F
Honda verfehlt den zweiten Platz nur ganz knapp. Schade, dass dieser tolle ­Reihenvierzylinder nicht etwas mehr Erlebniswert bietet. Das Triebwerk ist Gelassenheit pur. Unaufgeregt und souverän, mit dem richtigen Maß an Leis­tung, aber auch unauffällig und wenig fordernd. Wer Schaltorgien und Stress auf dem Motorrad hasst, wird hier bestens bedient. Auf der Ausstattungsseite hat Honda der CBF mehr Tourenausstattung mitgegeben als die Mitbewerber und positioniert das Motorrad damit eindeutig in Richtung Tourenmotorrad oder Allrounder. Leider ist das alles etwas emotionslos und gleichförmig. Ob Design oder Fahrwerk, etwas mehr Feuer würde ihr sicher guttun. Die CBF ist ein untadeliger Allrounder: rational, vernünftig, gelassen und schlicht und einfach gut. Leidenschaft vermittelt sie leider nicht.
 
TECHNISCHE DATEN Honda CBF1000F

Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihenvierzylinder
Hubraum: 998 ccm
Bohrung x Hub: 75 x 56,5 mm
Verdichtung: 11,2 : 1
Leistung: 107 PS bei 9.000 U/min
Drehmoment: 96 Nm bei 6.500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Kette
Radstand: 1.495 mm
Federung vorn: 41 mm Teleskopgabel, 120 mm Federweg 
Federung hinten : Zweiarmschwinge, Zentralfederbein, 120 mm Federweg
Bremsen vorn: 296 mm Doppelscheibe, Dreikolben-Schwimmsattel, Combined-ABS
Bremsen hinten: 240 mm Scheibenbremse, Einkolben-Schwimmsattel, Combined-ABS
Vorderreifen: 120/70 ZR 17 M/C 58W
Hinterreifen: 160/60 ZR 17 M/C 69W
Zuladung: 195 kg
Gewicht1: 245 kg
Tankinhalt: 20 Liter
Grundpreis: 10.890 Euro
 
TECHNISCHE DATEN Kawasaki Z1000SX

Bauart Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihenvierzylinder
Hubraum: 1.043 ccm
Bohrung x Hub: 77 x 56 mm
Verdichtung: 11,8 : 1
Leistung: 138 PS bei 9.600 U/min
Drehmoment: 110 Nm bei 7.800 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 245 km/h
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Dichtring-Kette
Radstand: 1.445 mm
Federung vorn: 41 mm Upside-Down-Gabel, voll einstellbar, 120 mm Federweg
Federung hinten : Zweiarmschwinge, Zentralfederbein, einstellbar, 138 mm Federweg
Bremsen vorn: 300 mm Doppelscheibe, Vierkolben-Festsättel, radial montiert, ABS
Bremsen hinten: 250 mm Scheibenbremse, Einkolben-Schwimmsattel, ABS
Vorderreifen: 120/70 ZR 17 M/C 58W
Hinterreifen: 190/50 ZR 17 M/C 73W
Zuladung: 190 kg
Gewicht1: 231 kg 
Tankinhalt: 19 Liter
Grundpreis: 12.595 Euro
 
TECHNISCHE DATEN Yamaha FZ1 Fazer

Bauart: Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihenvierzylinder
Hubraum: 998 ccm
Bohrung x Hub: 77 x 53,6 mm
Verdichtung: 11,5 : 1
Leistung: 150 PS bei 11.000 U/min
Drehmoment: 106 Nm bei 8.000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 252 km/h
Getriebe: 6-Gang
Sekundärtrieb: Kette
Radstand: 1.460 mm
Federung vorn: Upside-Down-Gabel, 130 mm Federweg
Federung hinten : Zweiarmschwinge, Zentralfederbein, einstellbar, 130 mm Federweg
Bremsen vorn: 320 mm Doppelscheibe, ABS
Bremsen hinten: 245 mm Scheibenbremse, ABS
Vorderreifen: 120/70 ZR 17 M/C 58W
Hinterreifen: 190/50 ZR 17 M/C 73W
Zuladung: 184 kg
Gewicht1: 226
Tankinhalt: 18 Liter
Grundpreis: 11.995 Euro
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Stand:09 April 2020 23:18:17/test+_und_+technik/motorr%C3%A4der/vergleichstest+der+neuen+sporttourer+von+yamaha+honda+und+kawasaki_175.html Warning: fopen(cache/6ba0ab0c8aac18322a492c26bf5c3535.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163